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5.0 von 5 Sternen Ein Meilenstein der Stones- und Rock- Geschichte!, 15. März 2012
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Rezension bezieht sich auf: Beggars Banquet (Audio CD)
Die Scheibe wird oft ein Meilenstein in der musikalischen Entwicklung der Stones, oder überhaupt der Rockmusik, genannt, und ist auch sicher eine der besten Scheiben der Stones, zumindest bis zu diesem Zeitpunkt der Erscheinung dieses Albums (1968).
Dennoch finde ich, dass die Scheibe durchaus erkennbar an den umstrittenen Vorgänger "Their satanic majesties Request", auch in thematischer Hinsicht (siehe den Eingangs- SOng!), anschließt. Ich kann mir daher nicht vorstellen, dass die Stones ihr vorheriges Werk in ähnlicher Weise wie die Kritiker, die es völlig zerrissen haben, abgelehnt haben, und daraus resultierend etwas völlig Neues machen wollten. Dass die "Satanic"- Platte es bis auf 2, 3 SOngs nicht so ganz gebracht hatte, werden die Stones im Übrigen selbst gesehen haben. Dieses Mal sollte es also mal wieder etwas qualitativ sehr anspruchsvolles geben.
Und tatsächlich wirkt diese Platte insgesamt wesentlich besser als der Vorgänger. Das Resultat ist durchaus beachtlich, und hat für seine Zeit sicherlich neue Maßstäbe gesetzt; vor allem natürlich für die STones.
Es dominieren hier erstmalig stark Country- Töne und (wieder) Blues- Töne; aber auch Folk.
Die Songs an sich basieren merklich meist auf recht einfachen, wenn auch guten Riffs, auf die dann der Gesang oder eine Melodie, z.T. mit Gitarren- Solos oder andere kurze Einlagen gelegt sind. Das bewährte Konzept der Stones
Überrashcend ist, dass hier kein Song wirklich schnell ist (mit Ausnahme von "Stray Cat Blues"), wenn auch oft durchaus gewohnt- rhythmisch.
Erstaunlich ist auch, dass die meisten SOngs hier auf recht einfachen Mustern zu basieren scheinen. Das Album scheint noch weitgehend günstig produziert worden; man hat den Eindruck, man ist hier noch sehr weit entfernt vom raffinierten, perfektionierten Sound à la Phil Spector gewesen (obwohl dieser ja entscheidend an der ersten Platte der Stones beteiligt gewesen ist). Der Sound wirkt also stellenweise durchaus "minimalistisch"; was aber der Qualität der Songs keinen Abbruch tut, und mich nicht im Geringsten stört.
Dass die Scheibe es aber (wieder) nicht bis nach ganz oben in die wichtigsten Charts geschafft hat, wird allerdings weniger mit der mangelnden INnovativität oder Qualität der Songs begründet, sondern eher damit, dass es zeitgleich mit dem berühmten "White Album" der Beatles erschienen ist.
Gestatten Sie, dass ich die einzelnen SOngs wie folgt charakterisieren möchte:

SYMPATHY FOR THE DEVIL ist einer der bekanntesten Songs der Stones; zumindest auf dieser Scheibe. Ich persönlich halte ihn dennoch nicht für einen der besten dieser Scheibe. Im Hintergrund immer der gleiche (Fell-) Trommel- Rhythmus, der den HÖrer wohl - wie in einer Art "kultischen Handlung" - in eine Art "Trance"- Zustand versetzten soll. Darüber dann hinterher u.A: ein durchaus gekonntes Gitarren- Solo;

NO EXPECTATIONS: mit diesem Song geht es wieder direkt in die Südstaaten auf die Cotton- Fields: country- getränkter Blues. Sehr langsam. Dennoch einer der besten Blues- SOngs, die die Stones meiner Meinung nach gemacht haben. Hätte kein Muddy Waters oder Howlin' Wolf dieser Welt jemals besser gemacht.

