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extrem gute Satire über die Verschwendung von Steuergeldern: die Elbphilharmonie lässt grüßen!, 25. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Die große Verschwendung (Gebundene Ausgabe)
Bremen ist eine aufstrebende Stadt, die mit der Zeit mitgeht und offen für alles Neue ist, und auch eine Menge Steuergelder investiert, um mit den konkurrierenden Städten mithalten zu können: Hamburg als größter Mitbewerber sowie die umliegenden Städte sollen schließlich Bremen nicht die Tagesgäste, Besucher und zahlenden Übernachtungsgäste vor der Nase wegschnappen - und überhaupt hat Bremen ja eine Menge an Attraktionen zu bieten... Dr. Georg Glabrecht, amtierender Wirtschaftssenator der Grünen, hat alle Hände voll damit zu tun, die immensen Ausgaben für das neueste Projekt den Senatsmitgliedern und der Bremer Bürgerschaft während der ihm so verhassten Senatssitzungen (und natürlich erst recht gegenüber der Opposition) als sinnvoll und notwendig zu verkaufen. Neuestes Projekt nach dem Bremischen "Science Center" ist die "Maritime Oper", ein Konzerthaus der Superlative, das die Welt noch nie zuvor gesehen haben dürfte. Vergleiche mit der Oper in Sydney werden genannt... Um die Maritime Oper herum sollen außerdem eine Maritime Erlebniswelt, ein Riesen-Aquarium, ein Kreuzfahrtterminal, ein Yachthafen und viele weitere "kulturelle Leuchttürme" entstehen. Nun, da wäre zwar noch das kleine Problem, dass Bremen nicht wirklich direkt am offenen Meer liegt, aber das macht doch nichts: die Bremer haben ja schließlich ihre Weser und da kann man doch irgendwie auch das "Maritime Feeling", das momentan so angesagt ist, hintransportieren. Auf dieser Welle möchte man schließlich mitschwimmen und nicht hintenan stehen! Dieses Mammut-Projekt bedeutet jede Menge (Schreibtisch-)Arbeit für den 50-jährigen Herrn Wirtschaftssenator, bei dem es in der Ehe und mit dem Sex nicht mehr so richtig rund läuft... Zum Glück hat er ja seinen neuesten Schwarm, Adriana Fallhorn, eine junge, attraktive Frau, in Norwegen bei einer Sitzung mit einem der wichtigsten Hauptsponsoren für das Projekt kennen gelernt, mit der er sich nun fast täglich E-Mails austauscht. Ob die Maritime Oper am Ende wirklich zu Stande kommt und hält, was sie verspricht (oder vielmehr den Bremer Bürgern vorgegaukelt wurde, was sie denn alles zu bieten hat), kann an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden, um die Spannung nicht zu nehmen; ebensowenig, ob sich für Dr. Glabrecht die ersehnte (zweite) Liebe erfüllen wird... Das Buch ist wirklich gut geschrieben! Es gehört wohl nicht besonders viel Scharfsinn dazu, um herauszufinden, dass mit der Freien Hansestadt Bremen eigentlich die Freie und Hansestadt Hamburg gemeint sein dürfte und die "Maritime Oper" wohl nichts anderes als ein Synonym für die im Bau befindliche Hamburger Elbphilharmonie sein soll - vom Autor erstklassig gemacht! Das Buch zeigt auf wohltuende Weise auf, dass man nicht alles für bare Münze nehmen kann, was Senat und/oder Bundes- bzw. Landesregierung dem Volk versprechen. Der Roman ist dabei sehr humorvoll geschrieben. Bei einer Polit-Satire ist es ja zumeist Geschmacksache, ob der Autor den Nerv des Lesers/Leserin trifft, aber in diesem Fall hat Wolfgang Schömel diesen Nerv bei mir exakt zu 100% getroffen! Lassen Sie sich also verzaubern von dem ganzen Rummel und dem Schwindel rund um die Maritime Oper, von maritimen Erlebniswelten und von noch kreativeren kulturellen Erlebniswelten - und jeder Menge verschwendeter Steuergelder!!! Mir hat's jede Menge Spaß gemacht, das zu lesen: fünf Sterne!
