Kundenrezension

260 von 288 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Spirituell und ermutigend, aber mit zu wenig Substanz, 8. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Blick in die Ewigkeit: Die faszinierende Nahtoderfahrung eines Neurochirurgen (Gebundene Ausgabe)
Es war eine kluge Entscheidung des deutschen Verlags, den Originaltitel "Proof of Heaven" nicht mit "Beweis des Himmels" zu übersetzen. Denn den Anspruch eines "Beweises" erfüllt das Buch nicht. Das liegt zum einen daran, dass der Himmel ein Bereich ist, der nach dem Tod stattfindet. Bei einer Nahtoderfahrung, wie sie der Autor erlebt hat, besteht jedoch immer noch eine Verbindung zur diesseitigen Welt. Tod und Nahtod sind also nicht dasselbe. Deshalb können sich die Erlebniswelten voneinander unterscheiden, ähnlich oder vielleicht sogar gleich sein - Gewissheit gibt es nicht. Zumal der Autor auch schreibt, dass die Nahtoderfahrungen verschiedener Menschen unterschiedlich bzw. individuell ausfallen.

Hinzu kommt, dass ich der Meinung bin, dass die sogenannte wissenschaftliche Beweisführung des Autors keine ist. Eigentlich geht es um etwas anderes: Dr. Eben Alexander zweifelte als Wissenschaftler vor seiner Nahtoderfahrung stark daran, ob es erweiterte Be­wusstseinsphä­no­me­ne wie au­ßer­sinn­li­che Wahr­neh­mung, Psy­cho­ki­ne­se, Hell­sich­tig­keit, Te­le­pa­thie und Vor­aus­wis­sen überhaupt geben könnte. Durch sein Nahtoderlebnis entdeckte Alexander "die un­be­schreibliche Gren­zen­lo­sig­keit und Kom­ple­xi­tät des Uni­ver­sums sowie die Tat­sa­che, dass das Be­wusst­sein die Basis von allem ist, was exis­tiert." Er wendet sich damit gegen sein ehemals eher materiell geprägtes Weltbild, das darauf basiert, dass "die Ma­te­rie die ei­gent­li­che Wirk­lich­keit ist und dass alles an­de­re – Den­ken, Be­wusst­sein, Ideen, Emo­tio­nen, Geist – ein­fach nur Pro­duk­te davon sind."

Alexanders Erfahrungen in der jenseitigen (?) Welt sind positiv und warm beschrieben. Es schreibt von reinem, hellem und manchmal auch goldgesprenkeltem Licht in dessen Mitte sich eine Öffnung auftat. Hinter der Öffnung fühlte er sich "einfach nur geboren" und erlebt eine grüne, üppige und erdähnliche Landschaft unter sich. "Es war die Erde … aber gleich­zei­tig auch nicht", schreibt er. Er flog über Bäume und Fel­der, Flüs­se und Was­ser­fäl­le, hier und da auch über lachende, spielende, singende und tanzende Men­schen. Besonders eindrücklich war für ihn die Begegnung mit einem weiblichen Wesen, mit der er wohl telepathisch kommunizierte. Und es kommt später noch besser: Alexander ist davon überzeugt, dass er direkt mit Gott kom­mu­ni­ziert hat.

Die zentrale Rolle im Buch spielt eine dreiteilige Botschaft, die sich im Inneren von Alexander auftat. Er übersetzte sie im Buch "in die irdische Sprache" wie folgt: »Du wirst für immer zu­tiefst ge­liebt und ge­schätzt.« »Du hast nichts zu be­fürch­ten.« »Du kannst nichts falsch ma­chen.«
An anderer Stelle schreibt er zusammenfassend, dass der Stoff aus dem die an­de­re Di­men­si­on bestehen würde, Liebe und Ak­zep­tanz sei.
Als Hindernis dafür, warum wir Menschen nicht in die höheren Welten vordringen können, macht Alexander das Ge­hirn verantwortlich. Es beschreibt es als eine Art re­du­zie­ren­des Ven­til oder ein Fil­ter, der das grö­ße­re, nicht phy­si­sche Be­wusst­sein, das wir in den nicht kör­per­li­chen Wel­ten be­sit­zen, für die Dauer un­se­res sterb­li­chen Le­bens in sei­ner Ka­pa­zi­tät ein­schränkt.

