Kundenrezension

45 von 157 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Gefährliche Botschaft, 10. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: 96 Hours (DVD)
96 Hours ist einer der Filme, die im ersten Moment toll zu Anschauen sind. Die Sympathien sind auf Seiten des Vaters Bryan, dessen Tochter und deren Freundin von skrupelosen Menschenhandler entführt wurde. Daß Logik und Realismus sich mit Actionfilme nicht vertragen ist nichts Neues, stört auch an sich nicht weiter. Im Prinzip wäre dieser Film mit der Stirb Langsam-Reihe zu vergleichen, wären da nicht die gefährlichen Botschaften und die Fülle an (ernstgemeinten) Klischees eingebaut sie mir quer im Magen liegen: Amerikaner sind die Guten, Albaner und Franzosen die Bösen, 17jährige Mädchen naiv, unerfahren und empfänglich für Kerle die nett zu ihnen sind, die Welt ist Böse imd voll von Verbrechern die nur darauf warten Teenager-Mädchen zu verschleppen, Albanien als Land der Menschenhändler und Zwangsprostitution und Polizeibeamten in der höheren Etage machen auch Geschäfte mit Verbrechern, solang das Geld stimmt.

Als ob das alles nicht schlimm genug wäre, wird der Vater, eine lebende Folter- und Killermaschine, als der Gute hingestellt, der Sympathie-Träger. Immerhin wurde seine Tochter entführt und damit darf jegliche Moral über Bord geworfen werden, der Zweck heiligt die Mittel. Es wird gefoltert um an Informationen zum Aufenthaltsort seiner Tochter zu kommen und dennoch wird der Typ trotz erhaltener Informationen im Anschluß umgebracht (Zitat: "Das schützt Dich aber trotzdem nicht"). Ein Anderer wird erstmal mit zig Schüssen niedergestreckt, bevor er überhaupt eine Frage gestellt bekommt und darauf antworten kann und wieder wird nach den erhaltenen Informationen das Werk zu Ende gebracht und der Mann erschossen. Ganz die Politik der USA: erst schiessen und dann schauen ob es überhaupt notwendig bzw. gerechtfertigt war. Eine Killer- und Foltermaschine auf zwei Beinen als sympathischer Held stösst mir einfach gewaltig auf. Es wird nämlich ein ganz wichtiger Aspekt dabei außer Acht gelassen: Bryan geht es nicht um die Machenschaften der Menschenhändler, ihm geht es nicht darum diesen Ring zu zerschlagen und die verschacherten Mädchen aus der Zwangsprostitution zu befreien. Nein, sollen die ruhig machen was sie wollen, es ist ihm scheißegal, aber nicht mit seiner Tochter. Zitat: "Wenn Du meine Tochter jetzt frei lässt, solls das gewesen sein. Ich werde nicht nach Dir suchen, ich werde Dich nicht verfolgen." Daß Amanda, die Freundin seiner Tochter auch entführt wurde spielt für dabei keine Rolle. Wäre seine Tochter frei gekommen, würde er Amanda ohne mit der Wimper zu zucken dem Menschenhändlerring überlassen, was kümmert's ihn?

Ich finde es sehr bedenklich so ein Verhalten als gut und heldenhaft darzustellen! Wenn Gewissenlosigkeit als Moral verkauft wird, obwohl Bryan in seinem Handeln genauso skrupel- und gewissenlos ist wie seine Gegner und alles unter dem Deckmantel "ist doch verständlich, schließlich wurde seine Tochter entführt" verkauft wird.

Lässt man die Story, die Klischees und die Botschaften außen vor, bleibt immer noch ein langweiliger Film über, der handwerklich nichts Neues bietet. Viel Ballerei und handwerkliche Brutalität, einen Sprung von der Brücke auf einen stehenden LKW, eine vorhersehbares Ende... Da hab ich weitaus bessere Actionfilme gesehen, die wenigstens auf fahrende Autos springen, die Raffinesse bieten anstatt plumper Hau Drauf-Szenen.

