Kundenrezension

42 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wahnsinn, 4. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Ich will doch bloß sterben, Papa: Leben mit einer schizophrenen Tochter (Kindle Edition)
Zuerst `mal vorweg- ich habe mich noch nie genötigt gefühlt, ein Buch zu rezensieren. Ich habe aber auch noch nie beim Lesen so eine geballte Ladung unguter Gefühle verspürt! das Buch habe ich gerade in einem Zug gelesen. Das war wie ein schrecklicher Unfall- man will nicht hinsehen, kann aber auch nicht weggucken. Natürlich kann ich mir kein Urteil erlauben über die Situation dieser Familie. Beim Lesen stellte sich mir aber die ganze Zeit die Frage, ob Jani nicht genau den Part in der Familie einnimmt, der ihr wahrscheinlich unbewusst von den Eltern zugedacht wurde. Warum ist es für den Vater so wichtig, dass seine Tochter etwas ganz, ganz, ganz besonderes ist? Geht es darum eigene Defizite zu kompensieren? Ich hatte das Gefühl, dass er besessen ist von seiner Tochter und dass dort eine ganz seltsame Familiendynamik wirkt. Nur der Vater weiß, was für seine Tochter gut ist, nur er erkennt ihr Genie. Die Mutter wird vom Vater als unfähig im Umgang mit Jani angesehen. Es scheint mir auch befremdlich, dass sie ständig nach höherer Medikation verlangt- auch wenn es gerade `mal etwas besser läuft. Als ginge es nur um ein Konstrukt, um das Außen- hatte ich an keiner Stelle das Gefühl, als kümmerten sich die Eltern jemals um Janis Emotionen und ihre Gefühlslage. Haben die Eltern sie jemals als Kind wahrgenommen? Auch der arme Bruder wird instrumentalisiert (was schon in der Wahl seines Namens Ausdruck findet)- er soll Jani gut tun. Während pausenlos um's `goldene Kalb' getanzt wird, versuchen die Eltern die ganze Zeit, den armen neugeborenen Bodhi unsichtbar zu machen (um ihn vor seiner unfassbar genialen, besonderen Schwester zu schützen)- was für ein Start in's Leben.
Das Buch ist sicherlich spannend zu lesen, aber mich hat es mit einem Stirnrunzeln und dem Gefühl, dass eigentlich die Eltern in Behandlung gehören, zurückgelassen.
Sonst ärgere ich mich immer über die `Romanschreiber' bei den Rezensionen- jetzt habe ich selber einen geschrieben- aber dieses Buch hat mich echt aufgeregt! Nicht im Positiven!
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Von 2 Kunden verfolgt

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1-7 von 7 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 27.06.2014 23:39:57 GMT+02:00
A.Pruzina meint:
Vielen Dank für diese ehrliche Meinung :)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.06.2014 16:04:08 GMT+02:00
Elisabeth meint:
Hallo,
danke für diesen Kommentar. Ich bin ehrlich gesagt ein wenig erstaunt, dass die große Mehrheit so begeistert ist von diesem Buch! Es hat mich zwar gefesselt, aber wie ich ja beschrieben habe, auch unglaublich ärgerlich gemacht.
Ohne den Eltern Schuld zuweisen zu wollen- aber da läuft doch ganz gewaltig was schief! Warum stößt das so wenigen auf?
LG
Elisabeth

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.06.2014 16:11:27 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 30.06.2014 16:12:00 GMT+02:00
A.Pruzina meint:
Hallo Elisabeth,
Für mich ist es ein Grund das Buch nicht zu kaufen,denn ich kenne mich gut und befürchte ,dass es mir auch so gehen wird, da ich ähnliches schon einmal mit einem anderen Buch hatte.
Ich danke dir.

Veröffentlicht am 24.07.2014 22:36:57 GMT+02:00
Der Rezension kann ich nur zustimmen. Ein 2. Kind, das das 1. Kind retten soll, die ganze Familie gleich mit. Ein Hund, der nicht richtig ausgeführt werden kann, weil einerseits Kind 1 das nicht zulässt und der Hund auch Fremde sofort angreift, weil er Fremde "nicht mag". Eine Mutter, die vom Vater nicht für fähig gehalten wird im Umgang mit der eigenen Tochter, das Gerangel der Eltern untereinander deswegen. Die Ansagen an die Tochter, sich doch bitte höflich zu verhalten, gleichzeitig das Verständnis: Klar verhält sie sich so, wer kann denn mit ihr mithalten? Der Vater zwischen Verständnis, eigenen Wutausbrücken, Krisen, Aktionismus und Resignation.
Vieles läuft schief, es ist nicht nur die kranke Tochter. Auslöser, Verstärker, Ursachen zu benennen, das maße ich mir nicht an, dafür ist der Sachverhalt zu komplex. Und doch lässt mich das Buch mit vielen Fragezeichen zurück.

