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Kundenrezension

8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ghost in the machine, 17. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Delta Machine (Deluxe Edition) (Audio CD)
Braucht die Welt eine weitere Kritik zu diesem Album? - Ehrlich gesagt: NEIN. Bei nahezu 500 Rezensionen zum vorliegenden Opus von Depeche Mode ist [fast] alles gesagt. Braucht die Welt ein weiteres DM-Album? - Nachdem ich über mehrere Wochen hinweg vergeblich versucht habe, mir dieses Album schöner zu hören als es zunächst auf mich wirkte, ziehe ich zumindest mein persönliches Fazit: NEIN.

Dabei ist nicht alles an diesem Album ähnlich missraten wie auf dem Vorgänger "Sounds of the Universe": Die Idee, eines, wie es Dave Gahan wortwörtlich im Interview bezeichnete, "electronic blues record" gefällt mir - und der Name "Delta Machine" für eine solche Platte ist originell: Delta Blues meets the man machine. Dave Gahans Stimme passt perfekt zu einem solchen Konzept und wertet das mäßige Album allein dadurch enorm auf. Martin Gore beweist auf der vorliegenden Platte indessen, dass seine kompositorische Flamme noch nicht völlig erloschen ist, was insbesondere die ersten drei Tracks des Albums, "Slow", "Soothe my soul" und (mit Einschränkungen) "The Child inside" andeuten.

Trotzdem bin ich vom klanglichen Ergebnis des vorliegenden Albums insgesamt doch ziemlich enttäuscht, weil handwerkliche, und, ja, auch musikalische Defizite auf diesem Werk unüberhörbar sind.
Vielen Songs fehlt der so wichtige "Flow" und "Drive": Zäh wie Kaugummi ziehen sie sich in die Länge (z. B. My little Universe, Broken), und wenn es an einer Stelle mal richtig "groovt" wie in der Bridge von "Welcome to my world", so dauert dieser Glückszustand auf diesem Album nicht lange an, weil die fast durchgängig eine Spur zu langsamen Beats einfach jeglichen Drive vermissen lassen - siehe "Sounds of the Universe".
Am Song "Angel" lässt sich dies am besten verdeutlichen: Dessen Lyrics, kompositorische Anlage (Kontrast "bluesig - souliger A-Teil versus flächigem, entspannten B-Teil) sowie Dave Gahans Stimme überzeugen zwar, doch werden diese guten Ansätze im zweiten Teil des Songs durch eine fast irrsinnige Drumprogrammierung völlig zunichte gemacht. Der bewusst konträr gegen den Gesangsduktus gesetzte Maschinen-Beat soll da (in der Theorie) eine Spannung erzeugen, die sich im B-Teil in Wohlgefallen auflöst (siehe Lyrics). Da der fortissimo-Beat aber jeglicher Akzentuierung entbehrt, während Dave Gahan im Blues-Shuffle weiter gegen die "Machine" ansingen muss, kommt dem Song jeglicher Flow und Drive abhanden. Diese Beat-Programmierung wirkt auf mich bemüht "gewollt", ist aber schlichtweg nicht gekonnt - "Ghost in the machine"! Mit einem elektoerprobten Studiodrummer als Gastmusiker wäre ein solcher musikalischer Lapsus möglicherweise vermeidbar gewesen, doch dafür waren die drei gesetzten Herren von DM schon auf dem letzten Opus offenbar zu eitel und selbstverliebt, redeten sie seit 2001 in Interviews und Pressekonferenzen nach nahezu jeder Veröffentlichung eines neuen DM-Werks doch stets vom "bisher besten Album, das wir je gemacht haben".
Dabei kann sich jeder Hörer beim Durchhören von "Personal Jesus" (1990) gerne vergegenwärtigen, dass DM einst durchaus in der Lage waren, Blue Notes und treibende Elektrobeats stimmig, ja sogar mitreißend zusammenzubringen, ohne dass man die klanglichen Ergebnisse hätte schönreden müssen.

Martin Gores Stimmkraft hat im Laufe der Jahre offenbar ebenso gelitten wie dessen Fähigkeit zu einem realistischen musikalischen Selbsturteil: Sie ist nunmehr von einem unsäglichen Altherrenvibrato gekennzeichnet, das er in "The Child inside" noch ganz pathetisch zu betonen versucht, damit es so wirkt, als sei dieses Vibrato nicht ein untrügliches Kennzeichen des natürlichen körperlichen Alterungsprozesses, sondern bewusster künstlerischer Ausdruckswille - Udo Jürgens lässt freundlich grüßen. Bei manch eingefleischten DM-Fans mag dieses Täuschungsmanöver noch Gänsehaut-Feeling erzeugen; mir persönlich sträuben sich die Nackenhaare angesichts dieser stimmlichen Performance eher aus Gründen des Fremdschämens.

Was darf man nach dieser Platte für die Zukunft von DM noch erwarten? Weitere musikalisch durchschnittliche Ware, die von den vielen glühenden DM-Verehrern in zahlreichen Rezensionen hagiographisch schöngeredet wird? Nur noch teilweise ausverkaufte Arenen, weil sich immer mehr altgediente DM-Fans enttäuscht abwenden und lieber im stillen Kämmerlein oder bei den legendären DM-Partys die alten Songs der 80er und 90er-Jahre auflegen? Oder doch noch das Wunder der musikalischen Wiedergeburt?
Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich aber ziehe nach dieser Platte meine persönliche Schlussfolgerung: Mögen die Herren Fletcher, Gore und Gahan im Anschluss an die Tour 2013/14 ihren verdienten Ruhestand antreten und sich weiter in dem Ruhm sonnen, den sie sich ZURECHT in den 1980er und insbesondere den 1990er-Jahren erworben haben. Aber mit jeder weiteren Platte die Rente aufzubessern und ihren Ruf weiter und nachhaltiger zu schädigen ist in meinen Augen keine Lösung.
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