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Rezension bezieht sich auf: Wolfskind: Die unglaubliche Lebensgeschichte des ostpreußischen Mädchens Liesabeth Otto (Taschenbuch)
Unser Wolfskind heißt Liesabeth Otto und war ein ostpreußisches Mädchen. Ihre Lebensgeschichte wurde von Ingeborg Jacobs nieder geschrieben und ist im List-Verlag erschienen.Die Autorin: Ingeborg Jacobs wurde 1957 in Solingen geboren und ist seit 1995 als freie Autorin beim ZDF tätig. Inhalt: Einführend erzählt die Autorin, wie sie dazu kam, dieses Buch zu schreiben, wie sie Liesabeth kennen lernte und feststellte, dass sie einen Film und letztlich auch ein Buch verdient hat mit ihrer Lebensgeschichte, dass nicht in Vergessenheit geraten darf, was sie erleben musste. Das Buch beginnt in den letzten Monaten des Jahres 1945 in Ostpreußen. Das Buch ist in der Ich-Schreibweise geschrieben, so, als würde das Wolfskind sich erinnern, was ja auch der Fall ist. Die nächsten Kapitel beschäftigen sich mit den Jahren 1945 ' 1953 (Überleben in Litauen), 1953 ' 1959 (Im Gulag), Kreuz und Quer durch die Sowjetunion, Tochter Elena, Im Westen, Zwischen zwei Welten, Epilog, Literatur. Schön ist es, dass man einführend auf der inneren Umschlagseite doppelseitig die Karte sehen kann mit den Stationen im Leben von Liesabeth Ottos Leben. Gemeinsam mit der Mutter waren 1945 Liesabeth und ihre Geschwister auf der Flucht vor der Roten Armee. Ostpreußen ist Schauplatz. Damals war die kleine Liesabeth gerade mal 7 Jahre alt. Mutter und Schwester sind verhungert und den Bruder verlor sie aus den Augen. Sie ist allein und mittellos in den Wäldern Ostpreußens unterwegs und muss sich irgendwie durchschlagen, sie hat nichts und lebt von einer Stunde zur anderen. Irgendwie ist sie auf einmal im Baltikum gelandet. Jahrelang schlägt sie sich irgendwie durch. Eine entbehrungsreiche Zeit liegt hinter ihr. Immer muss sie damit rechnen von Sowjets entdeckt zu werden. Hier wird Nachkriegsgeschichte real !!! Was Liesabeth alles während ihrer Odyssee erlebt, dass erzählt sie uns, sie, die jetzt mittlerweile 73jährige Frau, die der Journalistin und Autorin des Buches ihr Leben darlegt. Sehr einfühlsam geschrieben ist es, was ihr passierte, Gänsehautfeeling, da man weiß, es ist nicht fiktiv, es ist alles real passiert, einem so kleinen Mädchen passiert: Vergewaltigung und Demütigungen, Hunger und Angst vor den Häschern, und nie zu wissen, wo man übernachten kann. Es ist ein Zeitdokument, wie man seinesgleichen sucht, intensiv und bildhaft, ehrlich und authentisch, besonders, da in der Ich-Schreibweise geschrieben, zu Herzen gehend und aufrüttelnd. Sie muss stehlen, um durchzukommen ' dann wird sie dabei erwischt und landet in einem Gulag, eine noch schrecklichere Zeit beginnt ' Die Gefühle eines Kindes, welches solche Strapazen und Entbehrungen auf sich nehmen muss, welches aber nicht den Mut verliert und an eine Zukunft glaubt, auch glaubt, seine Familie irgendwann wieder zu finden, was ihr sicher auch geholfen hat, überhaupt diese schreckliche Zeit zu überleben ' all das und viel mehr wird im Buch beschrieben ' detailliert und real beschrieben. Auch Bilder sind im Buch vorhanden und die Kapitel sind nicht zu lang, sodass man auch mal lesen kann, wenn man weniger Zeit zur Verfügung hat, wobei das schwierig ist, weil man immer von einem Kapitel zum nächsten fiebert und das Buch kaum aus der Hand legen kann. Wirklich faszinierend, wie gefühlvoll die Begebenheiten und doch auch sachlich wieder gegeben werden. Die Texte lesen sich sehr flüssig und das Geschriebene ist ergreifend. EIN BUCH, DAS MAN GELESEN HABEN SOLLTE !!! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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