DEAR DOCTOR: diese Country- Nummer, mit der Blues- Harp gekonnt gemischt - zeugt vom gewachsenen Verständnis und Können der Stones - vor allem Richards' - in diesem Metier. Herrlicher Song; wenn auch stellenweise recht ironisch.

PARACHUTE WOMAN ist ein typischer Blues nach Art von "Little Red Rooster". Nichts wirklich neues unter dieser Sonne (auch noch nicht zum damaligen Zeitpunkt).

JIGSAW PUZZLE ist ein etwas schnelleres, gutes, und wieder Country- beeinflusstes Stück. Obwohl der Song wieder auf sehr einfachen Prinzipien zu beruhen scheint, und keinen echten Refrain kennt, wird der Song dennoch nie langweilig. Über einem straighten Drum- Rhythmus, der zwischendurch wechselt, ist ein herrliches Piano- Geklimper, und andere Instrumente. Erstaunlich, dass der Song ganz ohne Gitarre auskommt. Bands, wie die von Lou Reed, wären ohne Songs wie diese, und wie ihn die Stones geprägt haben, nicht denkbar gewesen.

STREET FIGHTING MAN ist zurecht einer der bekanntesten Songs der Stones, vor allem aufgrund seines eingängigen Gitarren- Riffs. Perfekt wirkt auch das Piano darüber und

PRODIGAL SON ist ein klassischer Blues- SOng, und der einzige auf dieser Scheibe, der nicht aus der Feder der Herren Richards/ Jagger stammt. Leider auch der schwächste Song auf der Scheibe; wenn auch für sich genommen ein guter, und sehr schnell gespielter Blues- Song.

STRAY CAT BLUES ist ein typischer Stones- Rocker, der das Muster für diese Art von Nummern für viele Jahre vorgeben sollte. Auch dieser Song basiert wieder auf einem dieser typischen Stones- Gitarren- Riffs. Einer der besten songs hier.

FACTORY GIRL ist ein Folk- Song nach traditionell- irischem Muster, mit viel Fiddle- Musik, aber auch durchgängigem (Fell-) Trommel- Rhythmus. Auch hier gilt: an für sich ein guter Folk- song; aber im Vergleich zum sonstigen Stones- Standard - auch gemessen an den anderen Songs dieser Platte - ein eher schwaches Stück. Wirkt sehr STones- untypisch. Vermutlich haben sich die Stones hier von den Beatles beeinflussen lassen.

SALT OF THE EARTH hat auch wieder so ein Riff im Hintergrund. Sehr in sich abwechslungsreiches Stück, bei dem auch sonst wieder so alles zu stimmen scheint: der Schlagzeugrhythmus, die ganzen Wechsel, das Piano- Geklimper darüber, die choralen Gesänge am Ende des stückes, ... Songs in diesem Stil waren für die Stones relativ neu, aber sollten in den nachfolgenden Scheiben noch öfter vorkommen.

FAZIT: gute, innovative, sehr abwechslungsreiche Scheibe der Stones, auf der sich gute mit besseren Songs der Band abwechseln. Wenn man die ersten Scheiben der Stones - aus den Jahren 1964 - 66 - zum Vergleich heranzieht, fällt auf, wie unglaublich schnell sich die Stones entwickelt und verändert haben! Der Weg weg von den großen Vorbildern, hin zur EInzigartigkeit dieser Band wird spätestens auf dieser Scheibe deutlich spürbar. Hier waren sie endlich "sie selbst"!
Sicher ein Meilenstein der STones- und Rock- Geschichte. Ob das Album allerdings insgesamt als eines der besten der STones anzusehen ist, halte ich für fraglich. Ich persönlich habe den Eindruck, den hier eingeschlagenen Weg haben die Stones auf den nachfolgenden Alben (z.B. auf "Let it bleed" und "Exile on Main street") noch verbessert. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.
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