+++ Mein Fazit: Um im diesseitigen Leben dem wah­ren spi­ri­tu­el­len Selbst (ohne Nahtoderlebnis) näher zu kom­men, empfiehlt Dr. Alexander:
1. Durch Gebet oder Me­di­ta­ti­on tief in sein ei­ge­nes Be­wusst­sein hin­ab­zustei­gen.
2. Liebe und Mit­ge­fühl zu be­kun­den, weil diese beiden Elemente "das ei­gent­li­che Ge­fü­ge des spi­ri­tu­el­len Be­reichs bilden".
Dies ist sicherlich ein wichtiges Plädoyer. Doch für meinen Geschmack sind diese Kernbotschaften, die auch zu häufig wiederholt werden, etwas zu dünn für ein 256 Seiten Werk.
Ich vergebe drei Sterne für ein einerseits positives, ermutigendes Buch, das den ein oder anderen Menschen, der ähnlich gestrickt ist wie der Autor, tief berühren und verändern kann. Die Nahtodschilderungen wecken die Hoffnung, dass der Tod nicht das Ende unserer Existenz ist, weil es ein unsterbliches Bewusstsein (oder eine Seele) gibt bzw. geben könnte. Doch für gläubige Menschen und für Menschen, die ohnehin schon über den Tellerrand des Materiellen und Erfassbaren hinausschauen, ist das alles weder neu noch sehr faszinierend. Auch die (Ver-)Wandlung des (natur-)wissenschaftlich rational geprägten Dr. Eben Alexander fällt relativ soft und nicht wirklich spannend aus. Eher langatmig bzw. wenig überzeugend empfand ich die biografischen bzw. medizinischen und (pseudo)wissenschaftlichen Textpassagen.
- Insgesamt hat man hat man nach dem Lesen den Eindruck, so etwas (ähnliches) auch schon woanders gelesen, gesehen oder gehört. Man fühlt sich allenfalls in seiner Haltung bestärkt, dass es mehr Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, als wir wahrnehmen und mit unseren Gehirnen erforschen können.
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Von 7 Kunden verfolgt

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1-10 von 16 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 08.03.2013 18:36:46 GMT+01:00
molesman meint:
Allein die Erkenntnis oder auch Bereitschaft endlich anzuerkennen dass es mehr zwischen Himmel und Erde gibt als man uns glauben machen mag ist schon bahnbrechend in einer Zeit in der die meisten Menschen nur tumb dem folgen, dass man ihnen vorkaut. Ich empfehle Ihnen und anderen Skeptikern (und Skepsis ist essentiell und wichtig) Vorträge von Dr. Klaus Volkamer, Rupert Sheldrake, Morse. Auch Beiträge zur Reinkarnation sollte man nicht als Nonsens abtun, Frau De Marmels und andere Rückführungstherapeuten haben Menschen Dinge wiedererleben lassen die hieb und stichfest belegen, dass da draußen nicht nur mehr ist, sondern dass wir noch nicht mal die Füße im Meer des Wissens stecken habe. Dumm natürlich für Wissenschaftler die innerhalb einer Karriere von n20-40 Jahren Wissen schaffen sollen. Insofern halte ich es lieber mit Spiritualität: möglich ist alles solange das Gegenteil nicht bewiesen ist. Und bei dem was ich schon erlebte, sah und erfahren durfte, ist der Glauben längst dem Wissen gewichen. :) Alles Liebe.

