Kundenrezension

16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schlechter Tag der Stones, 18. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Shine a Light (Audio CD)
Mittlerweile bange ich wie viele andere bei jeder neuen Stones-Veröffentlichung, ob die Jungs es denn noch draufhaben. Und jedes Mal, wenn sich Alterserscheinungen andeuteten, haben sie immer wieder die Kurve gekriegt. Wie 1997, als sie nach den lauen Konzerten der Voodoo Lounge Tour mit Bridges of Babylon zurückkamen,war das herrlich. Nach den großartigen Konzerten 2006/2007, zu sehen auf der Biggest-Bang DVD, hatte ich mir durch die Titelauswahl und die intimere Atmosphäre des Beacon Theatre von diesem Soundtrack noch ein Quäntchen mehr erhofft - und bin das erste Mal seit 1995 - ratlos und enttäuscht, obwohl ich weiß, dass es irgendwann mal so weit sein muss. Das Alter und bei gewissen Herrschaften auch der Alkohol nagen...
Das Konzert beginnt mit Jumpin Jack Flash. Und hier hört man Jagger schon nach den ersten Zeilen total kurzatmig, nicht in der Lage, auch nur ein Wort auszusingen. Aber auf den Background-Chor Fischer /Fowler ist eben Verlass.. Nächstes Stück:Shattered. Nicht mein Liebling, aber immerhin selten live zu hören. Mit Spannung erwarte ich "She was hot", dass noch nie live zu hören war. Gitarren und Rhythmusgruppe klasse, aber Jagger? Leider auch hier keine Energie,Aggressivität, er schont die Stimme, vermeidet höhere Töne. Röhren wie früher tut er schon seit 1995 nur noch sehr selten. Bei "....cold and rainy day" zieht er die Stimme nach unten, statt wie im Original energisch nach oben, dadurch bekommt das Stück einen zahmen Country Sound!!! Höchststrafe!!! Keith (ich bin totaler Keith-Fan!!!!)hat einen ganz schlechten Tag: sein Solo ist ohne Druck, und man wird diese Abfolge noch unzählige Male auf der CD wiederhören. Leider geht er immer mehr dazu über, statt die harten Riffs durchzuziehen, derartige Soli auch während der Gesangspassagen einzubauen. Dadurch fallen viele Stücke in sich zusammen. Wir wissen, dass er das immer noch kann: "Midnight Rambler" und übrigens auch "All down the line" von der CD sind deswegen immer noch Live-highlights, weil Keith sie mit diesen Riffs beschießt, die einem das Hirn wegblasen. "Loving Cup" ist demgegenüber ein stimmliches Highlight, hier zeigt Jack White III, wie man seine Stimme ohne Rücksicht auf Schonung einsetzt. Auch hier überlässt Jagger ihm die hohen Passagen und Emotionen. "Some girls" ist dagegen ein Hammer: schneidend,treibend, Jagger wie ausgetauscht (nach ner Nase Koks???), rastet aus. Aber was hier besonders rauskommt und für die ganze CD gilt: Ronnie ist der eigentliche Held dieses Konzertes! Er spielt messerscharfe Riffs und Soli, wie seit 1981 nicht mehr, man merkt ihm seinen damaligen Alk-Entzug deutlich positiv an. Diese abgedrehten Slide-Soli erinnern mich an die Schießegal-Phase um 1975, als Ronnie noch der "Neue" war. Umso unverständlicher, dass seine Parts im Mix lautstärkemäßig noch immer zurückgenommen werden, wie in den Jahren 1995 bis 2002, als sein Alkoholismus zu dieser Maßnahme zwang und Keith dadurch wieder mehr Dominanz und Autorität bekam. Hat Keith selbst am Reger gefummelt? Allerdings begeistert dieser dann wieder in dem wunderbaren "you got the silver", wo er traurigerweise aber nicht wie früher selbst auch Gitarre spielt, sondern nur singt (wie auch leider auf "Little T & A", wo er nur noch das Solo spielt). Auch hier sorgt Ronnie mit seiner Slide für die Atmosphäre dieses Songs. Der Rest ist schnell beschrieben: Auf CD 2 folgen die Hits in gewohnter Struktur, Jagger kontrolliert, schont die Stimme und die Luft, er singt die Strophen nicht aus, verschluckt die letzten Strophenteile. Und: bloß nicht brüllen! Dummerweise verlangen die Songs aber gerade diese Aggressivität, so sind sie entstanden. Buddy Guy, noch 10 Jahre älter als Jagger, zeigts ihm: Er platzt fast vor Energie und Stimmvolumen und lässt den Meister so alt aussehen !!! Warum er das mit sich machen lässt, ist mir nicht klar. Auf "Biggest Bang" sieht man einen Jagger, der das durchaus noch kann. Sympathy for the devil bestätigt die Angst, dass Keith nicht mehr in der Lage ist, das wichtige, messerscharfe Solo zu bringen und richtig zu phrasieren. Stattdessen verliert er sich wieder in diesen bereits erwähnten emotionslosen Loops. Wie konnte er "A bigger bang" einspielen? Diese Wahnsinns-Riffs und Soli auf dieser CD, ist das alles mit Technik gefaked, oder spielt dort jemand anderes?
Diese Live-CD hinterlässt bei mir mixed emotions wie noch nie. Ich klammere mich an "All down the line", "Some girls", "Faraway eyes", "You got the silver", und hoffe wie immer, dass die Stones wieder - wie so oft- die Kurve kriegen. Nur noch einmal, Keith, bitte!!!
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 06.03.2010 23:12:28 GMT+01:00
K. Brackelow meint:
Ich habe die Stones zuletzt 2003 live in Oberhausen erlebt. Die Cranberrys und danach AC/DC als Einheizer haben alles gegeben. dann unsere Stones, hot und heftig auf der Bühne, wie wir alle sie seit 1964 lieben.
Aber mal ehrlich, wer von uns könnte mit fast 60 oder sogar drüber noch diesen Schwung auf einer Bühne hinlegen, wie Mick und Co im Jahr 2003 noch hinlegten. Das Ende ist nahe, leider,leider. Diese Burschen haben uns Fans immerhin fantastische 46 Jahre geschenkt, danke dafür, danke, danke, we love you.
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