Kundenrezension

15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zubehör für ambitionierte Video-Filmer (Nikon D800E), 8. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ninja 2 (Elektronik)
Seit mehreren Jahren erstelle ich in meiner Freizeit YouTube-Videos und bringe von meinen Reisen neben vielen tausend Fotos mehr und mehr Videomaterial mit nach Hause. Im Jahr 2009 war ich viele Wochen in den USA und konnte mit einer Kompaktkamera in VGA Auflösung "filmen". Ein Jahr später der Aufstieg zu einer Nikon P7000 im Format 720p. Video-Qualität wurde mir immer wichtiger und inzwischen bin ich bei der Nikon D800E, Nikon D7000 und einer Panasonic HC-X909 angekommen.

Seit 2011 entstehen in loser Folge auch Videos und Tutorials zu vielen Themen der Fotografie. Für die ersten Folgen von "Nikon History" habe ich noch die Nikon P7000 verwendet, inzwischen ist es meist ein Mix aus mehreren Kameras mit Multicam-Edit, externem ZOOM H2n Audio-Recorder usw.

Wegen dieser Tutorials habe ich mir den Ninja 2 gekauft. Ich betreibe ihn mit einer SAMSUNG 256GB SSD die ich zwei Jahre zuvor in meinem 17" Mac eingebaut hatte. Dort werkelt jetzt ein 512 GB Pendant und die schon etwas betagte SSD funktioniert ausgezeichnet. Da mein 17" Mac leider keine USB 2.0 Ports hat, gibt es seit einigen Wochen einen neuen Mac mit 15" Retina Display und 512GB SSD und 16GB RAM. Das ist jetzt mein "Hauptrechner" geworden.

Den Ninja 2 habe ich in den letzten Wochen im Rahmen meiner YouTube Serie "Fotoschule für Einsteiger" immer wieder benutzt um den Live-View und die Menüs der Nikon 1, der D800 und anderer Kameras aufzuzeichnen. Alles in allem könnte man das auch mit einer Haupauge PVR erledigen, aber so kann ich einfach die SSD umstecken und bin sofort bereit für den Schnitt mit Final Cut Pro X.

Weil die 256GB SSD trotz Nutzung einer geringeren Qualitätsstufe wie ProRes 422LT immer wieder voll ist, habe ich aus der Kompatibilitätsliste eine 750GB Festplatte von Hitachi ausgesucht. Sie habe es bei amazon für 70 Euro und sie funktioniert sehr gut. Allerdings vibriert damit der Ninja ganz leicht. Hat man ihn oben auf dem Blitzschuh der Kamera montiert lässt es sich mit Stativ und etwas längeren Brennweiten nicht mehr perfekt arbeiten. Daher nutze ich fast ausschließlich die SSD.

Was mir gefällt:

1) Was mir am Atoms Ninja 2 gefällt ist seine Einzigartigkeit. Mit keinem anderen Equipment kann ich auch unterwegs für ein Tutorial aufzeichnen wie ich eine Kamera bediene und schnell die Ergebnisse zeigen.

2) Die Bedienung ist sehr einfach aber man kann auch nur wenig konfigurieren.

3) Die Bildqualität ist in Verbindung mit meiner Nikon D800E sichtbar besser sofern man bewegte Motive aufnimmt oder nur wenig Licht zur Verfügung hat. Dieser Qualitätsvorteil ist nach dem Upload in Richtung YouTube trotz großer 1080p Ausgangsdateien und Uploadzeiten von bis zu 12h für 30 Minuten Videomaterial leider wieder weg. Die YouTube Videoverarbeitung führt eine gnadenlose Kompression durch und man sieht wirklich keinen Unterschied mehr. Im Splitscreen bei speziell ausgesuchten Motiven kann man es manchmal erahnen, aber die Unterschiede sind marginal. Aber dafür kann der Ninja 2 ja nichts. Und dass die Video-Qualität der D800E auch ohne den Ninja sehr gut ist eben auch nicht.

Was mir nicht gefällt:

1) Der Ninja 2 ist nicht billig und er ist auch recht aufwändig produziert, aber das Display ist auf dem Niveau eines TomTom Navigationsgerätes aus dem Jahr 2007. Jedes billige Smartphone hat inzwischen ein Display aus Gorilla-Glas und das hatte ich eigentlich auch erwartet. So war ziemlich enttäuscht als ich die übereinander gelegten Folien sah. Mein erster Gedanke war "Au Backe und das für soviel Geld"

2) Beim Auspacken war ich enttäuscht, dass keinerlei Befestigungsmaterial mitgeliefert wird. Es ist wie bei einer GoPro die nur mit dem Unterwassergehäuse aber ohne jegliche Halter etc. geliefert wird.

3) Die Docking-Station ist billig gemacht und funktioniert nur via USB. Sehr cool wäre eine zweite Station mit Thunderbolt Anschluß. Damit würde es auch gut an meinem etwas älteren aber dennoch top-fitten 17" Mac funktionieren.

4) Der Audio-Eingang braucht sehr hohe Pegel und funktioniert nicht mit einem einfachen Mikrofon. Das ist sehr enttäuschend. Ich hatte gehofft dort ein Mikro einstecken und für eine Tutorial "Live" kommentieren zu können was ich an der Kamera mache. Das Mus ich jetzt mit einem ZOOM H2n parallel aufnehmen und später irgendwie "zusammen fummeln" Leider muss ich es so nennen weil die Synchronisation sehr schwierig ist.