Alles in allem müsste dieser Film in die Schrottpresse, er versagt auf der ganzen Linie. Nur leider sehen das Viele nicht so und lassen sich von einer gefährlichen Schein-Moral blenden ohne die Oberfläche ein wenig anzukratzen und tiefer in den Film hineinzuschauen...
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Kommentare

Von 6 Kunden verfolgt

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1-10 von 15 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 28.01.2011 15:22:12 GMT+01:00
Ist das nicht etwas melo-dramatisch? In welchem Hollywoodstreifen sind die Amerikaner denn die Bösen? Das sind nunmal meistens Russen, Albaner, Japaner oder sonstige...
Ich denke, Sie verallgemeinern da auch eine ganze Menge, denn aus diesem Film die Botschaft zu entnehmen, 17 jährige Mädchen sind alle naiv, ist an den Haaren herbeigezogen! Ausserdem ist es nicht unüblich, dass die Hauptfiguren und die " Sympathieträger" in Actionfilmen brutal sind...
Aber dafür fand ich die Actionszenen großartig gemacht! Die Kampfszenen sind noch eher realistisch als manch anderer Actionfilm (Transporter, um nur ein Beispiel zu nennen)

Veröffentlicht am 29.01.2011 08:06:59 GMT+01:00
amazon kunde meint:
Ich stimme Ihnen weitgehend zu, hab auch nur einen Stern vergeben. Aber die Beurteilung anderer Leute, ob die sich nun blenden lassen oder einfach nur Spass an gut gemachter Action haben, ist überflüssig und herablassend.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.03.2011 22:14:07 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 26.03.2011 19:30:27 GMT+01:00]

Veröffentlicht am 12.06.2011 16:19:03 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 12.06.2011 16:45:56 GMT+02:00
W. Linneweber meint:
Ich finde Ihre Rezension hilfreich. Steht alles drin, was ich als Interessierter wissen muss. Das von diesem Film propagierte Ausländerbild ist äußerst fragwürdig, damit bin ich auch nicht einverstanden. Allerdings handelt es sich um einen Film (also Fiktion) und darüber hinaus auch um einen guten Action-Film.

Allerdings fallen mir Lücken in Ihrer Argumetation auf. Sie schreiben zum Beispiel, dass Sie es nicht in Ordnung finden, dass sich der Protagonist lediglich um seine Tochter kümmern will. Daraus ergibt sich, dass er sich entweder nur um alle kümmern darf oder um gar keinen, aber nicht exklusiv um nächste Familienangehörige. Natürlich steht die eigene Familie immer vor den anderen - man kann sich ja schließlich nicht um alle kümmern, dass ist Aufgabe von anderen.

Wäre also seine Tochter zu Hause geblieben, dann wäre auch keiner von ihm gefoltert oder getötet worden - was genau das ist, was sie wollen. Somit wäre der Mädchenhändlerring aber aufrecht erhalten geblieben - was sie ja aber eben nicht wollen. Sie müssen sich schon entscheiden :-)

Welchen meinen Sie denn genau "mit zig Schüssen niedergeschossen, dann befragt und dann erschossen"? An den kann ich mich gar nicht erinnern...fragwürdig fand ich viel eher, dass er die Ehefrau des französischen Polizisten niedergeschossen hat - ein Umstand, den Sie bislang nicht bemängelt haben.

17-jährige Mädchen sind empfänglich für Kerle, die nett zu ihnen sind - ziemlich genau wie jeder junge Mensch.

Die meisten der Bösewichte waren bewaffnet, somit darf man sie erschießen. Das hat was mit Notstand bzw. Notwehr zu tun. Ich erschieße den anderen, bevor er mich erschießt. Hätte man in diesem Film zugegebenermaßen stellenweise sicherlich anders lösen können. Das mit der Folter kann natürlich auch diskutiert werden, aber andererseits war Marco aus Tropoje (oder wie das geschrieben wird) ja auch ein schlechter Mensch. Außerdem weiß man überhaupt nicht, ob Marco wirklich stirbt - obwohl es durchaus angedeutet wird. Folter kann vieles sein, für manche Menschen ist das Gefängnis auch Folter. Man kann des weiteren davon ausgehen, dass Marco nicht freiwillig geredet hätte - und der Protagonist stand unter Zeitdruck. Der Film heißt ja hier nicht umsonst 96 hours.

Ein juristisches Nachspiel oder wenigstens die Erwähnung dessen - wenigstens der Form halber - wäre auch für mich durchaus willkommen gewesen, einfach nur damit man sieht, dass man sich nicht einfach so durch Europa metzeln kann. Aber das ist wohl auch nicht so unbedingt der Punkt dieses Films.

