Kundenrezension

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Comeback des Jahres!, 19. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: The Hunting Party (Audio CD)
Linkin Park haben mir damals, wie vielen anderen auch, die Tür in die Welt der harten Gitarrenmusik geöffnet. Die Mischung aus Rap, Metal Riffs und eingängen agressiven Vocals hauten mich damals einfach nur um. „Hybrid Theory“ als auch „Meteora“ zählen für mich bis heute zu den absoluten Meilensteinen des Nu Metals. Nach dem miserablen Jay-Z Encore Album kam das langerwartete Album „Minutes To Midnight“, welches in eine andere Richtung ging. Die Songs hatten nichts mehr mit dem ursprünglichen Nu-Metal der Vorgänger zu tun, eher wurden neue Alternative Elemente ausgepackt. Das stand den Jungs gar nicht schlecht zu Gesicht. Das Einzige ich damals etwas kritisch beäugte, war die etwas zurückgefahrene Härte der Band. Man kann aber nicht abstreiten das dies trotzdem noch ein wirklich gutes Rock Album war.

Tja und dann kamen die beiden Alben die wohl für jeden Hybrid Theory-/ Meteora-/ Minutes To Midnight Liebhaber ein Schlag in die Fresse waren. Sowohl „A Thousand Suns“ als auch „Living Things“ hatten nichts, absolut gar nichts mehr mit Rockmusik zu tun. Beide sind komplett von elektronischen Elementen durchtränkt und eine verzerrte Gitarre oder echte Drums konnte man kaum noch vernehmen. Leider gingen ab dem Zeitpunkt LP und ich getrennte Wege. Nicht das man mich falsch versteht. Ich habe absolut nichts gegen die Weiterentwicklung von Bands. Künstler müssen sich ausprobieren und sollen auch neue Elemente in ihren Sound implementieren. Das Spannende an Musik ist, dass sie ein Spielplatz ist wo man als Künstler alles machen darf, was man will. Natürlich solange man als Künstler selber dahinter steht. Ich werfe den Jungs auch keine Kommerzialisierung vor denn das ist doch bescheuert. Ginge es ihnen nur um Geld oder um eine sichere Schiene um garantiert viele Platten abzusetzen, hätten sie doch einfach ein Album im Stile von „Meteora“ oder „Hybrid Theory“ rausbringen müssen. Das wäre sicher der einfachste Weg gewesen, sie bewiesen aber Mut und gingen einen komplett anderen Weg. Ein Weg, dem ich aber nicht folgen wollte. Ich konnte dem ganzen musikalisch nicht mehr viel abgewinnen. Aber der Erfolg gab ihnen Recht, es kamen viele neue Fans hinzu denen die älteren Sachen womöglich zu hart waren.

Tja und nun sitze ich hier und lasse mir mit „The Hunting Party“ ordentlich die Gehörgänge durchpusten. Durch Zufall stolperte ich über „Guilty All The Same“. Und ich war begeistert. Die verzerrten Gitarren sind wieder da, die Drums sind wieder da, Mikes Raps werden wieder verstärkt eingesetzt und auch Chesters aggressive Vocals feiern ihr Comeback. Ist es deswegen ein „Hybrid Theory 2“ oder ein „Meteora 2“? Jein, es ist mehr eine Verschmelzung aller Alben, gepackt in Heavyness und garniert mit neuen Elementen und einigen Überraschungen.

Songs wie „Guilty All The Same“, „Wastelands“ oder auch „All For Nothing“ erinnern noch am meisten an die guten alten „Hybrid Theory“ bzw. „Meteora“ Zeiten. Mike rappt, Chester gröhlt bzw. singt die eingängigen Refrains und ansonsten dominieren dicke Gitarrenwände die 3 Songs. Eine Neuerung im LP Sound fällt auch gleich auf, Brad spielt wesentlich öfter Lead-Guitar und es gibt teilweise sogar richtige Gitarrensoli. Das finde ich klasse und die Musik profitiert dadurch natürlich durch Abwechslung innerhalb der Songs. Diese drei Songs sind aber die einzigen die am offensichtlichsten an die ersten beiden Alben erinnern.

