Kundenrezension

15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandioses Werk!, 30. Oktober 2003
Von 
Rezension bezieht sich auf: Reflections (Audio CD)
Ich dachte - allen ernstes - meine Fan-Zeiten als Musik-Liebhaber wären vorbei....doch ein frischgebackenes Meisterwerk lehrt mich eines besseren... zwingt mich seit über einem Jahrzehnt dazu, wieder mal eine neu erworbene Platte im Marathon-Modus abzuspielen!
<Reflections> heißt der mittlerweile 4. Longplayer der auf ein Trio geschrumpften finnischen Band APOCALYPTICA, die sich mit ihrem neusten Werk in den Olymp der Musik einspielen dürften!
War schon 'Cult` eine Scheibe mit überwiegend Eigenkompositionen und auch das bis dahin gelungenste Werk der einstigen Metallica-Cover-Band, so finden APOCALYPTICA auf ihrem neuen Album ihren eigenen Stil. Dieser ist zwar unweigerlich mit den Anfangstagen der Band verwoben, aber dies in einer perfekten Harmonie von brachialem Metal und der feinen Schönheit klassischer Musik.
Es gibt so viele Neuerungen, die dem Gesamtwerk endlich die Frische verleihen, die man auf den ersten beiden Alben noch vermisst hat und beim dritten nicht in dieser Perfektion auftraten.
Zum einen wären da die Beteiligten: Wie schon erwähnt, sind nur noch drei der ursprünglichen Formation am Start. Ergo wurden diverse Gast-Musiker zu den Aufnahmen geladen.
Der prominenteste >Neuzugang< dürfte Dave Lombardo(!!!) sein, er malträtiert hauptamtlich die Felle bei keiner geringeren Band denn SLAYER! Einflüsse mögen hier durchaus zu erkennen sein!
Aus dieser Konstellation ergibt sich folgerichtig, dass bei APOCALYPTICA anno 2003 mehr als nur Celli zu hören sind. Als weitere Instrumentation neben den Drums sind Violinen, Double Bass, Piano, ein Cello Orchester und die Trompete(!) dazugekommen. Der Kollege Computer ist, wie beim dritten Album, ebenfalls wieder am Start, allerdings weiterhin sehr dezent!
Nun denn, als absolut Unwürdiger, werde ich mal versuchen, zu beschreiben, was Euch auf diesem olympischen Silberling erwartet:
1. PROLOGUE (APPREHENSION) - Ein schneller Opener mit Midtempo-Einlagen, der schon sehr gut zeigt, wo die Reise hingeht. Die typischen verzerrten Celli, die besonders an E-Gitarren erinnern, bestimmen den Rhythmus und darüber liegt eine eingängige Melodie, die violinartig das Thema des zweiten Songs vorgibt...
2. NO EDUCATION - Variationen des eben beschrieben Themas mit ähnlicher Gestaltung der Instrumentierung. Die Drums fügen sich harmonisch in das Soundgebilde ein und runden das Bild ab. Sie dürften sicher auch alte Fans nicht vergraulen.
3. FARAWAY - Die erste ruhige Nummer, eingeleitet vom Piano. Waren die bisherigen APOCALYPTICA-Balladen immer noch etwas zwiespältig, was den Ruhe-Faktor angeht, so ist dies eine Nummer zum Träumen. Das Stück erinnert zu Beginn ein wenig an ein ruhiges Thema aus „Es war einmal in Amerika". Insgesamt geht es absolut als Filmmusik durch. Der hintere Part wird durch Drums und Synthie noch leicht ins hymnische gesteigert, ohne die Härteschwelle einer Ballade zu überschreiten.
4. SOMEWHERE AROUND NOTHING - Wo nur haben wir die Brachialo-Riffs nur schon mal gehört? Ach ja - Slayer! Ein kurzes stampfendes Intro eröffnet eine typische Nummer, mit abwechselnd schnelleren und midtempo Abschnitten. Die Drums gehen hier schon etwas deutlicher zur Sache und dominieren einen Abschnitt fast.
