Kundenrezension

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schwächelnde Blu-ray-Umsetzung in Bild & Ton, aber gute Extras, 10. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Carrie - Des Satans jüngste Tochter [Blu-ray] (Blu-ray)
--- Inhalt ---

Die junge Carrie White (Sissy Spacek) führt ein sehr tristes Leben: In der Schule wird sie von ihren Mitschülern (u.a. von John Travolta verkörpert) gemobbt und daheim lebt sie unter der Fuchtel ihrer christlich-fanatischen Mutter (Piper Laurie), die versucht ihre Tochter vor fleischlichen Sünden fernzuhalten.
Eines Tages entdeckt die Teenagerin, dass sie mittels ihres Verstandes Dinge bewegen kann. Fortan versucht sie, ihre Kräfte unter Kontrolle zu bekommen.
Bei der Abschlussfeier hilft ihr der gute Menschenverstand nicht mehr. Sie wird Opfer eines üblen Streiches und will daraufhin die Welt untergehen sehen. Dass Carries Pein aber nicht mit einem Zusammenbruch, sondern mit einem Blutbad endet, hätte wahrscheinlich niemand erahnen können...

--- Kritik ---

CARRIE - DES SATANS JÜNGSTE TOCHTER gilt als eine der einflussreichsten Horrorgeschichten, die Stephen King je geschrieben hat. Ich habe die Romanvorlage bis dato noch nicht gelesen, kann mir aber gut vorstellen, dass es an der geschickten Kombination von Drama und Horror liegt, die diesem Film Kultstatus verliehen haben.
Sein Buch FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE ist ganz ähnlich gestrickt: anfangs eher Familiendrama, bis der Horror dann zum Ende hin einsetzt. Wer also glaubt, mit CARRIE einen der ersten Slasher zu sehen, der wird bitter enttäuscht werden. Den ersten Todesfall sieht man erst kurz vor Schluss entgegen und dann geht alles recht schnell. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass das Geschehen, das vor dem vorweggenommenen Showdown gezeigt wird, keine Wirkung hat. Stephen King versteht es einfach, (tragische) Charaktere zu entwickeln, mit denen man mitfiebern kann.
Zu Beginn ist CARRIE einfach ein Drama. Von Gleichaltrigen ausgestoßen und von der eigenen Mutter abgestoßen, tut sie dem Zuschauer wirklich Leid. Für ihre widerliche Außenwelt schämt man sich unweigerlich, Carrie wird zum Underdog, der sich gegen alles und jeden beweisen muss... und dann kommt es zur bösen Abrechnung durch ihre eingesetzte Telekinese, Tragik weicht Entsetzen. Besonders die letzten Minuten werden von Regisseur Brian De Palma auf spektakuläre Weise in Szene gesetzt. Das hat nicht unbedingt mit der Art der Tötungen zu tun, die Carrie an ihren Mitschülern ausübt, sondern mit deren Darstellung. Der Bildschirm wird in mehrere Abschnitte geteilt, damit man das teuflische Chaos von jedem Kamerawinkel aus beobachten und sich ein Bild von dem Ausmaß des Blutbades machen kann. Hauptdarstellerin Sissy Spacek reißt dabei die Augen ganz weit auf. Diese kalte Miene bleibt über die gesamte Turnhallenszene hin auf ihrem Gesicht - gruselig!