Eine richtige Überraschung ist „Keys To The Kingdom“. Linkin Park liefern damit den härtesten Track ihrer Karriere ab. Dieser Song ist purer, agressiver Metal. Geile Nummer! Auch „War“ ist eine Überraschung, da dieser recht punkig daher kommt. Sowas hat man von den Jungs bis dato noch gar nicht gehört aber auch das steht ihnen gut zu Gesicht. Irgendwie erinnert mich der Song Bad Religion. Auch das Mainriff von „Rebellion“ erinnert mich an eine andere Band, nämlich System Of A Down. Das ist aber durch das Mitwirken von Daron Malakian auch nicht verwunderlich. Aber auch dieses Experiment hat funktioniert und gibt dem ganzen Album die nötige Abwechslung.

Ich bin total verwundert und hätte nicht erwartet das Linkin Park jemals so heavy zu Werke gehen würden wie auf „The Hunting Party“. Die einzigen elektronischen Spielereien der letzten beiden Alben findet man in „Until It’s Gone“. Hier kommen wieder mehr die poppigen Elemente zum tragen, trotzdem ist der Song durch den verzerrten Gitarreneinsatz härter als die Songs von „A Thousand Suns“ und „Living Things“. Eine wirklich coole Nummer die mit Sicherheit auch im Radio laufen wird. Apropos Radio, auch „Final Masquerade“ hat das Potenzial dazu. Diese lebt vor allem von Chesters Stimme und dem extrem eingängigen Refrain. Im Gegensatz zu „Until It’s Gone“ gibt es hier keine elektronischen Spielereien.

„A Line In The Sand“ ist ein würdiger Abschluss des Albums und wirkt wie eine Art Zusammenfassung von „The Hunting Party“ in einem Song. Einzig der Song „Mark The Graves“ hat bei mir noch nicht so richtig gezündet und kommt nicht an das hohe Hitpotential der restlichen Tracks ran. Auch finde ich die beiden kurzen und nichtssagenden Instrumentals „The Summoning“ und „Drawbar“ überflüssig. Da hätte ich mir lieber einen weiteren vollwertigen Song gewünscht.
Die Produktion ist sehr natürlich und roh geraten. Das passt aber wunderbar zu den Songs und unterstützt die harte Atmosphäre der Songs wunderbar.

Was kann man zum Abschluss sagen. Linkin Park bleiben sich ihrem Motto treu: "Unberechenbarkeit". Auch dieses Album klingt wieder ganz anders als die Alben davor. Fast könnte man meinen, die Jungs machen sich einen Spaß daraus ihre Fans ständig zu schocken. Hatten sich die Leute gerade an den polierten und elektronischen Sound der beiden Vorgänger gewöhnt, folgt mit „The Hunting Party“ eine Abrissbirne die sowas von verdammt Heavy um die Ecke gebogen kommt und härtetechnisch alles platt walzt, was LP bisher gemacht haben. Brad’s und Mike’s Gitarren braten, Rob prügelt wie ein Wahnsinniger auf seine Drums ein, Phoenix haut powervoll in die Saiten und Chester schreit sich seine Innereien raus. Einzig Joe bleibt in der gesamten Platte etwas blass. Man vermisst seine coolen Scratches, mit denen er früher immer tolle Akzente setzen konnte. Dies ist aber nur ein kleiner Makel einer ansonsten fantastischen LP-Platte die ohne Totalausfälle daher kommt. An alle Rock und Metalfans die mit den letzten Alben nicht so viel anfangen konnten, holt euch die Platte. Niemand weiß wie sich Linkin Park auf der nächsten Scheibe anhören werden und es wäre übel wenn ihr LP's bestes Album seit „Meteora“ verpasst.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

Schreiben Sie als erste Person zu dieser Rezension einen Kommentar.

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
">Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
 


Details

Artikel

Rezensentin / Rezensent