Kundenrezension

6 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen kommt vielleicht drauf an..., 27. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Kriegerin (DVD)
...mit welchem eigenen Lebenshintergrund man diesen Film sieht.

Junge (teilweise verblödete und Sch.. aussehende) Menschen, die sich sinnlos die Birne vollsaufen, in Folge dessen auch Schlägereien untereinander "veranstalten", im Zimmer herum tanzen, dieses verwüsten, alte Säcke, die sich bestätigt fühlen, wenn sie in den jugendlichen Kreisen eine (Führer-)Rolle spielen dürfen, naive Mädels, die sich an Typen oder Gruppen hängen... das gab es auch in meiner Jugend (im Osten und schon 40 Jahre her und auch in "Szenen" unterwegs). Da war nichts was mich überrascht, schockiert oder berührt hätte, bzw. was auf mich bedrohlich wirkte.

Vielleicht sollen wir uns so die rechte Szene vorstellen. Ich fand es persönlich etwas oberflächlich, stark klischeebehaftet und zu vereinfacht.

Der Anfang in der S-Bahn war allerdings schon sehr brutal und schürte erst einmal wirklich Ängste vor dieser "Horde".

Was mich aber im Film wirklich schockiert hat und was ich am brutalsten fand, war der Fernsehbeitrag über das Schächten. Das hat mich angeekelt negativ berührt. Wollte der Film erreichen, dass ich die Schächter verurteile und ihr Tun ablehne? Diese Szenen des Filmes fand ich ziemlich hart und sehr sehr lang. Also bei mir ist die Botschaft angekommen.

Für mich neu war, dass in der rechten Szene die Verwendung von illegalen Drogen so strikt abgelehnt wird. Saufen ja, Rauchen auch, aber nur legale Dinge. Wer dagegen verstößt, wird ausgestoßen und (Achtung: jetzt und ab sofort ist mit Spoilern zu rechnen!) findet sich bei den Ausländern an der Imbissbude wieder (so schnell geht der Ausstieg aus der Szene?). Dort wird dieses Tun scheinbar toleriert (vermutlich finden wir dort auch die Dealer, woher sonst die Zuflucht dort hin, man kennt sich also schon...) und die Kumpels mit Migrationshintergrund verhauen dann den deutschen Jungen, der etwas gegen den Drogenkonsumenten hat (vielleicht habe ich auch einen anderen Konflikt zwischen der männl. Hauptfigur und dem Aussteiger an der Imbissbude nicht erkannt... aber für mich war da nicht mehr?!) Als dann der "Rachefeldzug" gegen die Imbissbude begann, dachte ich, dass es nun so richtig mies und brutal wird (vielleicht schaue ich zu viel FSK 16 bis 18). Aber selbst die Bude blieb unversehrt. Ich vermute, dort wurde geschnitten, um den Film schülertauglich zu erhalten. Somit hatte ich an der Stelle noch im Hinterkopf, wie brutal und unangemessen die Menschen an der Imbissbude die männl. Hauptperson zusammen geschlagen hatten. Gefühle, die der Film auszulösen vermutlich so nicht beabsichtigt hatte.

Das Mitgefühl der Protagonistin für den ausländischen Jungen, kam bei mir wohl überwiegend falsch an. Ich hatte den Eindruck, dass sie ihm in erster Linie half, weil sie glaubte, seinen Bruder getötet zu haben. Der Junge war der einzige Zeuge des "Unfalls" und wenn sie ihn angezeigt hätte (im Laden) oder ihm nicht geholfen hätte, dann hätte es sein können, dass er gegen sie aussagt. Man könnte die Sache auch so deuten, dass sie ihm die Ausreise nach Schweden ermöglicht hat, um ihn los zu werden. Ein paar zarte Gefühle kamen zwar durch, aber ich sah auch immer ihre Angst, dass sie durch ihn mit ihrer Tat konfrontiert werden könnte. Dadurch erklärte sich für mich, dass zwischen Beiden eine Verbindung bestand. Vielleicht habe ich zu viel Tatort geschaut, aber solche Verläufe wären nicht neu.

Für ihre alten Freunde musste dies aber wie ein Verrat an der Gruppe aussehen und deswegen das Ende. Die wussten ja auch gar nichts von der Tat. Hat die Protagonistin tatsächlich einen ideologischen Wandel vollzogen? Die letzten Sätze riefen bei mir Zweifel hervor. Die Worte des Großvaters, die sie tief beeindruckt hatten, bekamen wir zu Gehör, mit der Warnung, dass sie doch noch da (oder überall) sind, die Juden. Das empfand ich angesichts der ausführlichen Beiträge über die Schächtungen als bedrohlich und konnte nicht wirklich erkennen, welche Emotionen bei der Hauptperson ausgelöst wurden.

