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Kundenrezension

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Temporeiche Actionkomodie mit einem Hauch Steampunk aber schwachem Gegenspieler, 8. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Sherlock Holmes: Spiel im Schatten (DVD)
Temporeiche und spannende Unterhaltung bietet auch der zweite Film um die Hauptfigur der Arthur Conan Doyle Romane, Sherlock Holmes, abermals brillant gespielt von Robert Downey Jr.

Witzige Dialoge zwischen Holmes und seinem eher erdverbundenen Freund Dr. Watson machen den Film zu einem vergnüglichen Spektakel. Besonders komisch: die Möbel-Mimese, mit der Sherlock Holmes seinen Partner mehrfach in viktorianischen Wohnzimmern foppt.

Ein wesentlicher Grund, warum mir sowohl der erste als auch dieser Sherlock Holmes Film so gut gefallen haben, waren die Denkweisen, Technologien und Erfindungen des Zwanzigsten Jahrhunderts, die hier und da mit dem viktorianischen Umfeld verwoben sind. Historisch zwar vollkommen inkorrekt bekommen beide Filme dadurch aber einen Hauch vom so genannten "Steampunk".

Leider haben mich zwei Aspekte des Films dann doch enttäuscht, wofür ich jeweils einen Punkt in der Bewertung abziehen muss:

Wie oben schon erwähnt, lässt das bald beginnende 20. Jahrhundert im Film seine Tür einen Spalt weit offen und die Charaktere einen Blick werfen auf die schrecklichste Fratze des Modernismus, auf den schaurigsten Leviathan der Industrialisierung: den modernen Massenkrieg, der mit seinen Vernichtungswaffen, den Geschützen und Haubitzen, in den Schützengräben den tausendfachen Tod im Sekundenrhythmus bringen wird. Dessen Giftgase an allen Fronten unvorstellbares Leid und namenlosen Horror bringen werden.

Das hätte man die Charaktere spüren lassen und damit einen Moment des subtilen Grauens schaffen können, der dem Thema angemessen wäre. Leider kommt dies dann doch wesentlich banaler daher. Zum einen, weil die Waffenfabriken und Fließbänder des Grauens dann doch nur als Kulisse für eine actiongetriebene Handlung herhalten müssen. Zum Anderen, weil der Antagonist Professor Moriarty überhaupt nichts von einem diabolisch getriebenen, größenwahnsinnigen Genie hat, sondern sich als banaler Kriegsgewinnler entpuppt, dem es lediglich um den schnöden Mammon geht.

Hier, am lachhaft schwachen Gegenspieler, der eher als Hanswurst, denn als Holmes ebenbürtig oder gar überlegen daherkommt, scheitert der Film. Sehr schade.

Fazit dennoch: Ein temporeicher und spannender viktorianischer Actionfilm. Durchaus sehenswert, allerdings mit einem schwachen und wenig überzeugenden Gegenspieler.
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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 12.02.2013 01:58:32 GMT+01:00
Monty Burns meint:
Hallo Jürgen Osterberg!

Sehr schöne Rezension, der ich weitestgehend zustimme. Danke auch für den Begriff "Steampunk", der mir noch nicht geläufig war, aber hier wirklich sehr zutreffend ist. Etwas anderer Meinung bin ich nur bezüglich Moriarty. Zwar ist er bei Arthur Conan Doyle sicherlich anders gedacht, mir gefällt es aber gerade, dass er nicht einfach eines dieser abgehobenen Genies des Bösen ist, sondern ein Mann mit ganz profanen, materialistischen Beweggründen. Denn das verleiht ihm doch gerade Realitätsbezug und Aktualität, und damit viel mehr Relevanz. Allerdings muss ich zustimmen, dass er dabei nicht bedrohlich genug wirkt. Vielleicht war die Besetzung ungeschickt. Etwas mehr Arroganz, Blasiertheit, Eitelkeit, menschliche Kälte - irgend sowas fehlte ein wenig.

Dennoch, bemerkenswert wie anspielungsreich dieser Film trotz seiner scheinbaren (und ein bisschen auch tatsächlichen) Oberflächlichkeit ist.

