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Kundenrezension

30 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kopfarbeiter schreibt über Handwerker, 29. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Handwerk (Gebundene Ausgabe)
"Ich bin Handwerker", betont mein Grafiker immer wieder. Und er hat wohl Recht, obwohl er vorwiegend Befehle an die Software eines Rechners erteilt. "Ich bin Handwerker", sagt mein Kollege, der soeben einen modernen Sportwagen an das Analysegerät anschliesst, bevor er sich dann unter das Auto legt. Und ich bin Handwerker, erzähle ich mir auch oft selbst, wenn ich an einem Fünfzeiler herumbastle, der auf einem Plakat für Aufmerksamkeit sorgen soll. Richard Sennett sieht sich als Kopfarbeiter, der uns Kultursoziologie näher bringen will. Und das macht er oft auf so spannende und verblüffende Art, dass seine Bücher zu Bestsellern werden. Doch sein neustes Werk hat mich eher enttäuscht. Nicht weil es langweilig oder holperig verfasst worden wäre, sondern weil aus ihm ein Kulturpessimismus spricht, mit dem ich immer weniger anfangen kann. Denn mich interessiert mehr, was sich aus gegebenen Umständen herausholen lässt oder wie das Gegenwärtige aus dem Vergangenen heraus entstanden ist. Doch der Blick von Richard Sennett ist zunehmend rückwärts gerichtet. Und daher lese ich zwischen den Zeilen immer wieder von der guten alten Zeit.

Wieso ich dem Buch trotz etlicher Schwierigkeiten bei der Lektüre vier Sterne zubillige hat einen einfachen Grund. Richard Sennett ist eben ein so scharfsinniger Beobachter, dass er mich immer wieder auf Dinge und Zusammenhänge aufmerksam macht, die ich bei anderen Autoren nicht finde. Kurz: Er ermöglicht mir Entdeckungen. Und seine gegenteiligen Meinungen formuliert er so, dass sie Bilder ergeben und Zweifel wecken. Wer allerdings diesen Lesemomenten nicht so grosse Bedeutung beimisst und ein moderneres Bild handwerklichen Tuns hat, wird vom neusten Buch Sennetts eher enttäuscht sein. Irgendwo las ich, dass der Autor in einem Interview sagte, er habe ein positives Werk schreiben wollen. Das ist ihm nach meiner Ansicht nicht geglückt.

Mein Fazit: Das neuste Buch von Richard Sennett hinterliess bei mir einen zwiespältigen Eindruck. Viele seiner Thesen und Ansichten überzeugten mich nicht. Vor allem weil sie auf einem Weltbild beruhen, das die reale Arbeitswelt schlecht widerspiegelt und in vielen Aspekten einem Idealismus huldigt, von dem sich Handwerker aus den verschiedensten Gründen grösstenteils verabschiedet haben. Empfehlen möchte ich das Buch nur Lesern, die sich an einem rückwärts gewandten Blick nicht stören und genügend Stehvermögen haben, aus über 400 Seiten die inhaltlichen und formalen Perlen herauszufischen.
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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 06.10.2010 00:05:44 GMT+02:00
M. Kokoschka meint:
wer erwartet von einem werbetexter, erhellung unseres gegenwärtigen tuns? ich jedenfalls nicht. wer darauf gedrillt ist, vorgegebene zwecke sprachlich zu bedienen, dem kann es doch nicht um wahrheit gehen, er ist per se affirmativ. deshalb ist mir ihre rezension wurscht.

Veröffentlicht am 22.03.2014 21:55:27 GMT+01:00
Killer1957 meint:
Was ist an einem "rückwärtsgewandten Blick" -per se- problematisch? Das er-klären Sie nicht.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.03.2015 08:15:42 GMT+01:00
Eiermann meint:
"wer erwartet von einem werbetexter, erhellung unseres gegenwärtigen tuns?"

Martin Suter war Werbetexter, und ein sehr guter dazu. Franz Kafka verfasste u. a. als „Versicherungsschriftsteller“ Beiträge für die jährlich erscheinenden Rechenschaftsberichte und hat somit auch "vorgegebene Zwecke sprachlich bedient". Und es ließen sich sicher mehr Beispiele für namhafte Schriftsteller finden, die ihr Geld zeitweise mit Auftragsarbeiten verdient haben. Wo also liegt Ihr Problem? Ach ja, ich vergaß: Werbung ist ja grundsätzlich vom Bösen.
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