--- Die Blu-ray ---

CARRIE wird dieses Jahr 38 Jahre alt und dürfte vor allen jüngeren Zuschauern aufgrund der vielgezeigten Föhnfrisuren und Schlaghosen altbacken vorkommen. Dieser Eindruck bestätigt sich leider, wenn man sich den Film auf der Blu-ray zu Gemüte führt. Das Bild wirkt stellenweise recht verwaschen, womit nicht die partielle Unschärfe De Palmas gemeint ist, wenn er zwei weit voneinander entfernte Blickwinkel zusammenführt. Man sieht dem Film einfach sein Alter an. Richtig klar wirkt das Bild selten, ein zarter Rauschefilm ist immer auszumachen und von Plastizität fehlt jede Spur, wodurch man kaum von HD-Feeling sprechen kann. Sind die Masterbänder in einer derart schlechten Verfassung gewesen? Wurde wirklich alles herausgeholt?
Beim Ton verhält es sich ganz ähnlich: Offenkundig beschränkt sich der 5.1-DTS-Charakter der deutschen Tonspur auf die eingebrachte Musik. Die Dialoge wirken derweil eher gedämpft und ebenso altersschwach wie das dargebotene Bild. Die englische Originaltonspur hat ein DTS-HD Master in 5.1-Sound erhalten. Wie es sich damit verhält, habe ich allerdings nicht getestet.
Die Sonderausstattung merzt Einiges an der technischen Umsetzung von CARRIE aus: Drei ausführliche Featurettes in Standardauflösung aus dem Jahr 2001, die sich mit den Darsteller beschäftigen, eine szenenartige Aufschlüsslung des gesamten Werkes abgeben sowie das gleichnamige Musical aus den Achtzigern zum Gegenstand haben, machen zusammen mit dem Kinotrailer zum 2013er Remake und Original von 1976 rund 94 Minuten ausführlicher Extras aus. Ein alternatives Cover, das das US-Kinoplakat zum Motiv hat (deckungsgleich zum DVD-Cover) und ohne FSK-Siegel auskommt, gibt es noch obendrauf. Es verbirgt sich hinter einer roten Hülle, die sich sehr von der standardisierten in blau abhebt.

--- Fazit ---

Ein waschechter Horrorfilm ist CARRIE - DES SATANS JÜNGSTE TOCHTER nicht. Dafür besitzt er zu hohe Tragikanteile und kommt im Gegenzug streckenweise ohne Schreckszenen aus. Der Schock beschränkt sich erst einmal "nur" auf die Art und Weise, wie Carrie von ihren Artgenossen und ihrer psychotischen Mutter behandelt wird. Das macht CARRIE zu einem unverwechselbaren Charakterdrama, dessen Höhepunkt der Abschlussball aus der Hölle bildet.
Ein Update von der DVD bietet sich wohl eher nicht an, da die HD-Verwirklichung zu durchschnittlich ausfällt. Die umfangreichen Extras retten die blaue Scheibe allerdings noch vor der Durchschnittswertung - vier Sterne.
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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 08.02.2014 10:45:23 GMT+01:00
Alex meint:
Ich kenne wiederum die deutsche Tonspur nicht, aber mit der englischen scheint es sich ebenso zu verhalten wie mit der deutschen, so, wie Sie sie beschreiben. Die Musik und Geräuscheffekte (besonders die kreischenden Bernard Herrmann-Versatzstücke) kommen brilliant, aber wuchtig. Die Dialoge hingegen klingen sehr gedämpft. Besonders in der Duschszene zu Anfang, als alle durcheinanderreden. Da versteht man keine einzelnen Sätze mehr. Ich habe mir die alte DVD-Umsetzung hierzu nochmal zum Vergleich rangezogen. Da kam der (englische) Dialog doch besser weg. Hätte die BR nicht so ein tolles Bild, wäre ich fast geneigt, die DVD zu behalten und die BR zurückzugeben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.05.2014 08:50:52 GMT+02:00
Denny meint:
Schade finde ich auch das die Extras nun auf der Special Edition, Gold Edition und auf der BluRay sind. Hier hätte man sie wenigstens statt der Untertitel synchronisieren können oder mal endlich die 2 geschnittenen Szenen hinzufügen können.

Veröffentlicht am 11.06.2014 19:40:37 GMT+02:00
Sebastian meint:
Das mit dem Bild liegt daran das man das uralte DVD Master genommen hat was nicht wie aktuelle HD Master in AVC oder VC1 und mehr als 1080p abgetastet wurde sondern hier ist es noch MPEG2 in 1080p
um da eine gute schärfe zu bekommen müsste auch sehr hohe Bitraten genutzt werden
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