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Die große Verschwendung 3608939032
Wolfgang Schömel
Klett-Cotta
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extrem gute Satire über die Verschwendung von Steuergeldern: die Elbphilharmonie lässt grüßen!
Bremen ist eine aufstrebende Stadt, die mit der Zeit mitgeht und offen für alles Neue ist, und auch eine Menge Steuergelder investiert, um mit den konkurrierenden Städten mithalten zu können: Hamburg als größter Mitbewerber sowie die umliegenden Städte sollen schließlich Bremen nicht die Tagesgäste, Besucher und zahlenden Übernachtungsgäste vor der Nase wegschnappen - und überhaupt hat Bremen ja eine Menge an Attraktionen zu bieten... Dr. Georg Glabrecht, amtierender Wirtschaftssenator der Grünen, hat alle Hände voll damit zu tun, die immensen Ausgaben für das neueste Projekt den Senatsmitgliedern und der Bremer Bürgerschaft während der ihm so verhassten Senatssitzungen (und natürlich erst recht gegenüber der Opposition) als sinnvoll und notwendig zu verkaufen.
Neuestes Projekt nach dem Bremischen "Science Center" ist die "Maritime Oper", ein Konzerthaus der Superlative, das die Welt noch nie zuvor gesehen haben dürfte. Vergleiche mit der Oper in Sydney werden genannt... Um die Maritime Oper herum sollen außerdem eine Maritime Erlebniswelt, ein Riesen-Aquarium, ein Kreuzfahrtterminal, ein Yachthafen und viele weitere "kulturelle Leuchttürme" entstehen. Nun, da wäre zwar noch das kleine Problem, dass Bremen nicht wirklich direkt am offenen Meer liegt, aber das macht doch nichts: die Bremer haben ja schließlich ihre Weser und da kann man doch irgendwie auch das "Maritime Feeling", das momentan so angesagt ist, hintransportieren. Auf dieser Welle möchte man schließlich mitschwimmen und nicht hintenan stehen! Dieses Mammut-Projekt bedeutet jede Menge (Schreibtisch-)Arbeit für den 50-jährigen Herrn Wirtschaftssenator, bei dem es in der Ehe und mit dem Sex nicht mehr so richtig rund läuft... Zum Glück hat er ja seinen neuesten Schwarm, Adriana Fallhorn, eine junge, attraktive Frau, in Norwegen bei einer Sitzung mit einem der wichtigsten Hauptsponsoren für das Projekt kennen gelernt, mit der er sich nun fast täglich E-Mails austauscht.
Ob die Maritime Oper am Ende wirklich zu Stande kommt und hält, was sie verspricht (oder vielmehr den Bremer Bürgern vorgegaukelt wurde, was sie denn alles zu bieten hat), kann an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden, um die Spannung nicht zu nehmen; ebensowenig, ob sich für Dr. Glabrecht die ersehnte (zweite) Liebe erfüllen wird...
Das Buch ist wirklich gut geschrieben! Es gehört wohl nicht besonders viel Scharfsinn dazu, um herauszufinden, dass mit der Freien Hansestadt Bremen eigentlich die Freie und Hansestadt Hamburg gemeint sein dürfte und die "Maritime Oper" wohl nichts anderes als ein Synonym für die im Bau befindliche Hamburger Elbphilharmonie sein soll - vom Autor erstklassig gemacht! Das Buch zeigt auf wohltuende Weise auf, dass man nicht alles für bare Münze nehmen kann, was Senat und/oder Bundes- bzw. Landesregierung dem Volk versprechen. Der Roman ist dabei sehr humorvoll geschrieben.
Bei einer Polit-Satire ist es ja zumeist Geschmacksache, ob der Autor den Nerv des Lesers/Leserin trifft, aber in diesem Fall hat Wolfgang Schömel diesen Nerv bei mir exakt zu 100% getroffen! Lassen Sie sich also verzaubern von dem ganzen Rummel und dem Schwindel rund um die Maritime Oper, von maritimen Erlebniswelten und von noch kreativeren kulturellen Erlebniswelten - und jeder Menge verschwendeter Steuergelder!!! Mir hat's jede Menge Spaß gemacht, das zu lesen: fünf Sterne!
Danny B. "kleines Kätzchen"
25. April 2011
- Insgesamt:
5

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Ort: Hamburg
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