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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
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Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Tränen meiner Seele (Taschenbuch)
Die Autorin beschreibt ihr Leben in Nordkorea und ihre Ausbildung zur Geheimagentin, die in den 80ern den Auftrag bekommt, einen Anschlag auf ein Flugzeug zu verüben und so zur Massenmörderin wird. Sie wird geschnappt, überlebt einen Selbstmordversuch, sieht sich dann in Südkorea mit der Todesstrafe konfrontiert und wird Christin. Im Buch beschreibt sie vor allem ihre Ausbildung und Erlebnisse als Agentin im Dienste ihres Staates, sowie die Ereignisse nach dem Anschlag. Das Buch ist durchwegs spannend, aber wer sich ein mehr umfassendes Bild über die Menschen und Umstände in Nordkorea erwartet, der wird eher enttäuscht. Auch die Aktualität ist nicht mehr gegeben, denn den Tod des "geliebten Führers" und die Hungersnot hat die Autorin nicht mehr miterlebt. Außerdem fällt es schwer, sich in die Autorin hineinzudenken. Sie ist einerseits intelligent und lernfähig, aber doch wieder - vor allem emotional - geradezu erschreckend naiv. Man kann sich als Westler eigentlich nicht mehr erklären, wie sich ein ganzes Volk so lange derart manipulieren lassen kann; der Fatalismus der Nordkoreaner überschreitet die Fassungskraft. Selbst der japanische Gottkaiser ist noch eher verständlich. Man fragt sich: Können diese Menschen ohne ihre Mauer überhaupt noch leben? Und: Bei einem derartig repressiven Regime müßte es doch eigentlich massenhaft Tote geben. Wo sind diese? Sterben die Nordkoreaner alle eher den Hungertod, als aufzubegehren? Fazit: Wer eine spannende Biographie einer ehemaligen nordkoreanischen Geheimagentin lesen möchte, der ist gut bedient. Ein mehr aktuelleres, zugänglicheres und umfassenderes Bild über Nordkorea bietet das Buch "Die Kinogänger von Chongjin" der Asienkorrespondentin Barbara Demick.
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Von 1 Kunden verfolgt
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag:
12.07.2011 08:23:47 GMT+02:00
Lena Müller meint:
Ich denke, diejenigen, die aufbegehren, landen im Arbeitslager.
Veröffentlicht am
08.03.2012 00:20:58 GMT+01:00
Ingmar meint:
Die Menschen Nordkoreas werden ganz bestimmt (leider) die letzten sein, die aufbegehren! Denn Jeder wird hier - mittlerweile seit Generationen - von klein an von staatlicher Seite her völlig manipuliert! In diesem Land lernt man früh, dass die völlige Hingabe an den "Großen Führer" die beste "Lebensversicherung" (so paradox es sich heutzutage unter jenden Umständen auch anhört!) in diesem Land ist!
Außerdem kennen die Menschen nichts anderes als offizielle Medien! Wer ausländisches Radio hört, kann mit dem Tod, zumindest aber mit Arbeitslager, bestraft werden! Ansonsten hat die Führung einen nahezu perfekten, engmaschigen Überwachungsapparat geschaffen. Niemand vertraut irgendjemandem; der beste Freund kann längst - aus materiellen Gründen (um zu überleben!) ein Spitzel des Staates sein! Dazu kommt, dass man in Nordkorea von früh an dazu erzogen wird, seine Mitschüler/ Arbeitskollegen/ Nachbarn/ Freunde, ja selbst Familienangehörige zu VERRATEN! Man wird dazu schon in der Schule regelrecht gezwungen! Wer Andere verrät, erhält (oft lebenswichtige) Vorteile: bekommt größere Lebensmittelrationen, bessere Aussichten auf einen Aufstieg in der Parteihierarchie, ... Und wenn die gesamte Bevölkerung am Verhungern ist, denkt Jeder nur noch an sich; wie kann er diesen Tag überleben!? An Revolution denkt - halb todgehungert - dann Niemand mehr! Die Zustände in diesem Land sind denen von George Orwell's "1984" erschreckend ähnlich! Denn eines muss man - trotz der ganzen Perversion - dem unlängst verstorbenen "Geliebten Führer" Kim Jong- Il lassen: er hat die Psychologie der Macht verstanden wie kaum ein Anderer! Er hat es verstanden, wie es funktioniert, dass das ausgebeutete Volk, das unter ihm alles verloren hat (Lebensmittel, Arbeit, Verwandte, ...), noch entsetzlich traurig ist, wenn der Diktator - den der ganze Rest der Welt hasst - schließlich stirbt! Über den entsetzlich- traurigen Alltag kann man sich am besten durch das Buch "Ihr seid hier im Paradies" von Hyok Kang informieren, der in diesem Buch über seine Kindheit in Nordkorea sehr sachlich, und dennoch "spannend" schreibt.
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