Zum Schluss dann die Wiederholung der ersten Sätze der anfänglichen Worte über Demokratie. Dem sensiblen Zuschauer klangen ggf. die kompletten Sätze des Anfanges noch in den Ohren und wurden hier wieder in Erinnerung gebracht, denn ich hörte keine Veränderung der Sprecherin (es klang, wie die gleiche Aufnahme oder des gleichen Geistes Kinde?) und empfand das Ende des Sprechens, dann als " ...", also dass wir die Zuschauer, ja die Worte die da folgen werden, schon kennen. Mit diesen, nun unausgesprochenen aber ggf. gedachten, Worten endete der Film und hinterließ bei mir eine seltsame Botschaft, die mir an Hand der ganzen Auszeichnungen nicht ganz klar war.

Es ist logisch, dass man politisch korrekt und gesellschaftlich akzeptiert, diese Botschaft(en) nicht hören und schon gar nicht davon beeindruckt sein möchte. Aber gerade diese Gedanken zur Demokratie sind doch wohl nahezu "mainstream". Auch bleibt mir der tiefe Eindruck, des ausführlichen Filmbeitrages über das Schächten erhalten.

Ich finde den Film nicht schulstofftauglich, denn es kommt doch auch sehr auf die Prägung und Beeindruckbarkeit der jungen Leute an, welche Wirkung der Film entfaltet. Ich denke nicht, dass Schule dazu in der Lage ist, die ganzen Eindrücke in "lehrplangerechte" Bahnen zu lenken. Es gibt in dem ganzen Film ja auch nur ätzende Erwachsene und Wärme ist ausschließlich beim Großvater zu spüren. Seine Warnung, dass er schlimme Sachen genug gemacht hat, verblasst meiner Meinung nach schnell und geht fast unter (der Film ist im Sprachbereich akustisch auch tw. schwierig, so dass man das auch erstmal mitbekommen und dann einordnen und speichern muss). Andere Vorbilder gibt es nicht und eröffnen sich für Jugendliche, die in ebenso ungünstigen Familienverhältnissen leben, durch den Film auch nicht.

Mir ist nicht ganz klar, was zum Schluss beim (jugendlichen ) Zuschauer ankommen soll.., dass man zum Schluss an so einer Sache stirbt oder dass das alles Assis sind? Es gibt in D ja nun mal Landes- und Gemeindevertretungen mit NPD - Beteiligung, die so nicht rüber kommen. Wirklich politisch war diese Gruppe im Film ja nicht und das Programm der rechten Partei wurde über den Balkon geworfen, weil diese sich von asozialen Säufern und Schlägern sowieso distanziert? Schließt aber auch die Möglichkeit ein, dass Aussteiger aus dieser Party- Schlägertruppe das Programm aufheben und sich ernsthaft politisch engagieren?

Bei mir hinterlässt der Film keine eindeutige Botschaft bzw. eine die mich verwundert. Er lässt viel Raum für Deutungen in ganz andere Richtungen. Ich kann mir an sich nicht vorstellen, dass das beabsichtig war.

Dafür, dass er von mir nur einen Stern bekommt, ganz schön viele Worte... Ich werde ihn nicht noch einmal anschauen, fand die Story auch manchmal sehr zäh und muss ihn auch nicht im Umfeld den Jugendlichen dringend ans Herz legen.

Die schauspielerischen Leistungen der Hauptdarsteller (vor allem das junge Mädel) waren wirklich gut. Ich fand das junge Mädchen stellenweise einfach richtig blöd (was ein absolutes Lob an die Schauspielerin ist!). Sie hat bei mir echte Gefühle ausgelöst. Die erwachsenen Schauspieler haben, außer der Großvater, keinen Eindruck hinterlassen. Ich konnte leider nicht einmal den Schmerz der Mutter spüren, auch nicht, als sie erzählte wie mies der Großvater (ihr Vater) sie behandelt hat. Das war irgendwie so zwischen Tür und Angel (nicht nur wahrhaftig durch die Szene) und konnte für mich die Verbindung zum Großvater, als einzigen Halt im Leben der Enkelin, nicht trüben. Seltsam an der Szene war auch, dass die Schwarzhaarige sich scheinbar oben auf der Treppe in Luft aufgelöst hatte. Jedenfalls bekam die alles mit, aber ward nicht mehr gesehen. Das nahm der Szene auch die Kraft, weil da etwas fehlte.

Schade. Ich hatte wohl andere Erwartungen.
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Von 2 Kunden verfolgt

