Kundenrezension

49 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Viel Falsches spannend dargeboten, 26. September 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schlachtbank Düppel: 18. April 1864. Die Geschichte einer Schlacht (Gebundene Ausgabe)
Ich habe das Buch in einem Zug durchgelesen, was dafür spricht, daß es wirklich spannend geschrieben ist. Der Autor ist Journalist und hat eine gute Schreibe, kein Zweifel, jedoch wiegt das die zahlreichen - häufig ärgerlichen - Fehler nicht auf und führt dazu, daß ich das Buch für schlecht halte, denn falsche Behauptungen spannend dargeboten sind doppelt gefährlich, da sie sich umso leichter im Gedächtnis des Leser festsetzen. Historisch ist es stellenweise dermaßen verzeichnet, daß nicht genau gesagt werden kann, liegt es am Autor oder allgemein an mangelnden historischen Kenntnissen in Dänemark. Zum einzelnen:
Der Autor verwechselt an einer Stelle (S. 142) ganz offensichtlich das Paulskirchenparlament in Frankfurt, das nach allgemeinen, freien und geheimen Wahlen zusammengetretene erste demokratische Parlament der Deutschen mit dem Frankfurter Bundestag, wohin die Staaten des Deutschen Bundes ihre Vertreter entsandten.
Er behauptet (S. 143), Friedrich der Große habe die bürokratische Staatsmacht geschaffen, dabei war es natürlich sein Vater Friedrich Wilhelm I.
1806/07 habe es Massendesertionen (S. 143) aus dem preußischen Heer gegeben, was nicht mit den historischen Fakten übereinstimmt.
Preußen sei 1815 gebrochen aus dem Krieg (S. 144) gekommen, das Gegenteil ist aber richtig.
Autor übersieht (S. 144), daß die preußischen Reformen bereits vor 1815 begannen.
Autor weiß nichts (S. 153) von der Bundesexekution 1864, für ihn führten nur Österreich und Preußen Krieg gegen Dänemark. Dabei wurden die Dänen aus Holstein ausschließlich von Truppen aus Sachsen und Hannover unter dem Kommando des sächsischen Generals von Hake vertrieben. Der Aufmarsch zum Krieg sah folgendermaßen aus: Die sächsische Brigade stand bei Boizenburg, die hannoversche Brigade bei Harburg und Lüneburg, die Preußen bei Hagenow und Wittenburg, die Österreicher in Hamburg.
Bismarck wird als Superhirn der europäischen Politik beschrieben: Er habe seit 1862 den Plan verfolgt, Krieg mit Dänemark zu führen. Und er wählte mit 1864 (S. 152, 156) den günstigsten Zeitpunkt zum Kriegsausbruch. Diese These ist von der Forschung längst revidiert. Bismarck agierte nicht, er reagierte auf sich ihm bietende Möglichkeiten - das jedoch dann mit Meisterschaft.
Nach dem Autor (S. 158/59) hat es im 10. Jhdt. "deutsche" Kaiser gegeben, es waren natürlich "römische".
Wenn der Autor dann noch den dänischen Ministerpräsidenten Monrad "manisch-depressiv" und "völlig unzurechnungsfähig" (S. 156) und den Kriegsminister Lundbye als "schwachsinnig" (ebd.) bezeichnet, kann ich ihm - schaut man sich den Unsinn an, den er zu deutschen Geschichte verzapft - nicht recht glauben.
Moltke sei in Holstein geboren worden (S. 163), quasi als dänischer Untertan, weswegen er im dänischen Militär diente. Parchim, sein Geburtsort, liegt aber in Mecklenburg, und er stand in dänischen Diensten, weil weder Mecklenburger noch Preußen großen Bedarf an jungen Offizieren hatten
Am Ende schreibt der Autor (S. 349), daß er sich an die landesüblichen Orts- und Regionalnamen gehalten habe (mit Ausnahme von Kopenhagen, Düppel, Alsen, Fünen), jedoch verwendet er für den Ort Idstedt nördlich von Schleswig, wo am 25. Juli 1850 die Dänen über um ihre Unabhängigkeit kämpfende Schleswig-Holsteiner siegten, konsequent die dänische Schreibweise "Isted". Nur ein Übersetzungsfehler?
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 28.08.2013 11:02:22 GMT+02:00
Hätte mir das Buch als Leseempfehlung "Zum Lesen Empfohlen"von "Geschichte Schleswig-Holstein" fast gekauft. Wenn sich aber solche Fehler im Buch finden, lieber nicht!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.08.2013 16:55:48 GMT+02:00
Albrecht Bär meint:
Da gibt es wirklich bessere Bücher zum Thema, z.B. Ganschow/Haselhorst/Ohnezeit: Der Deutsch-Dänische Krieg. Vorgeschichte, Verlauf, Folgen.
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