1 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Mehr Action, weniger Handlung, 5. April 2008
Rezension bezieht sich auf: 28 Weeks Later (DVD)
Nachdem das Rage-Virus den Großteil der Bevölkerung Großbritanniens vernichtet hat, verfolgt man nun den ehrgeizigen Plan, die Insel neu zu besiedeln. Das Virus sei ausgerottet, so der Generalstab. Den Anfang für die Neubesiedlung macht eine extrem gesicherte Zone im Herzen London. Die Canary Wharf, ein Hochhausviertel, dient rund 15.000 Menschen als neues Zuhause. Darunter sind auch die beiden Jugendlichen Tammie und Andi, die ihren Vater, einen der wenigen Überlebenden der Epidemie, nach langer Zeit wiedersehen. Doch entgegen der Prognose des Generalstabs hat das Virus überlebt und schon bald erlebt die Stadt einen neuen Ausbruch. Bereits der Vorgänger spaltete die Zuschauer in zwei Lager: Die eine Hälfte war von der dichten Atmosphäre des komplett leeren Londons fasziniert, während die andere Hälfte die zugegebenermaßen dünne Handlung kritisierte. Bei 28 Weeks Later wird dies nun nicht anders aussehen, obwohl nicht mehr Danny Boyle, sondern Juan Carlos Fresnadillo Regie führte. Auch der Nachfolger punktet bei den gewaltigen Bildern, den sehenswerten FX-Effekten (London ist diesmal noch leerer als zuvor animiert) und dem düsteren Soundtrack. Dennoch erreicht der Film nicht die atmosphärische Intensität wie 28 Days Later. Es ist eben dasselbe Szenario, dasselbe Land, dasselbe Virus - dies lässt nicht viel Spielraum für neue Ideen. Statt der beklemmenden Stimmung des ersten Teils setzt Fresnadillo daher eher auf schnelle Schnitte, mehr Blut und weniger Dialoge. Die Story ist allzu typisch für einen Horrorfilm (Wer stirbt als Nächstes?), trotzdem sind spannende Momente selten. Hinzu kommen einige logische Ungereimtheiten - wie schaffen es zwei Kinder, die extrem gesicherte Zone über ein Abwasser-Rohr über die Themse zu verlassen? Wie können sie in wenigen Stunden 30 oder 40 km zu Fuß zurückzulegen (Westminster - Wembley)? Über das Ende hülle ich lieber den Mantel des Schweigens. Sehr gut ist dagegen der Beginn des Films, der zeitlich dort ansetzt, wo der erste Teil aufhörte, und in dem Robert Carlyle eine wirklich gute schauspielerische Leistung abliefert. So bleibt im Nachhinein der Eindruck, einen Film gesehen zu haben, der keine klare eigene Linie findet. Auf der einen Seite dem apokalyptischen Szenario des ersten Teils verpflichtet, versucht der Regisseur durchaus eigene Akzente zu setzen - nur gehen diese Akzente eben schlichtweg nur in Richtung Action und Bilder. Er hätte gut daran getan, auch die Story besser auszufeilen. So bekommt man 90 Minuten High-Speed-Apokalypse, die an einen sehr langen Trailer erinnern und dank des Soundtracks und der Bilder durchaus ihren Reiz haben. Überzeugen kann das aber längst nicht jeden, denn oftmals sind es eher die ruhigeren Szenen und die kleinen Details, die das ganze Ausmaß eines Schreckens transportieren - und die fehlen hier ebenso wie eine spannende Story.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
28 Weeks Later B00118Q97S
Jeremy Renner
Twentieth Century Fox Home Entert.
28 Weeks Later
Alle Produkte
Mehr Action, weniger Handlung
Nachdem das Rage-Virus den Großteil der Bevölkerung Großbritanniens vernichtet hat, verfolgt man nun den ehrgeizigen Plan, die Insel neu zu besiedeln. Das Virus sei ausgerottet, so der Generalstab. Den Anfang für die Neubesiedlung macht eine extrem gesicherte Zone im Herzen London. Die Canary Wharf, ein Hochhausviertel, dient rund 15.000 Menschen als neues Zuhause. Darunter sind auch die beiden Jugendlichen Tammie und Andi, die ihren Vater, einen der wenigen Überlebenden der Epidemie, nach langer Zeit wiedersehen. Doch entgegen der Prognose des Generalstabs hat das Virus überlebt und schon bald erlebt die Stadt einen neuen Ausbruch.
Bereits der Vorgänger spaltete die Zuschauer in zwei Lager: Die eine Hälfte war von der dichten Atmosphäre des komplett leeren Londons fasziniert, während die andere Hälfte die zugegebenermaßen dünne Handlung kritisierte. Bei 28 Weeks Later wird dies nun nicht anders aussehen, obwohl nicht mehr Danny Boyle, sondern Juan Carlos Fresnadillo Regie führte. Auch der Nachfolger punktet bei den gewaltigen Bildern, den sehenswerten FX-Effekten (London ist diesmal noch leerer als zuvor animiert) und dem düsteren Soundtrack. Dennoch erreicht der Film nicht die atmosphärische Intensität wie 28 Days Later. Es ist eben dasselbe Szenario, dasselbe Land, dasselbe Virus - dies lässt nicht viel Spielraum für neue Ideen. Statt der beklemmenden Stimmung des ersten Teils setzt Fresnadillo daher eher auf schnelle Schnitte, mehr Blut und weniger Dialoge. Die Story ist allzu typisch für einen Horrorfilm (Wer stirbt als Nächstes?), trotzdem sind spannende Momente selten. Hinzu kommen einige logische Ungereimtheiten - wie schaffen es zwei Kinder, die extrem gesicherte Zone über ein Abwasser-Rohr über die Themse zu verlassen? Wie können sie in wenigen Stunden 30 oder 40 km zu Fuß zurückzulegen (Westminster - Wembley)? Über das Ende hülle ich lieber den Mantel des Schweigens. Sehr gut ist dagegen der Beginn des Films, der zeitlich dort ansetzt, wo der erste Teil aufhörte, und in dem Robert Carlyle eine wirklich gute schauspielerische Leistung abliefert.
So bleibt im Nachhinein der Eindruck, einen Film gesehen zu haben, der keine klare eigene Linie findet. Auf der einen Seite dem apokalyptischen Szenario des ersten Teils verpflichtet, versucht der Regisseur durchaus eigene Akzente zu setzen - nur gehen diese Akzente eben schlichtweg nur in Richtung Action und Bilder. Er hätte gut daran getan, auch die Story besser auszufeilen. So bekommt man 90 Minuten High-Speed-Apokalypse, die an einen sehr langen Trailer erinnern und dank des Soundtracks und der Bilder durchaus ihren Reiz haben. Überzeugen kann das aber längst nicht jeden, denn oftmals sind es eher die ruhigeren Szenen und die kleinen Details, die das ganze Ausmaß eines Schreckens transportieren - und die fehlen hier ebenso wie eine spannende Story.
XRoterSternX
5. April 2008
- Insgesamt:
5

|
Details
Ort: Potsdam
Top-Rezensenten Rang: 36.840
|