Kundenrezension

13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großer Gott, wir loben dich !!!, 21. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Opus Eponymous (Audio CD)
An dieser Band werden sich die Geister scheiden - um dies vorherzusehen, muss man gewiss kein Prophet sein. Bei der Underground-Formation GHOST handelt es sich um eine junge Band, über die bisher so gut wie garnichts bekannt ist. Die sechs Schweden bewegen sich im mystischen Nebel der Anonymität. Weder die Namen der Musiker, noch deren tatsächliche Herkunft ist dabei hunderprozentig nachzuweisen. In der Tat soll es sich aber um eine Band handeln, deren Mitglieder bereits bei anderen Projekten (z.B. bei REPUGNANT) aktiv zu Werke gehen sollen. Nichts genaues weiß man jedoch nicht...
Eines ist dennoch sicher: Mit ihrem knapp 34minütigen Debüt-Album "Opus eponymous" werden GHOST definitiv für Aufsehen sorgen. Positive und negative Schlagzeilen scheinen zu diesem Zeitpunkt schon arg vorprogrammiert.
Als größter Aufreger werden hierbei zweifelsohne die düsteren Lyrics genannt werden, die rein inhaltlich als reine, ungeschönte Satansanbetung durchgehen. GHOST machen sich dabei nicht mal die Mühe, ihre satanischen Verse durch Metaphern zu verschlüsseln. Nichts da, hier wird dem gehörnten Höllenfürsten direkt und ohne Umwege gehuldigt. Eine bitterböse Glorifizierung des Bösen. Feurige Textzeilen wie "Lucifer, we are here for your praise, evil one, our conjuration sings infernal psalms" oder "Say can you see the cross? Inverted solemnly. A symbol for the goat of a thousand young. 666 - evoke the king of hell" sprechen dabei eine eindeutige Sprache. Keine Frage, dies muss man nicht gut finden. Aber für den bodenständigen Occult-Rock von GHOST gibt es wohl keine bessere Basis.
Wenn man mal die musikalische Marschrichtung von "Opus eponymous" genau unter die Lupe nimmt, dann stehen einem zunächst viele Fragezeichen im Gesicht. Was zum Teufel soll das hier bitte sein ? Auf jeden Fall das merkwürdigste Album des Jahres 2010. Die Musikexperten bezeichnen den GHOST-Sound als eine Mischung aus MERCYFUL FATE und den Occult-Rockern von THE DEVIL'S BLOOD. Dieser Vergleich ist dabei sogar recht zutreffend - und schießt dennoch kilometerweit am Ziel vorbei. Der sechsköpfige Geisterorden spielt nämlich eine sehr mystische, aber hoch originelle Melange aus pechschwarz riffendem Retro-Hardrock mit enormem Seventies-Einschlag. Neben den oben genannten Band können dabei sicherlich noch Acts wie BLACK SABBATH , JEX THOTH , RAINBOW oder uralte Hippie-Recken wie THE DOORS als Referenz genannt werden. Zudem versprühen GHOST über die gesamte Spielzeit ein rauchiges Doom/Stoner-Feeling, weswegen die Band bereits beim deutschen "Hammer of Doom"-Festival für Furore sorgen konnte. Durch die Hinzunahme von Orgel bzw. simplen Keyboard-Sounds (z.B. beim Intro "Deus culpa") hat der 9-Tracker einen latent orchestralen Touch. Ein böser Satansgottesdienst zum Gruseln.
Der Gipfel der Unverschämtheit - im positiven Sinne - ist jedoch der herrlich einprägsame Gesang, der zunächst garnicht zur Musik passen will. Schockierend aufrichtige Songs wie "Ritual" , "Satan prayer" , "Con clavi con dio" oder "Elizabeth" gewinnen ihre Eigenständigkeit nämlich vor allem durch die zuckersüßen, fast schon poppigen Gesangslinien, deren simple Eingängigkeit jeden (!) Hörer auf Anhieb gefangen nimmt. Im finsteren Gesamtkonzept klingt dies beinahe schon so, als wolle die Band uns alle verspotten - diejenigen, die dem bösen Satansvater noch nicht ewige Treue geschworen haben. Fast müsste man glauben, als handele es sich um eine bloße Karikatur. Und dabei ist es doch sooo ernst gemeint.
Die Songs dieses 34-Minüters sind gefährlich: In Dauerrotation entwickeln sie ein unfassbares Suchtpotential, so dass man die Scheibe einfach nicht aus dem CD-Player nehmen kann. Bestes Beispiel sind dabei die formvollendeten "Stand by him" , "Prime mover" und "Death knell" (gigantisch!), deren faszinierendes Flair sich erst nach mehreren Durchläufen voll entfaltet. Das mehrschichtige Instrumental "Genesis" geht dafür als glasklare Seventies-Prog-Adaption durch, die diesem atemberaubendem Album abschließend den Deckel aufsetzt. Magisch!
Veredelt wurde "Opus eponymous" durch eine wundervoll bodenständige Produktion, wie man sie sich heutzutage viel öfter wünschen würde. Hier darf ein Schlagzeug noch wie ein Schlagzeug klingen. Diese Band ist noch nicht durch die Pro-Tools-Hölle gegangen. Eine knappe halbe Stunde regiert einfach nur authentischer Occult-Rock-Sound zum Niederknien, der viel organischer klingt, als alle überambitionierten New-Rock-Acts dieses Planeten zusammen.
Fazit: GHOST sind ein verdammt heißes Eisen im derzeitigen Rock-Underground. Eine Band die polarisieren will, und die einiges erreichen wird. Kein Zweifel: "Opus eponymous" sollte in diesem Jahr bei jedem Rock/Metal-Fan auf dem Weihnachtswunschzettel stehen. Und sagt nachher nicht, man hätte es euch nicht gesagt.
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Kommentare


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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 23.11.2010 14:41:44 GMT+01:00
soulseeker meint:
geile rezi - nix hinzuzufügen!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.11.2010 08:59:15 GMT+01:00
kwichybo meint:
Danke für das Lob - freut mich !!!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.11.2010 21:53:40 GMT+01:00
S. Krumrey meint:
Jau, haste gut gemacht. :-) Es war bestimmt nicht einfach, diese seltsame, aber faszinierende Platte zu beschreiben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.11.2010 08:44:09 GMT+01:00
kwichybo meint:
Es war tatsächlich nicht einfach - und fast hätte es mich innerlich zerissen.
Aber ich lebe noch! :-b
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