Veröffentlicht am 21.08.2014 20:15:45 GMT+02:00
Ines Scheuer meint:
Ich kann mich Ihren Ausführungen nur anschließen.......ich bin fassungslos , der Vater braucht dringend Hilfe, ich vermute, hier wurde viel auf die Tochter übertragen, voran eine enorme Unruhe( dieses sich ständige " beschäftigen" mit seiner Tochter)hat für mich einen großen Anteil an den enormen Wutausbrüchen... er schreibt ja sogar , dass er selbst lange Zeit Retalin einnahm...und jetzt Cipralex gegen seine Depression,hat das keiner der Ärzte gewußt oder gemerkt?( erstellen einer Familienanamnese!!??? ) Ob es sich alles so zugetragen hat? Was das Kind wirklich hat kann ich als Leser nicht wissen, aber den Erziehungsstil des Vaters finde ich sehr bedenklich, und ich halte es für möglich, das auch darin Ursachen für die Erkrankung des Kindes liegen. Ein Kind in die Welt zu setzen um das Geschwisterkind zu beruhigen(Bodhi!!!!) läßt ja den Gedanke zu, dass die Eltern es nicht vermochten...ich hoffe den beiden Kindern geht es gut!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.08.2014 14:37:54 GMT+02:00
Elisabeth meint:
@Marleen Lessing und Ines Scheuer:
Hallo, freut mich, dass Sie mir zustimmen. Wie ich ja oben schon geschrieben habe, ist es mir wirklich unbegreiflich, wieviele positive Rezensionen es zu diesem Buch gibt. Marleen Lessing hat ja noch den Hund erwähnt- den hatte ich ganz vergessen. Wenn sogar der Hund der Familie aggressiv ist und ein ganz spezielles- eigentlich unerwünschtes Verhalten an den Tag legt, ist das doch ein weiteres Indiz dafür, dass Erziehung nicht zu den besonderen Qualitäten der Eltern gehört. Ich meine dies nicht im Sinne von `Schuld-haben, sondern von Ursache und Wirkung. Wir alle können nur das an unsere Kinder weitergeben, was wir in uns tragen und das sind nicht nur gute Sachen. Ich unterstelle den Eltern, dass sie das Beste für ihre Kinder wollen- aber ich glaube dass sie selber Hilfe brauchen. Seit ich das Buch gelesen habe, verfolge ich die Bewertungen und frage mich- sind wir alle so super politisch korrekt, dass wir sofort uneingeschränkt im Verständnis- und Mitleidsmodus sind, wenn wir die Geschichte eines `kranken Kindes lesen? Die Eltern haben mein Mitgefühl- alleine, weil ich denke, dass sie selber jeweils ein ordentliches Päckchen mit ihrer eigenen Geschichte zu tragen haben (ist nur meine Vermutung)- aber ein bisschen kritisch sollte man doch auch sein dürfen. Tja- sehr spannend die Diskussion... Wie Ines Scheuer schreibt, kann ich auch nur sagen- ich hoffe beiden Kindern geht es gut!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.08.2014 15:50:28 GMT+02:00
Ines Scheuer meint:
Liebe Elisabeth, danke für Ihre Antwort, ich habe gestern weitergelesen und gleich mehrmals auf einer Seite wieder erfahren wie "dumm" die Welt ist weil ja das Kind sooo klug ist und nur der Vater hier den Durchblick hat...und es meinen ja Leser, so oft wäre das nicht erwähnt worden. Aber zu den Kindern: bei youtube kann man sich einige Filme ansehen vom "Familienleben"...und ich beobachtete den kleinen Bodhi besonders, dabei fiel mir gar nicht so sehr sein Geschreihe auf, was völlig unvermittelt auftritt, ohne Grund, was die Mutter lächelnd kommentierte, sondern mir fiel auf, das er auch schon dieses Hände-Reiben und Klopfen hat wie seine Schwester...ist es nur imitiert oder ist auch er krank? Was mir auch sehr merkwürdig vorkam ist die "Idee" mit einem kleinen Kind zu IKEA oder Ähnlichen Kaufhäusern zu gehen um sie auszupowern das sie schlafen kann...ein Spaziergang im Wald hätte bestimmt auch nicht geschadet....da kann man lange sich Gedanken machen, und ich glaube das ist auch gut so, denn diese sog. politische Korrektheit nervt mich auch. Bleibt noch die Hoffnung...!! Alles Gute für Sie, LG
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