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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 12.01.2014 17:04:57 GMT+01:00
Kann es sein, dass du ein "Stadtkind" bist? Wie sonst ist deine ablehnende Haltung gegenüber Schächten zu erklären? Das ist doch (korrekte Durchführung setze ich mal voraus) eigentlich ganz normales Schlachten und für die betroffenen Tiere schmerz- und stressfrei. Kein Vergleich zum industriellen Massenschlachten, was wirklich pervers ist. Ich kenne den Film (noch) nicht - eventuell wird das Schächten ja (wie in rechten Kreisen üblich) absichtlich diffamiert.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.01.2014 19:46:16 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 12.01.2014 19:47:43 GMT+01:00
Frog Frau meint:
Hallo,
im Film schauen sich die rechten Jugendlichen einen alten NS-Propagandafilm an, in welchem die Juden Schafe schächten. Mein Kommentar bezog sich auf diese Szenen, welche meiner Meinung nach dem Zuschauer sehr sehr lange, nach meinem Empfinden zu lange, gezeigt werden. Diese Szenen waren in dem NS Film dazu gedacht, die Brutalität der Juden zu zeigen. Der Film diente dem Zweck, Hass auf die Juden zu fördern.
Ich habe das Gefühl, dass dieser NS- Film das sehr gut bewirken konnte. Er wurde in der "Kriegerin" dem Zuschauer so lange gezeigt, dass ich mir vorstellen kann, dass diese judenfeindlichen Gefühle auch beim heutigen Zuschauer erzeugt werden können. Wäre ich nicht ausreichend informiert (und welcher "durchschnittliche" Deutsche ist über das Judentum bzw. das Schächten ausreichend informiert...), dann hätte ich durch diese Szenen die Juden als unmenschliche Wesen empfunden und den Hass auf sie nachfühlen, wenn nicht sogar empfinden können. Die NS-Propagandafunktionäre verstanden ihr Handwerk sehr gut!
Der Film "Die Kriegerin" hat deren Botschaften nun in mein Wohnzimmer befördert. Das fand ich nicht gut und es war für die Handlung des eigentlichen Filmes in dieser Art und Weise nicht notwendig.
Ich sag mal so: die Methoden der NS-Propaganda und wie sie die heutigen Jugendlichen immernoch verblödet, wurden hierdurch nicht aufgedeckt, wohl aber die Schächtung als widerwärtig dargestellt und damit die Juden diffamiert. Der Film "Die Kriegerin" nahm nicht einmal indirekt Stellung dazu.
Schau dir unbedingt mal den Film an und schreibe, wie es bei dir angekommen ist. Das würde mich sehr interessieren, denn du scheinst dich mit dem Thema auszukennen.
Zu deinem letzten Satz würde ich somit "Ja!" sagen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.03.2014 10:25:48 GMT+01:00
Purzelbaum meint:
Auch ich fand das Einsetzen jenes NS-Propaganda-Filmbeitrages über das Schächten sehr grenzwertig. Den Film bewerte ich zwar als wirklich gelungen, aber pädagogisch erscheint er mir äußerst fragwürdig.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.05.2014 23:32:17 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 09.05.2014 23:42:53 GMT+02:00
Emulator meint:
Schächten hin oder her. Es ist Tierquälerei und in Deutschland glücklicherweise verboten.Ironischweise haben die Nazis dieses Tierschutzgesetz erlassen das bis heute in der BRD Gültigkeit hat.Allerdings dürfen wohl die Moslems und Juden in der BRD "eingeschränkt" schächten wenn sie wenigstens das Tier vorher betäuben.Insofern gelten also Tierschutzgesetze nicht für alle "Bundesbürger" und sind somit eigentlich nutzlos.Denn Gesetze sollten eigentlich für alle Menschen der BRD gelten.Hier steht Religion über dem Gesetz.

Zum Film kann ich nur sagen das ich schon bessere "Antineonazifilme" gesehen habe.Diese ominöse Neonazihorde hätte auch eine Gruppe Punks,Asoziale,Hooligans,Türkengettogang,oder einfach nur Verbrecherbande sein können.Keine klaren politischen Aussagen.Keine Statements.Nur krakelende,rumhängende,saufende,koksende,perspektivlose Jugendliche die sich auch mal prügeln und nebenbei auch mal gegen Ausländer sind.Sowas gibs in Berlin und Köln in allen Randbezirken.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.07.2014 13:10:15 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 08.07.2014 13:15:27 GMT+02:00
LeChatNoir meint:
Ich stimme euch in allen Bereichen über das Schächten zu. Ich finde das Akkord-Gemetzel in deutschen Schlachthöfen auch viel geiler.

Vielleicht schaut ihr euch darüber mal eine Doku an. Ach, habt ihr schon!? Ja, dann ist euer Hass auf die deutsche/europäische Fleischindustrie bestimmt jetzt auch so groß wie auf Juden und das Schächten...

Ist doch quasi ganz egal, wie ein Tier gekillt wird, auf dem Teller landet es doch so oder so!

Bin ich froh, dass ich kein Fleisch esse.

Und was den Film angeht: ihr sollt den auch keinen 5.-Klässlern zeigen. Warum 10.-Klässler den nicht verkraften sollten, verstehe ich nicht. Im Unterricht wird zudem vorweg schon einiges zum Thema erarbeitet, dann zeigt man ggf. eine Sequenz daraus (oder falls genug Zeit da ist - was aufgrund des Lehrplans aber meist nicht ist) und dann bespricht man das. Es wird also bearbeitet, keiner geht nach Hause und muss sich deswegen die Augen ausweinen - es sei denn er ist hypersensibel, aber dann darf er den Fernseher nach 20 Uhr sowieso nicht mehr einschalten. Und ich komme wieder auf's Schächten: tja, wer Fleisch essen will, darf halt nicht zimperlich sein. Warum auf einmal die ganze Tierliebe?
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