Kundenrezension

7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fotografieren ist wie Bogenschießen: Zielen, schiessen, abhauen!, 12. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Sony ILCE3000KB a3000 E-Mount Systemkamera im SLR Gehäuse (20 Megapixel, Exmor APS-C CMOS Sensor, 7,6 cm (3 Zoll) LCD-Display, Live View, Full HD Video) inkl. E 18-55mm OSS Objektiv schwarz (Elektronik)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Während ich selbst in der Vergangenheit bisher ganz wenig Erfahrung mit DSLR-Kameras gesammelt habe, knipse ich mich doch seit einigen Jahren quer durch das Portfolio der verschiedenen Marken und kann zumindest einen ganzen Schwung Systemkamera-Ableger (Samsung NX200, Nikon 1 S1, Panasonic G6) mein Eigen nennen und diese daher unmittelbar mit der Sony ILCE-3000K vergleichen. Gerade fachlich bewege ich mich - noch immer - vermutlich genau auf dem Niveau, welches die verschiedenen Hersteller mit dieser Art der Systemknipsen vorrangig anzusprechen versuchen - d.h. ich bin zu dumm, zu bequem und zu geizig, mir eine vollständige Spiegelreflex-Ausstattung zuzulegen, möchte aber zeitgleich auch nicht auf die Möglichkeit verzichten, zumindest ambitionierte Fotoaufnahmen für den Privatgebrauch zu erstellen. Und genau daraus besteht auch die Mischung, mit der ich mich immer wieder gerne mit neuen Kameras beschäftige und mit viel Ehrgeiz, Elan und natürlich auch einer gewissen Ehrfurcht auseinandersetze.

Die Symbiose zwischen altehrwürdigen DSLR-Geräten und Systemkameras schreitet stetig voran und ist in der Praxis nichts weiter als die Verfeinerung, konsequente Umsetzung und Zusammenführung der Einzelkomponenten "Kompaktkamera, DSLR-Gehäuse & Wechselobjektiv". Im Klartext - auch die ILCE-3000K setzt auf ein vereinfachtes Bedienkonzept unter Verwendung regulärer Sensortechnik und stellt dabei, fernab von den technischen Grundeigenschaften einer Spiegelreflexkamera - zusätzlich die Möglichkeit der Wahl verschiedener Objektive zur Verfügung. Also mehr oder weniger "aufgebohrte" Grundeigenschaften als Zusatzausstattung.

Ich glaube der Lieferumfang der Kamera ist zu vernachlässigen. Neben dem Body & Objektiv findet sich handelsübliches Gedöns wie Ladegerät, USB-Kabel, Software, Umhängeriemen, Anleitung etc. in der Verpackung.

Hardwareeindruck:
Die Sony steckt in einem Spiegelreflex-Kamera Gehäuse, die Haptik und das Handling ist dementsprechend gut. Qualitativ unterscheidet sich die Kamera hier nicht von vergleichbaren Produkten der Konkurrenz. Der Body selbst ist handlich und überraschend leicht, das Objektiv schnell eingedreht und per Entriegelungstaste noch schneller wieder abnehmbar. Tasten und Auslöser sitzen praktisch und vermitteln einen angenehmen, gängigen, usertauglichen Druckpunkt. Das rückseitige LCD-Display sitzt fest und ist (leider) weder schwenk- noch neigbar, dafür hat Sony - Respekt - einen Sucher integriert.

Bedienung:
Erinnert mich ein wenig an learning bei doing, geht aber größtenteils in Ordnung. Jede neue Kamera erfordert mehr oder weniger Einlern - und Eingewöhnungszeit, hier ist auch die ILCE keine herausragende Besonderheit. Die Menüführung ist typisch Sony, d.h. etwas verschachtelt und hintergründig, vollumfassend intuitiv ist vermutlich anders. Das mag man oder mag man nicht und sei an dieser Stelle deshalb nur relativ wertungsfrei erwähnt.

Kamera-User, die sich - wie ich - gerne und oft bei der Fokussierung und Bildauswahl auf das Display verlassen, können mit der Sony problemlos und schnell Freundschaft schließen. Schwieriger ist die Arbeit mit dem Sucher. Ich bin Kontaktlinsenträger und dachte zuerst, meine Linse ist verrutscht, so unscharf wirkt das Bild in Teilbereichen. Und ich mag einen Sprung in der Schüssel haben, aber keinen Knick in der Optik - hier ist die Schärfestellung ein Glücksspiel und Prinzip Zufall. Da hilft mir auch die angebliche 100% Blickfeldabdeckung nicht aus der Patsche.

Technik & Bildqualität:
Man kann bei jeder Kamera seitenweise Ausstattung, Preis und Haptik bewundern - letztlich zählt im Endeffekt nur die tatsächliche Bildqualität. Und auch wenn diese in gewisser Hinsicht zu einem nicht unerheblichen Teil auf das Nutzerverhalten - und Können des jeweiligen Fotografen zurückzuführen ist, muss die entsprechende Hardware eine gute, im Optimalfall perfekte Leistung abliefern. Hier trennt sich ein wenig die Spreu vom Weizen. Gerade bei Tageslichtaufnahmen ist die Bildqualität hervorragend, die Bilder wirken satt, farblich realistisch und scharf.

