Kundenrezension

38 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wahrer Meilenstein, 21. Juli 2002
Rezension bezieht sich auf: Look at Yourself/Miniature (Audio CD)
Im Februar 1971 hatten die Engländer zunächst "Solisbury" herausgebracht. Auch dieses Album konnte mit Songs wie "Bird Of Prey" und "Lady In Black" voll überzeugen, aber das Meisterstück gelang mit dem noch im selben Jahr veröffentlichten Album "Look At Yourself", das bereits durch das Artwork (Spiegelfolie!) für Aufsehen sorgte.
Doch auch nachdem Auflegen auf den Plattenteller, hat "Look At Yourself" einiges zu bieten, zunächst einmal den Titelsong. Orgellastig mit kreischenden Backgroundstimmen, eben Heep-typisch, präsentiert er sich. Dieses erste Highlight endet mit, zumindest für damalige Verhältnisse, gerade in Bezug auf Geschwindigkeit irrsinnigen Drums. Und genau sowas war es, was Uriah Heep ausmachte. Für den heutigen Hörer ist sowas natürlich nichts besonderes, schließlich hat er schon ganz andere Sachen gehört. Aber in einer Zeit in der Speed Metal noch ferne Zukunft war, war das ganze absolut innovativ. "I Wanna Be Free" kommt auf den ersten Blick etwas konventioneller daher. Aber Effekte wie das üppig eingesetzte Tremelo-Echo waren nicht weniger neu.
Und was dann als 3. Track kommt ist einfach Musikgeschichte. Nach den anderen 2 großen Hardrock-Bands, Deep Purple ("Child In Time", 1970) und Led Zeppelin ("Stairway To Heaven" 1971) hatte auch Uriah Heep nun einen "heiligen Song". Und dieser heißt "July Morning". Und wieder erstaunlich, was hier versucht wurde. Der sowieso schon irgendwie "schräge" Instrumentalpart (für die Musiker: A-moll, H-dur, G-dur) wird in den letzten 4 Minuten noch einmal mit zigfach anderen Melodien überlagert, so dass eine dissonante Polyphonie entsteht, wie es sie noch nie zuvor in der Rockmusik und selten zuvor überhaupt gegeben hatte. Ich möchte sagen: Nie wieder kamen sich auf musikalischer Ebene Genie und Wahnsinn näher als bei "July Morning".
"Tears In My Eyes" spielt gekonnt mit dem Wechsel zwischen klassischem Hardrock und Akkustikrock im Stil von "Lady in Black" und verlangt dabei wie "July Morning" einiges vom Hörer ab. Dritter absoluter Top-Song des Albums. Nach diesen 5 Minuten voller Abwechslung gibt's mit "Shadows Of Grief" den zweiten Überlänge-Song. An den ersten ist selbstverständlich kein Hinkommen. Aber auch hier musste sich der Hörer an Ungewöhnliches gewöhnen. Gerade wenn man sich die Passage nach der 6-Minuten-Marke anhört, wird man feststellen, wieviel Einfluss Uriah Heep auf die spätere Hardrockentwicklung inkl. Metal hatten. Auch hier sind die Abschlussminuten erstmal mit Erstaunen zu begutachten.
"What Should Be Done" ist sehr pianogeprägt und erinnert fast etwas an die 30-iger Jahre. Der kürzeste Track "Love Machine" beendet dann das Album im typischen Hardrockstil: Gitarrenlastig, riff-geprägt mit üblichen Text. David Byrons Stimme und Ken Hensleys Hammond-Orgel verleihen aber auch diesem Song einen unnachahmlichen Stil.
Um "Look At Yourself" gerecht zu bewerten, muss man ins Jahr 1971 zurückgehen. Nur dann wird einem deutlich, wie neu diese Platte wirklich war. Uriah Heep treten häufig zu Unrecht hinter Led Zep und Black Sabbath zurück, wenn von den Wegbereitern des Heavy Metals geredet wird, wie "Look At Yourself" eindrucksvoll beweist.
Befremdlich, innovativ, genial neu. Ein echter Meilenstein des Rocks - Uriah Heep - "Look At Yourself".
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 20.03.2015 12:25:18 GMT+01:00
Lemmy meint:
Klasse rezi' kann nur voll zustimmen, lemmy

Veröffentlicht am 13.05.2015 16:00:32 GMT+02:00
Amberle meint:
Die LP heißt aber wie die englische Stadt Salisbury.
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