Erlauben Sie mir die Frage: was hätten Sie an Stelle des Protagonisten anders gemacht?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.11.2011 21:29:08 GMT+01:00
S., Kay meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Veröffentlicht am 05.09.2012 16:46:08 GMT+02:00
Axel meint:
Da schreibt sich einer den Frust von der Seele!Warum?Weil der gute Mann Den Film nicht von der Realität unterscheiden kann!!
Es ist schon jahrelang bekannt,daß sich die Amis gerne gegen die Franzosen zur Wehr setzen in diversen Filmen!
Der gute Filmemacher mit dem klangvollen Namen Luc Besson ist ... unglaublich:Ein FRANZOSE!
Der Film will gar nich' SOOOOO realistisch sein!
Es ist ein handwerklich sehr guter Actionfilm,der weiß,wie man unterhält!!!
Und scheiß auf die Moral:Knarre zücken und die Luft schön mit Blei füllen!
So muss ein Actionfilm sein:Die scheiß Moral beiseite legen und sich von der Action berieseln lassen!
Ansonsten:Wer auf Moral und den ganzen Kokolores steht ... der sollte in die Kirche gehen und nur noch Heimatfilme ansehen!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.10.2012 09:25:44 GMT+02:00
Mr. Blonde meint:
Verdammt und Halleluja!

Ich finde es generell sinnfrei, in bestimmter Fiktion eine Aussage zu suchen bzw. mit der Moralkeule zu schwingen. Wenn es danach geht, brauchen wir uns nie wieder einen Film anzusehen, in denen Menschen erschossen werden, weil es im Grunde pervers wäre, dass uns sowas Unterhaltung bereitet. Gerade deswegen sollten wir die Fiktion von der Realität trennen und nur da Aussagen suchen, wo es lohnt. In Actionfilmen herscht generell eine eher flache Darstellung von Moral, Werten und Kulturen, aber wieso auch nicht? Für alles andere gibt es Dramen, Dokumentationen usw. In einem Actionfilm soll es schnell zur Sache gehen, es müssen Beweggründe her und die sind meist primitiv oder einfach gestrickt, damit eben jeder reinfinden kann.

Gerade dieses "auf den Punkt" hat "Taken" von so vielen Genreprodukten der letzten Jahre abgehoben. Hier wurde gar nicht erst so getan, als würde es hier um eine großartige Geschichte gehen, Nebenhandlungen, Charakterentwicklung, Moral und Werte usw. sind hier Fehl am Platz, denn ein ehrlicher Actionfilm gibt einfach zu, dass er das alles nicht braucht. Es gibt viele Mainstreamactionfilme, die auf alles und jeden zugeschnitten sind, mit lustigen Späßchen und allerlei Kompromissen ausgestattet, genau das ist "Taken" nicht. Darum kam er wohl auch so gut an, weil er endlich wieder ein waschechter, ehrlicher Actionfilm gewesen ist, ohne den ganzen Quatsch, der gar nicht nötig ist.

Ich fand ihn großartig.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.10.2012 20:23:27 GMT+02:00
Kölner meint:
100% Zustimmung zu einem jeden Satz dieses Beitrags, lieber Axel!!!

Veröffentlicht am 04.12.2012 16:20:42 GMT+01:00
AlphaEtOmega meint:
Moralapostel und Gesellschaftskritiker der einen reinen Actionfim schaut. Dass das nicht zusammenpasst ist klar, schauen Sie doch Rosamunde Pilcher. Vorurteilsfrei und -soviel ich weiß- gewaltfrei. Da können sie dann mit Ihrer Frau zu Händchen halten und Sie sehen vollkomen politisch korrektes fernsehen.
Interessiert es wirklich welche Nationalität die Bösen haben?! Nein!
Darf man als Vater so abgehen?! Nein!
Na und wen interessiert das bein einem Actionfilm mit Ballerei und fliegenden Autos.
Haben sie auch Kritiken zu Rambo geschrieben?! Der geht total gegen Vietnamesen und Russen, total unkorrekt!
usw usw. wchseln Sie das Film Genre, suchen Sie sich was Ihrem Anspruch und Ihrem Verständnis von politisch korrektem Verhalten entspricht. Einen Actionfilm nach solchen Gesichtspunkten zu berwerten halte ich -entschuldigen Sie- für absoluten Schwachsinn.
Um beim Klischee zu bleiben, so ein Moralapostel wie Sie ist typisch deutsch!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.12.2012 16:23:07 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 16.12.2012 22:23:58 GMT+01:00]
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