5) Bei der Nutzung für Tutorials werden die Videos in viele kleine Bruchstücke zerteilt. Ist bspw. eine Nikon 1V2 im Live-View nimmt der Ninja 2 alles schön auf, löst man die Kamera aus, wird eine neue Datei begonnen, diese ist aber nur winzig. Sobald die Nikon 1V2 das Bildergebnis anzeigt wird wieder eine neue Datei begonnen, geht sie zurück in den Live-View gibt es wieder eine neue Datei. Das muss man erst einmal verstehen und diese vielen Schnipsel dann zu einem großen Clip zusammenfassen und dann mit dem separaten Ton zusammenführen. Das macht nur wenig Spaß.

6) Es gibt nur eine Batterie und die Qualität des mitgelieferten Ladegerätes ist nur sehr einfach. Ich habe mir via amazon zwei zusätzliche Akkus bestellt, denn besonders wenn man doch mal eine "richtige" Festplatte verwendet ist der Stromverbrauch relativ hoch.

7) Inzwischen habe ich den Ninja mit mehreren Nikon Kameras ausprobiert und festgestellt, das die sehr kurze Kompatibilitätsliste wirklich stimmt. Nur die D800/D800E und die D4 eigenen sich wirklich gut für den Ninja 2. Mit einer Nikon D700 kann man auch mit dem Ninja 2 nicht filmen. Das liegt aber an den Nikon Kameras, sie können eben ein wirklich schönes HDMI Signal nur dann ausgeben wenn man sie Bilder auf einem Fernseher wiedergeben sollen. Und wer will das schon?

8) Es ist gar nicht einfach den Ninja samt Zubehör sinnvoll zu transportieren. Ich habe mir im Baumarkt einen kleinen Werkzeug-Koffer gekauft und das interne Schaumgummi an den Ninja 2 angepasst. Der Deckel ist auch mit Schaumgummi ausgepolstert und so kann man das gute Stück auch transportieren. In einem Fotorucksack würde das Display sicher schnell beschädigt werden.

Mein Fazit:

Für Hobbyfilmer die ein bessere Qualität erreichen wollen ist der Atomos Ninja nur dann sinnvoll wenn sie ihre Videos auf BLU-RAY ausgeben. Sobald das Videosignal stark komprimiert wird (Vimeo, Youtube) ist der schöne Qualitätsvorsprung wieder weg.

Die Benutzung ist umständlich und als Kontrollmonitor ist er zu klein, zu schwer und zu teuer.

Nur sehr wenige "Foto-Kameras" liefern im Live-View ein brauchbares unkomprimiertes HDMI Signal, hier also vor genau auf der Webseite des Herstellers informieren.

Die Folgekosten sind sehr hoch! Zwei 512GB SSD kosten schnell genau soviel wie der Ninja 2. Außerdem braucht man zusätzliche Akkus, diverse Schienen, Schrauben und Gelenke. Das gibt es alles und es ist nicht teuer, aber genau deshalb wäre es schön wenn es dem Gerät beiliegen würde.

Auf meiner nächsten Reise werde ich den Ninja 2 NICHT mitnehmen da die Unterschiede in der Video-Qzalität relativ gering sind und ich im Gegenzug ein weitere Handgepäckstück transportieren muss, noch ein Ladegerät und noch mehr Akkus mit ins Flugzeug nehmen müsste, das will ich alles vermeiden. Ich werde mehrere 64 GB Speicherkarten im CF Format und eine externe 2GB Festplatte einpacken und auch damit viele Stunden Video in guter Qualität aufzeichnen können.

Trotzdem werde ich den Ninja 2 behalten und weiterhin nutzen denn es gibt kein anderes Gerät mit dem ich unterwegs für ein Tutorial die Bedienung einer Kamera in allerfeinster Qualität aufzeichnen könnte. Früher habe ich mit einer Kamera das Display der anderen Kamera abgefilmt, das gehört jetzt der Vergangenheit an.

So gesehen habe ich den Kauf nicht bereut. Wegen der Einschränkungen bei Display und Audio-Input würde ich 4 Sterne vergeben.

Wenn Atomos beim Ninja 3 mit Gorilla-Glas in empfindlichen Mikrofon-Eingang nachbessert gebe ich auch 5 Sterne.

Das kaum Zubehör mitgeliefert wird sollte kein Negativkriterium sein, das kann man sich ja vorher in der Artikelbeschreibung alles durchlesen.

Wer sich zum Kauf des Ninja 2 entschließt sollte vorher unbedingt checken welche Kameras tatsächlich vollständig unterstützt werden.

Sehr cool ist übrigens, dass man die damit aufgezeichneten ProRes-Dateien sofort für den Schnitt mit Final-Cut-Pro X verwenden kann. Ich importiere sie nicht sondern arbeite für den Schnitt direkt auf der SSD die via Docking-Station angeschlossen wird. Blöd ist es allerdings, wenn man Material auf zwei SSDs verteilen musste...

Kurzum: Ein teures Produkt mit Licht und Schatten das man eigentlich nicht wirklich braucht, das aber bei Spezialanwendungen sehr hilfreich sein kann.
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