5. DRIVE - Hieß vor kurzem noch >Driven< und diente in Japan der Reifen-Werbung. Der Song war hierzulande schon auf einem Mercury-Sampler vertreten und dürfte einigen bereits bekannt sein. Auch hier wieder eine eingängige Melodie über einer stampfenden Rhythmus-Sektion.
6. Cohkka - Hier verlassen APOCALYPTICA erstmals deutlicher die gewohnten Pfade und mischen brachiale Riffs mit tieftraurigen Klängen, die zum Teil folkloristisch anmuten. Ich bin mir nicht sicher: Gab es vorher schon einen Song, wo die Celli auch pizziccato gespielt wurden? Hier dürfte es der Fall sein.
7. CONCLUSION - Eine weitere sehr ruhige Nummer. Überwiegt hier eine traurige oder eine hoffnungsvolle Stimmung? Ist filmreif, aber würde auch als russisches Klagelied durchgehen.
8. RESURRECTION - Etwas bestimmter geht es hier voran. Die wunderschöne polyphone Melodie, die über den kräftigen Riffs liegt, darf natürlich auch hier nicht fehlen. Bei diesem Stück, müssen die Celli zeigen, was die Saiten hergeben: Ungeahnte Tonleiter-Regionen werden den Instrumenten entlockt, aber das dürfte für Fans ein alter Hut sein!
9. HEAT - Zu Beginn ein echter Stampfer, man meint zunächst bei einem New-Metal-Verein gelandet zu sein. Doch dann entlarvt eine typische APOCALYPTICA-Melodie, die im folgenden zu einem Rammstein-artigen Riff alterniert, um wen es sich hier handelt.
10. CORTÉGE - Ein seichtes, filigranes Gewebe spinnt ein Cello über einem Riff-Teppich der übrigen Kameraden. Doch die Ruhe täuscht... ein echter Speed-Metal-Kracher folgt, sägen, stampfen - alles was der Mensch braucht... ;-) Allerdings wird das Tempo nicht bis zum Ende durchgehalten. Ein ruhiger Part, der ein wenig an Vangelis erinnert, schließt sich dem Gemetzel an und den Song ab.
11. PANDEMONIUM - Ungewohnte Klänge auch hier gleich zu Beginn. Etwas orientalisches rutscht hier mit rein. Die Rhythmus-Sektion möchte uns einen Marsch vorgaukeln. Die Melodie gleitet des öfteren in ein typisches metalmäßiges E-Gitaren-Solo ab.
12. TOREADOR II - Der absolute Höhepunkt dieses Albums!! Spanische Gitarren und Kastagnetten... ich stelle schon mal die Sangria kalt!

Dieses Werk ist lebendig, wie die aufregendste spanische Fiesta. Bunt wie das Treiben am Strand oder in der Arena. Ein Wunder, wie die Nordlichter diese Stimmung so interessant einfangen können.
Im folgenden mischen sich noch weitere, orientalische mit ins Bild.
Eigentlich ist dieser Song unbeschreiblich: Daher ist er auch mein Anspieltip! Er könnte vielleicht eingefleischte Fans verschrecken, aber auf jeden Fall neue hinzugewinnen!
13. EPILOGUE (RELIEF) - Wer bitte will denn jetzt schon eine Erholung? Nun gut, ein bekanntes Thema findet sich hier wieder. Für einen Epilog sicher nicht überraschend
;-)
Nun denn, es ist geschafft, wer jetzt die Replay-Taste noch nicht gedrückt hat, ist selber schuld und muß zum Player laufen, um von vorne starten zu können!
Diese Veröffentlichung stellt alles in den Schatten! Nicht ein zigster Metal-Klassik-Crossover-Klon ist hier am Start - Nein! Apocalyptica schaffen mit ihrer klassischen Musikausbildung, der ungewohnten und darum umso interessanteren Instrumentenwahl und ihrem melancholischen historischen Background eine Symbiose, die es noch nie gegeben hat. Sie kreieren mit ihren Kompositionen eine mittlerweile so perfekte und neue Soundwelt, die es verdient hat, in den Olymp der Musik aufgenommen zu werden!
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