Veröffentlicht am 04.05.2013 23:57:55 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 05.05.2013 00:00:28 GMT+02:00
BST meint:
@Jürgen "buecherfreund11": Freilich schließt ein akademisches Studium nicht aus, dass ein Mensch dummes Zeug schreibt oder sich inkompetent äußert. Da ich auf der Website des Verlages gelesen habe, dass Eben Alexander über 200 Vorträge auf medizinischen Fachkongressen gehalten hat und Autor oder Mitautor von ca. 150 wissenschaftlichen Artikel ist, erführe ich gleichwohl gerne, welche Ausführungen von Alexander Sie weswegen für pseudowissenschaftlich oder medizinisch wenig überzeugend halten und weshalb Sie sich ein solideres Urteil über medizinische Fragen zutrauen als ein erfahrener Neurochirurg und medizinwissenschaftlicher Autor.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.07.2013 21:44:30 GMT+02:00
Jürgen meint:
@BST: Es ist ein Widerspruch in sich, wenn man versucht, mit einem "herkömmlichem" und sicherlich soliden Erfahrungs- und Wissenshintergrund so eine Nahtoderfahrung zu erklären. Denn einen soliden, wissenschaftlichen Beweis kann es bei Themen, die sich im wissenschaftlichen, psychologischen und mysthischen Grenzbereich abspielen, nicht geben - und darauf bezieht sich meine Bemerkung mit "pseudowissenschaftlich". Letztlich ist es meiner Meinung nach immer eine Frage des Glaubens, ob es z. B. ein Leben nach dem Tod tatsächlich gibt und wie es aussieht.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.10.2013 00:21:51 GMT+02:00
S. Gabriel meint:
Die Relativitätstheorie ist nicht eindeutig beweisbar. Ist sie deswegen unwissenschaftlich? Wie sieht es aus mit den Geisteswissenschaften, die sich mit naturwissenschaftlich nicht fassbaren Themen beschäftigen? Es sind dennoch Wissenschaften und nicht "Pseudowissenschaften". Theoretisch gibt es keinen zwingenden Beweis dafür, dass außerhalb meines Geistes überhaupt etwas existiert. Es könnte alles eine Illusion sein. Ist also alles eine Frage des Glaubens? Man sollte wohl vorsichtig umgehen mit derartig abschmetternden Worten...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.11.2013 20:06:49 GMT+01:00
Jürgen meint:
@ S. Gabriel:
An wissenschaftliche Theorien/Hypothesen/Arbeiten werden bestimmte Maßstäbe angelegt, die je nach Fachgebiet unterschiedlich sind. Ob die dargelegten Beweise dann tatsächlich auch über Jahrzente hinweg stand halten, ist eine andere Sache. Denn mit immer modernen Technologien (Satelliten, Computern etc.) ergeben sich im naturwissenschaftlichen Bereich neue Möglichkeiten, die auch vor einer Relativitätstheorie nicht Halt machen.
Dr. Alexanders Buch ist (aus meiner Sicht) definitv kein wissenschaftliches Buch. Das ist ja auch nichts Verwerfliches - im Gegenteil! Es gibt, wie ich geschrieben habe, viele Dinge zwischen Himmel und Erde, die sich nicht wissenschaftlich beweisen lassen, aber dennoch "wahr", "real" oder "faszinierend" sein können. Ich finde es allerdings höchst problematisch, wenn manche Menschen/Autoren mit Gewalt versuchen, derartige Themen in einen wissenschaftlichen Rahmen zu zwingen und (unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten) daran scheitern. Denn darunter leidet letztlich die Glaubwürdigkeit.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.11.2013 21:17:14 GMT+01:00
S. Gabriel meint:
Natürlich. Die potenzielle Widerlegbarkeit der Relativitätstheorie macht sie ja erst wissenschaftlich brauchbar.
Ich halte das Buch insgesamt auch nicht für wissenschaftlich. Unter Berücksichtigung, dass der Autor von der unwissenschaftlichen These ausgeht, dass sein "Erlebnis" real war, dann finde ich seine weitere gedankliche Vorgehensweise (natürlich abgesehen von den vielen gefühlsduseligen Passagen) doch noch erstaunlich rational.
Ich würde mir wünschen, dass derartige Themen nicht generell von den Wissenschaften so verpönt wären. (Ein positives Beispiel, falls es jemanden interessiert: die Beschäftigung Sam Parnias mit Nahtod-Erfahrungen)
Wobei ich natürlich zugeben muss, dass ich ja natürlich nicht wissen kann, was du mit "pseudo(wissenschaftlich)" nun eigentlich genau gemeint hast.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.12.2013 09:01:30 GMT+01:00
Faramira meint:
"Mit zu wenig Substanz??" - Er wird Jahre brauchen, bis er das Erlebte zuordnen kann. Jürgen-Bücherfreund vermittelt sein Wissen, dass er sich aus Büchern angeeignet hat, nicht aus einer Erfahrung selbst. Jürgen-Bücherfreund ist eine Leseratte und erobert mit Worten. Seine Worte sind allerdings sehr autoritär gewählt, kein sowohl als auch, wenig liebevolles Aufmerken zu Empfindungen nicht ganz allgemeiner Natur! Dr. Eben Alexander ist aufgrund seiner Körperbeherrschung, die er als Arzt und Fallschirmspringen haben muss sehr wohl in der Lage, Dinge zu reflektieren, die sein ganzes Wesen in Anspruch nehmen und damit auch das Wesen emotional aufgeschlossener Menschen. Festgefahrene Meinungen lösen in mir ein Unwohlsein aus, im Gegensatz zu der erhellenden aussichtsreichen Schilderung von Dr. Eben Alexander. "Feel more - think less!"

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.12.2013 23:42:27 GMT+01:00
BST meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.12.2013 23:50:05 GMT+01:00
Faramira meint:
Okay!

Veröffentlicht am 09.01.2014 19:21:46 GMT+01:00
Vielleser meint:
Wenn ich recht verstanden habe, ist das Besondere an der Nahtoderfahrung von Eben Alexander, dass sein gesamter Neocortex bereits zersetzt und deshalb ausgefallen war und damit alles, was den Menschen vom Tier unterscheidet, außer Funktion war. Und auch die darunter liegenden Hirnbereiche waren bereits beeinträchtigt, was man an den "toten Augen" festmachen kann. Damit hat seine NTE eine ganz andere Qualität als andere NTE, bei denen von Wissenschaftlern immer damit argumentiert wurde, dass das Gehirn den Betroffenen irregeführt und ein Schnäppchen geschlagen hat. Deshalb verstehe ich diese Kritik nicht...
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