Dieses Niveau ist bei schwierigen Lichtverhältnissen oder Dämmerung allerdings kaum aufrecht zu erhalten und starkes Bildrauschen z.T. klar sichtbar. Dieser negative Effekt wird durch den sprichwörtlich verbauten und einfach auf den Punkt gebrachten Megapixelwahn von Sony sicherlich auch noch unterstützt, was mir nachhaltig ein Rätsel ist. Das Pressen von 20 Megapixeln auf den damit überforderten Sensor dürfte zudem selbst aus werbestrategischer Sicht langsam überflüssig und sinnlos sein, da diese Art der Kundenakquirierung gegenwärtig kaum noch funktioniert. So wird aus "viel hilft viel" ein klassisches Eigentor.

In Sachen Vollständigkeit. Ja, die Kamera beherrscht natürlich auch die Videoaufnahme. Sogar im echten HD-Format von 1920 x 1080. Soviel zur Theorie, ich persönlich konzentriere mich bei jeder Digitalkamera einzig und allein auf die Fotofunktionen.

Ein endgültiges Fazit fällt mir schwer. Sicherlich bietet dieses neue Einsteiger-System von Sony ambitionierten Hobbyfotografen einen gewissen Kaufreiz. Unter Anwendung der intelligenten Automatik gelingen teils fantastische Fotos, zudem kann wahlweise auf verschiedene Wechselobjektive zurückgegriffen werden und es können erste positive/negative Erfahrungen im Bezug auf "ehrliches" manuelles Fotografieren gesammelt werden. Allerdings sollten hier die nicht zu unterschätzenden Zusatzkosten nicht vergessen werden. Ganz allgemein stellt sich die Frage, inwieweit eine derartige Systemkamera eine wirklich gute Kompaktkamera übertrifft bzw. ob der z.T. geringe Mehrwert in der Fotoqualität die z.T. erheblich höheren Anschaffungspreise rechtfertigt. Insofern ist die Kamera für mich weder Fisch noch Fleisch. In jedem Fall verliert sie im direkten Schlagabtausch mit der von mir geliebten Panasonic Lumix DMC-G6KEG-K Systemkamera (16 Megapixel, 7,6 cm (3 Zoll) Touchscreen, WiFi, NFC) mit Objektiv Lumix G Vario F3,5-5,6/14-42 Asph./OIS schwarz deutlich an Boden, wenngleich dieser Vergleich alleine im Hinblick auf den Kaufpreis sicherlich nicht gerechtfertigt erscheint.

Während die offensichtliche Fehlkonstruktion des Suchers unweigerlich eine Abwertung erfordert ist das Preis/Leistungsverhältnis für das Gebotene, und unter Berücksichtigung der teils tadellosen Fotoqualität, ein deutlicher Pluspunkt. Damit ist eine uneingeschränkte Lobhudelei ausgeschlossen, aber man bewegt sich trotzdem auf einem relativ hohen Niveau, welches sich irgendwo zwischen drei und vier Rezensions-Sternen einpendelt. Und nach dem Motto "im Zweifel für den Angeklagten" wird dann gutmütig aufgerundet.

P.S. Parallel zur Einführung dieser Kamera wächst die Familie der Objektive für das E-Mount-Bajonett. Neben einer günstigen Portrait-Optik mit 50mm Brennweite (SEL-50F18B) wird mit dem SEL-1670Z NEX16-70mm, Zeiss, E-Mount ein Objektiv der Referenzklasse angeboten - welches aber vermutlich eher im professionellen Bereich Anwendung finden wird.
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Kommentare


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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 29.05.2014 17:46:57 GMT+02:00
HDL meint:
Es ist laecherlich, das Rauschverhalten des Sonychips zu kritisieren und dann auf eine Lumix zu verweisen, die einen 4/3rds Sony-chip verwendet, also einen kleineren. Knick in der Optik ? Subjektivitaet. Wir Menschen sind nun mal keine objektiven Beurteiler, ich habe aber gerade drei Tage lang diese Rezensionen studiert und vor 2 Stunden beinahe eine Lumix bestellt. Urspruenglich wollte ich die Sony a 58 oder 65, die im Rauschverhalten recht gute Noten von Semiprofis bekommen. Im vergleich zu Nikanon. Diese hier hat den gleichen Chip wie die 58, das gleiche Objektiv, freilich den schlechteren Sucher. Aber damit sollte ich bei dem Preis leben koennen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.05.2014 18:31:45 GMT+02:00
mdt1900 meint:
Und jetzt? Mein Knick in der Optik mag subjektiv sein, zumindest ist er ehrlich. Wenn die Beurteilung der Fotoqualität, unabhängig vom Gesamtkonzept einer Kamera, nur anhand der technischen Sensor/Chip-Daten erfolgt, ist das Fazit mindestens ebenso angreifbar. Übrigens steht die Sony gerade vor mir, ich nutze Sie immer noch gerne. Nur gibt es bessere Geräte. Darunter die Lumix. Aber jeder soll nach seiner Fàcon glücklich werden.
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