Gruß, M.B.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.02.2013 14:18:41 GMT+01:00
Hallo, M.Bähre,

danke für den freundlichen Kommentar. Meine Sicht auf Moriarty ist im wesentlichen geprägt durch die Original-Geschichten von A.C. Doyle, so wie ein wenig durch die STNG Folgen, in denen der Holodeck-Computer einen Gegner erzeugt, der dem Androiden Data "ebenbürtig ist" :-)

Vermutlich ist es unsere Erwartung an unterhaltsame und gute Fiktion (zumindest meine ist es), dass nicht nur die Helden, sondern auch die Bösewichter überzeichnet sind. So wie z.B. Thomas Harris im Charakter von Dr. Hannibal Lecter verschiedene Psychopathen und Serienkiller vereint hat.

In der Realität tun die Bösen schreckliche und furchtbare Dinge, sind aber als Personen oftmals nur allerhöchstens mittelmäßige Hanswurste.

Hier passt zum Schluss ganz gut ein Zitat von Hannah Arendt (ich hab den Sukowa-Film noch nicht gesehen, steht aber definitiv auf meiner Liste):

»Das Böse ist immer nur extrem, aber niemals radikal, es hat keine Tiefe, auch keine Dämonie. [...] Tief aber und radikal ist immer nur das Gute.«

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.02.2013 17:21:30 GMT+01:00
Monty Burns meint:
Hallo Jürgen Osterberg!

Interessantes Zitat über das ich erst noch ausgiebig nachdenken muss. Aber im Prinzip scheint es meine Haltung zu diesem Thema ganz gut zu treffen. Das was wir gewöhnlich als "Das Böse" bezeichnen fußt sicher in der Regel auf allzu menschlichen, um nicht zu sagen tierischen, Trieben und Bedürfnissen - ganz profan. Das Böse ist insofern wohl auch immer kurzfristig gesehen die bequemere Lösung. Das Gute hingegen erfordert Anstrengung, Selbstüberwindung, ein Stück Selbstlosigkeit - ein hohes Ziel. Allerdings auch nachhaltiger. Verkompliziert wird das alles natürlich dadurch, dass die totale Negation der Triebe und Bedürfnisse letztlich auch nicht gut sein kann. Worin wohl das Scheitern des Katholizismus begründet liegt. Oder um mit William von Baskerville (und ich glaube Kant) zu sprechen: "Wer seine Triebe beherrschen will muss erst lernen ihnen zu gehorchen."

Aber davon mal abgesehen finde ich auch, dass diesem Moriarty ein wenig das tief beunruhigende fehlt. Ich habe zwar diese klassischen Vincent-Price-Bösewichte, die böse sind um des Bösen willen, nie richtig gemocht, aber auf den Punkt gebracht, mit etwas mehr Format, hätte ich gerade Moriarty auch schon gern gesehen. Hier ist der Vergleich mit Hannibal Lecter durchaus treffend. Denn eine Erzählung und damit auch ein Film ist ja kein Abbild der Realität, sondern eine Reflektion darüber.

Gruß, M.B.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.02.2013 21:05:21 GMT+01:00
"Das Böse ist insofern wohl auch immer kurzfristig gesehen die bequemere Lösung. Das Gute hingegen erfordert Anstrengung, Selbstüberwindung, ein Stück Selbstlosigkeit - ein hohes Ziel." – als Physiker klingt das für mich auf Anhieb nach dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik. Auf die Zusammenhänge zwischen Entropy/Chaos und dem Bösen sind aber sicherlich schon andere gekommen (insbesondere, wenn ich mir so den ein oder anderen Mephisto-Monolog aus dem Faust vergegenwärtige).

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.02.2013 10:57:01 GMT+01:00
Monty Burns meint:
Interessant was Sie da schreiben. Ich denke schon seit längerem, dass auch Ethik den Regeln der Kausalität folgt bzw. folgen könnte und man deshalb keine Religion als Wertesystem bräuchte. Das haben ganz sicher schon manche anderen vor mir gedacht (mein altes Problem - ging mir schon so als ich das Rad erfand). Es zu beweisen und schlüssig zu erklären erweist sich dann allerdings doch als schwierig.

Der Mephisto-Monolog ist übrigens auch eines meiner liebsten Zitate, das ich stets verwende wenn ich mein Umfeld mit meinen Philosophien über Ethik und das Nichts traktiere. Großartiges Werk dieser "Faust"!
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