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3.0 von 5 Sternen Zwei etwas schräge Filme, 26. Oktober 2012
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Rezension bezieht sich auf: AFTER.LIFE & Jobkiller - 2 Spielfilme auf DVD aus TV Movie (DVD)
Wie in letzter Zeit üblich, präsentiert TV-Movie wieder einmal zwei Kinofilme auf einer Scheibe. Die Kritiken folgen im Einzelnen:

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Jobkiller
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Human Resources

"Jobkiller" reiht sich würdig ein in die lange Tradition vergeigter deutscher Filmtitel - sehr viel gelungener spielen da der französische Titel "Ressources humaines" oder auch der entsprechende englische Titel "Human Resources" auf den skurrilen Inhalt dieses 2005 von Costa-Favras inszenierten Films an - leider waren diese Titel schon für den französichen Vorgänger verwendet worden. Im Kino lief dieser Beitrag zur Globalisierung jedenfalls unter dem Titel "Die Axt".

Bruno Davert (José Garcia, 44) wird nach vielen Berufsjahren im Rahmen einer Übernahme wegrationalisiert. Glücklicherweise findet sich bei den väterlichen Kriegsutensilien noch ein Meuchelpuffer. Der kommt ihm gerade zurecht; zum Schein schreibt er eine ähnliche Stelle aus und beginnt, die aussichtsreicheren Bewerber systematisch und im Sinne des Wortes auszusortieren. Zu guter Letzt heizt er noch dem aktuellen Inhaber der Traumstelle energisch ein...

Das alles klingt ganz flott, aber leider will der Film überhaupt nicht enden - da retten einen auch einige kleine, witzige Momente nicht aus der Langeweile. Irgendwann schleppt man sich nur noch unwillig durch die ewigen Jagdgründe des arbeitssüchtigen Spießers und hofft, dass doch endlich so etwas wie eine Pointe den Film rettet. Aber wie es so geht: die Hoffnung stirbt zuletzt...

Im Original 122 Minuten im Format 1,85:1 auf 35 mm, Dolby Digital. (IMDB)

film-jury 2* A1065 26.10.2012eg Genre: Komödie | Krimi | Drama | Thriller

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After Life
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Kluger Film über das Thema Nummer Null, 26. Oktober 2012

Ich kann verstehen, dass bei diesem Film die Ansichten auseinandergehen - aber ich habe ihn mir mit Interesse angeschaut, stellenweise auch Spannung empfunden, einiges über die Präparation von Leichen gelernt und schließlich auch die schöne Philosophie entdeckt, die die Filmemacherin mit dem unaussprechlichen Namen zu ihrer Arbeit inspiriert haben dürfte:

Wann ist man wirklich gestorben? Nach der ersten Enttäuschung, nach dem ersten Verleugnung seines Charakters, nach der Aufgabe des letzten Traumes? Oder erst, wenn der Deckel drauf ist?

Fast unmerklich schleicht sich die Handlung des 2009 von der in Warschau geborenen Agnieszka Wojtowicz-Vosloo (34) geschriebenen und realisierten Films "After Life" an diese Pointe heran.

Die attraktive Lehrerin Anne Taylor (Christina Ricci, 29) hat die leider nicht allzu seltene Macke, sich Enttäuschungen zu ersparen, indem sie keine Liebe zulässt; ein besonders tragischer Fall von weiblicher Logik, denn wie kann man sich über den möglichen Verlust eines Glücks Sorgen machen, auf das man ohnedies verzichtet hat? Und, wie es die berühmte Ironie des Schicksals so will: ihre überstürzte Flucht vor dem geplanten Heiratsantrag des Freundes endet mit einem tödlichen Unfall. Jedenfalls denken das alle...

Denn eiskalt erhebt sich die angeblich Tote in der Leichenhalle des Beerdigungsunternehmers Eliot Deacon (Liam Neeson, 57) von der Liege und versucht, den Bestatter davon zu überzeugen, dass sie nicht tot sei.

