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Schöne Fortsetzung,
6. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Nachtseelen: Roman (Taschenbuch)
Nachtseelen ist die Fortsetzung von Schattenseelen, und weil dieser mir so gut gefiel, musste natürlich auch der zweite Teil in mein Bücherregal.
Um es vorweg zu nehmen: Auch den dritten, Hexenseelen, habe ich vorbestellt, kaum das Teil zwei gelesen war.
Nachtseelen handelt in erster Linie von der Alba, einer sympathischen jungen Frau, die sich ein wenig verloren von anderen durch ihr Leben führen lässt. Albträume verfolgen Alba, außerdem führt sie eine von ihrer Seite aus nicht sehr glückliche Beziehung und hat einen Sprachfehler, weshalb sie nicht mehr spricht. Ihr Leben gerät in Aufregung als ihr Opa stirbt und sie auf dessen Beerdigung einen jungen Mann kennen lernt: Finn, den sympathischen Metamorphen, den wir schon aus Schattenseelen kennen. Finn hat selbst einen Haufen von Problemen, denn er akzeptiert es nicht, der Königin der Metamorphe willenlos zu gehorchen, wodurch er ihren Zorn weckt. Sein Seelentier ist ein Vogel und er hat zu allem Überfluss eine Vogelphobie.
Im weiteren Verlauf tauchen dann auch Adrian und Evelyn, die Helden des ersten Teils, wieder auf.
Man kann Nachtseelen sicher verstehen ohne Schattenseelen zu kennen, da die wichtigsten Infos wiederholt werden, aber ich würde trotzdem raten, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, um Evelyn, Linnea, Adrian und Finn besser zu verstehen.
Was an der Reihe der Autorin besonders ins Auge sticht ist die Vielschichtigkeit der Charaktere. Olga Krouk gönnt auch den Bösewichten liebenswürdige Facetten und glaubwürdige Motive, ebenso bekommen 'die Guten' ihre Ecken und Kanten und handeln längst nicht immer heroisch und edel.
Die Geschichte empfand ich diesmal gradliniger als in Schattenseelen. Ich möchte es nicht vorhersehbarer nennen, aber in jedem Fall leichter verständlich. Musste man im ersten Teil noch ständig mitdenken, um Zusammenhänge zu kombinieren, lässt sich der zweite bequemer lesen. Trotzdem bleiben dem Leser ausreichend Möglichkeiten zu rätseln, denn längst nicht alles wird aufgeklärt und die Autorin legt subtil und mit Bedacht Spuren, mit denen der Leser die Lösungen selbst finden kann.
Der Schluss ist diesmal ein wirklich böser Cliffhanger und mal wieder nichts für schwache Nerven.
Der Schreibstil ist wie gewöhnt lässig und voll bissigem Humor. Gestört haben mich zwei Kleinigkeiten:
Manchmal nervten mich Albas gedachte Kommentare im Fließtext. Zwar zeigt das Albas trockenen Humor und ihre Ironie, aber es wurde mir manchmal zu viel dieser Kommentare, besonders wenn sie in gefährlichen Situationen kam.
Zudem empfand ich die Dialoge hin und wieder als hölzern und etwas emotionslos. Die Charaktere standen an einer Stelle z.B. in einer Extremsituation, hatten durch einen Brand sogar ein Mitglied ihrer Gruppe verloren und redeten daher, als säßen sie beim Kaffeekränzchen.
Alles in allem wieder gute 4 Punkte für einen zweiten Teil, der andere Prioritäten hat als der erste. Mehr Gefühl, weniger Grusel, aber in jedem Fall lesenswert. Wie gut, dass der dritte schon im Dezember erscheint.
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