Kundenrezension

13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Als Sachbuch top, als Roman eher nicht..., 2. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: BLACKOUT - Morgen ist es zu spät: Roman (Taschenbuch)
-Wenn um dich herum Finsternis herrscht, kannst du Licht schenken?-

Inhalt:

Dein Tag war lang. Du kommst nach Hause, machst das Licht an. Du willst dir etwas zu essen kochen und danach ein Bad nehmen. Du drückst auf den Lichtschalter, aber die Wohnung bleibt finster. Es betrifft nicht nur dich. Ein Blick aus dem Fenster zeigt dir eine dunkle Welt, denn der als selbstverständlich erachtete Strom fließt auf einmal nicht mehr!

Meinung:

Das Thema an sich reizt zum lesen. Für uns ist es ein Klick, es ist technischer Fortschritt. Mit Strom wird unser Haushalt geregelt und unsere Bedürfnisse gestillt. Wir möchten uns noch nicht einmal vorstellen wie es sein könnte, wenn wir das Licht einschalten wollen und nur Dunkelheit antwort.

Europas gesamtes Stromnetz bricht in sich zusammen. Was anfangs von den Behörden als Unfall erachtet wird, stellt sich nach und nach als ein terroristischer Hack-Angriff heraus. Diese Brotkrummen der Hacker werden von dem IT-Spezialisten Piero Manzano entdeckt. Mit allen Mitteln versucht er die Behörden zu warne und zieht damit die Aufmerksamkeit der Täter auf sich.

Ich hatte ein dystopisches Szenario erwartet und auch bekommen. Beim Lesen des Buches bekam ich eine Gänsehaut, weil sehr detailliert beschrieben wurde, was geschehen könnte, wenn unser Leben, wie wir es kennen, auf einmal endet. Wenn verzweifelte Menschen sich gegeneinander wenden und niemand mehr die Einhaltung der Gesetze überwacht.

Die Szenen von Manzano lasen sich sehr spannend. Die Beschreibung der Entbehrungen glaubhaft und sehr schockierend.
Nun komm ich jedoch zu dem ganz großen "ABER" was diese Geschichte nicht so perfekt macht wie es hätte sein sollen:
Blackout wird als Roman ausgegeben und hat 800 Seiten. Man merkt dem Autor sofort seine gründliche Recherche an. Zumindest kam es mir als Laie, gut recherchiert vor. Und genau das ist das Problem. Für ein Sachbuch wären diese genau detaillierten und vor allem unzählig vorkommenden, technischen Abschnitte perfekt gewesen, aber bei einem Roman hinterlassen sie nur Längen.
Ein weiteres Manko stellen die extrem kurzen Abschnitte dar. Das Buch ist in Tagen aufgeteilt, nicht in Kapiteln, dennoch wurde ich von massenhaften Abschnitten überschwemmt, die in der Regel 3 Seiten lang sind. Viele besaßen noch nicht einmal die Länge von einer Seite. Dies hat mich so sehr gestört, weil ich dadurch nicht tief genug in die Geschichte eintauchen konnte. Wenn den Protagonisten etwas zustieß, konnte ich ihretwegen nicht genug mitfühlen.

Ich verstehe, wenn innerhalb eines Tages von verschiedenen Personen geschrieben werden muss und die Szene von Manzano zu dem ermittelnden Bollard wechselt. Allerdings verstehe ich den Sinn dahinter nicht, aus Manzanos Sicht zu schreiben, die Perspektive zu einer anderen Person zu wechseln, diese nicht einmal eine Seite lang ist, um dann wieder zu Manzano zurückzukehren, als wäre dieser "Cut" nicht gewesen.
Besonders kompliziert machen es auch die vielen Personen. Es gibt einige wichtige Hauptpersonen, allerdings tauchen so viele Namen auf, besonders am Anfang, dass man leicht den Überblick verliert. Sogar der Lastwagenfahrer, der einen Unfall verursacht, bekommt einen Namen und einen kompletten Lebenslauf, obwohl die Szene eine Seite lang ist.
Meiner Meinung nach hätten viele dieser Abschnitte gelöscht werden können. Natürlich ist es grausam, was den Schwiegereltern eines Hauptprotagonisten passiert, aber diese werden in höchstens drei Abschnitten erwähnt, die wie ich oben bereits nannte, noch nicht einmal fünf Seiten betragen und das auf 800 Seiten. Dadurch geht jegliches Mitfühlen verloren.

Bewertung:

Marc Elsberg greift dieses brisante Thema auf und verbindet es mit einem Krimi. Aus der Sicht des Hauptprotagonisten Piero Manzano habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Die sachbuchähnlichen Beschreibungen und die kurzen Abschnitte aber machten das Lesen oft zu einem Kampf. Trotz des interessanten Themas war ich sehr oft drauf und dran, das Buch abzubrechen. Deswegen bekommt Blackout - Morgen ist es zu spät: 3,5/5 Marken
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 08.02.2014 18:34:34 GMT+01:00
WhiteDwarf meint:
Teilweise kann ich Ihrem Urteil zustimmen. Was es mir auch etwas schwierig gemacht hat, den Protagonisten nahezukommen, ist die Art des Autors, die Personen fast immer nur mit dem Nachnamen zu nennen. Im Berufsleben korrekt, aber im Roman schafft dies eine "geschäftliche" Distanz des Lesers zu den Personen, die das ganze ein wenig hölzern wirken lässt. Man vergleiche den Roman in dieser Hinsicht etwa mit den Romanen von Douglas Preston & Lincoln Child, die die Balance zwischen notwendiger Einfühlbarkeit für den Leser einerseits und die Vermeidung eines allzu jugendlichen Stils andererseits meiner Meinung nach viel besser hinbekommen haben. Aber das ist eventuell auch Geschmackssache.

Die kurzen Sprünge störten mich zwar auch etwas, aber die findet man auch bei anderen Autoren (u.a. den beiden genannten), und sind oft ein gezieltes Spannungsmittel. Alles in allem hat mir der Roman gefallen, trotz dieser und einiger anderer dramaturgischer Schwächen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.06.2014 15:12:05 GMT+02:00
Nobby47 meint:
Ich war von dem Buch begeistert und konnte das Geschehen nachvollziehen, zu der Zeit hatte ich einen solchen Stromzähler in Betrieb. Als meine Frau das Buch gelesen hatte, hatte ich Stress wegen dem Zähler, den sie von Anfang an nicht wollte. Ganz so extrem wird es bei uns nicht passieren, wie in dem Buch, aber bei unserem Bürokratie-Staat könnte es auch etwas länger dauern, bis man das in den Griff bekommt. Wenn man schon der Kanzlerin ihr Handy abhören kann, ohne dass es unsere toller Sicherheits-Staat mitbekommt ... (Oder nichts wissen will?)
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