Kundenrezension

20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer genau war Alexis Weissenberg?, 13. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Icon: Alexis Weissenberg (Audio CD)
Diese Veröffentlichung einer Vielzahl von Aufnahmen, die Alexis Weissenberg für die EMI während einer lange Schaffensphase machte, kommen nun in einer Box in der ICON Reihe erneut auf den Markt. Die meisten Aufnahmen liegen nicht in neuen Remasterings vor, was Vor- wie Nachteile mit sich bringt. Weissenberg war stets darum bemüht den Klavierklang präsenter zu halten, und dieses in seinen Aufnahmen zu dokumentieren. Deswegen sind etliche vom Klangcharakter zwar Stereo, klingen jedoch wenig räumlich, da das Klavier in einem engen Feld aufgenommen wurde. So läßt sich bei den Bach-Aufnahmen jede kleinste Nuance seines Spiels verfolgen. Leider sind die Beethoven Konzerte unter Karajan, ebenfalls bei EMI entstanden, nicht Teil dieser Zusammenstellung. Dafür sind jedoch einige lange nicht mehr erhältliche Einspielungen, wie zum Beispiel die "live"-Aufnahme des 1. Klavierkonzertes von Johannes Brahms mit Giulini, oder das 3. Klavierkonzert von Sergej Rachmaninov unter Bernstein enthalten, die ob ihrer im ersteren Fall ernsthaften und zweiteren lyrisch-sanglichen Qualitäten durchaus Ausnahmestatus haben. Einige der Soloaufnahmen wie zum Beispiel Schumanns Kinderszenen überraschen sogar durch die Einfachheit in der Gestaltung, dringen sie doch auf eine frische und poetische Art in den Kern des Wesens vor. Natürlich und das muß ausdrücklich erwähnt werden, werden Notationen mehr als "Empfehlungen" verstanden und schlußendlich einem "Interpretieren" ganz im Sinne eines Horowitz, dem jeweiligen Geist des Werkes angepasst. Ein heutzutage vielleicht unpopulärer Ansatz, nicht destotrotz eröffnet es einem neue Sichtweisen auf Werke wie das selten eingespielte "Album der Jugend" von Robert Schumann oder auch eine sehr gelungene Aufnahme des Ravel Konzerts in G-Dur, welche sich hinter Michelangelis berühmter Aufnahme an Atmosphäre nicht zu verstecken braucht. Zu diesem Preis ist es jetzt gerade eine willkommene Möglichkeit, den erst vor wenigen Wochen verstorbenen Alexis Weissenberg kennenzulernen und vielleicht eine willkommene Abwechslung die sehr subjektiven Ausdeutungen vieler Standardwerke wie den "Bildern einer Ausstellung" zu den jungen Klavierstars heutiger Zeit zu hören. Vielleicht läßt sich dann die eingangs erwähnte Fragestellung beantworten und den kontrovers diskutierten Weissenberg einordnen.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 09.03.2012 14:55:48 GMT+01:00
Sagittarius meint:
Aus einem Nachruf:"Der französische Pianist Alexis Weissenberg ist tot. Er starb im Alter von 82 Jahren in Lugano. Der in Bulgarien geborene Musiker machte nach dem Zweiten Weltkrieg international Karriere. Herbert von Karajan nannte ihn "einen der besten Pianisten unserer Zeit". Weissenberg, dessen musikalischer Schwerpunkt bei der Romantik lag, spielte unter anderem alle Klavierwerke Chopins ein. Im Alter war er vor allem als Lehrer tätig und leitete zahlreiche Meisterklassen.
In den letzten Jahren litt er verstärkt an der Parkinson'schen Krankheit und zog sich mehr und mehr zurück.

Er sprach übrigens gut deutsch. Im Deutschlandfunk hat er mehrfach die Sendung "Klassik, Pop etcetera" moderiert, ich erinnere mich noch lebhaft daran. Zum Abschied spielte er jedes mal auf dem Flügel Bachs "Jesus bleibet meine Freude" - eine Art Abschieds- und Erkennungsmelodie von ihm - wird mir daher unvergesslich bleiben.... " tamino KLassik-Forum

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.07.2012 01:00:25 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 22.07.2012 01:08:09 GMT+02:00
Alexis Weissenberg hat leider nicht alle werke von Chopin eingespielt. So fehlen z.B. die Préludes, die Études oder die Mazurken sowie die 1. Sonate für Klavier , Weissenberg hat schon vor seinem legendären Comeback 1966 / 1967 nach dem gewinn des leventritt - Wettbewerbes den damals durchweg bevorzugten interpretationsstil bei Chopin völlig entsuabt . Bleibende Ausnahmeinterpretationen sind : Die beiden Klavierkonzerte, die Klaviersonate Nr. 2 ( frühe Aufnahme bei RCA , wiederveröffentlicht 2004 bei EMI ) , die Klaviersonate in h-Moll Opus 58 , die beiden erste Scherzi ( noch bei RCA als LP veröffentlicht ) , die Valses und vor allem die Nocturnes , zu denen es keine vergleichbare Interpretation gibt . Alexis Wekissenberg war war wahrscheinlich der letzte " ultimate shaker and mover " der Painisten überhaupt ( Bryce Morrison, The Gramophone, 1998 ) . Er war sein leben lang ein weltbürger, der mehrere Sprachen pefrfekt beherrscht hat, Zugang zu Musical, Jazz und Chanson gefunden hatte ( schon 1947 in New York ) und ein bedeutender humanist geblieben ist . Er respektierte andere Kollegen und diese bewunderzen und verehrten ihn ein Leben lang wie Rubinstein, Howoitz, Argerich, Pogorelich , Hough u.v.a.m. . och in seiner letzten , so schweren leidensphase war Weissenberg ein wundervoller Freund u Ratgeber . Frank G. Bechyna
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