Womit man genau beim Sujet des Films angelangt wäre. Wer ist unter welchen Umständen tot? Besorgt der - wie man aus "96 Hours" weiß - gnadenlos gefährliche Liam Neeson bei Halbtoten den Rest? Oder gibt es wirklich einen Zwischenstop zwischen klinisch tot und beerdigt, in dem begnadete Menschen noch mit den Zombies diskutieren können? Und was bedeutet überhaupt tot? Womit wir natürlich wieder bei der Eingangsfrage wären: Warum leben wir überhaupt - und warum wollen wir nicht sterben, wenn wir sowieso nicht leben?

Nicht lieben können, aber Angst vor dem Verlust haben? Nicht zu leben verstehen, aber den Tod fürchten? Mit solch schönen, parallelen Paradoxen reizt uns die junge, aber schon reichlich preisgekrönte polnische Filmemacherin, auch ein wenig über unsere eigene Einstellung zu Leben und Liebe nachzudenken.

Ein weiteres, fast noch packenderes Rätsel dieses merkwürdigen Films bildete für mich die Frage, ob Christina Ricci mit schwarzen, roten oder blonden Haaren am schärfsten aussieht - ein Thema, das wohl mancher Mann mit dieser 1,58 m kleinen Power-Frau gerne persönlich ausführlich eruieren würde. Aber auch Liam Neeson, dessen Kraft sprichwörtlich in der Ruhe liegt, gefällt vorzüglich - wobei die beiden schon aufgrund ihres gewaltigen Größenunterschiedes ein bemerkenswertes Duo abgeben.

Der besondere Reiz dieses ersten und erfreulich intelligenten Langfilms der Regisseurin liegt darin, dass er nicht so leicht einzuordnen ist - sogar die Handlung entzieht sich gekonnt eindeutigen Interpretationen. Aber gerade das, was an dieser Kunstform interessant ist, gefällt der Masse eher weniger:

Denn das gleiche Publikum, das immer beklagt, dass den Filmemachern angeblich nichts mehr einfiele, möchte in Wahrheit natürlich am liebsten immer die gleichen Geschichten sehen. Nicht zuletzt erkennt man das an dem Heer der Genre-Süchtigen.

Sie sehen auch mal gerne etwas ganz Anderes? Dann schauen Sie sich "After Life" doch einfach mal an, denn dieser Film ist schon ungewöhnlich.

Vergessen Sie den Schwachsinn von "Mystery-Thriller mit Horrorelementen", der auf meiner TV-Movie DVD die geistige Armut einfach gestrickter Redakteure bezeugt, die erst mit einem Vorurteil an den Film gehen, dann genau das dort nicht finden und dafür den Film verantwortlich machen statt den Schneckentakt der eigenen CPU.

Nein - After Life lässt sich nicht in Schubladen wegstopfen. Wenigstens fügen die IMDB-Leute noch "Drama" zu den Genres, und ungefähr da liegt der Streifen auch - wobei durchaus auch komische Elemente aufzuspüren sind, ein wenig Ironie und Gesellschaftskritik, aber auch ein paar bittere Tropfen Lebensphilosophie.

Im Original 104 Minuten im Format 2,35:1 auf 35 mm Film, Digital Intermediate, DD (IMDB/Abspann)

"Deine Augen machen Blink-Blink, und alles ist vergessen." (Peter Fox)
"Ein schönes Leben noch!" (abgeblitzter Bettler am St. Johanner Markt, Saarbrücken)

film-jury 4* A1063 26.10.2012eg Genre: Drama | Horror | Mystery | Thriller

Christina Ricci (* 12. Februar 1980 in Santa Monica, Kalifornien)
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1990 3* A0000 Meerjungfrauen küssen besser
....... R: Richard Benjamin D: Cher, Bob Hoskins, Wiona Ryder
1999 2* A0000 Sleepy Hollow - Köpfe werden rollen
....... R: Tim Burton D: Johnny D*pp, Christina Ricci, Miranda Richardson
2009 4* A1063 After Life
....... RB: Agnieszka Wojtowicz-Vosloo D: Christina Ricci, Liam Neeson
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Gesamtbeurteilung:

Beide Filme entsprechen eher einer originellen Machart und könnten Filmfreunden gefallen, die gelegentlich einfach mal etwas anderes sehen möchten. Jobkiller fand ich ein wenig langatmig, After Life dagegen ausgesprochen anregend.

film-jury 3* A1066 © 26.10.2012eg
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