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"Das Stinktier ist auch ein Geschöpf Gottes", 14. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Tod und Teufel (Taschenbuch)
Dieses Zitat aus dem Roman hat mir das Lesen ziemlich verleidet. Wie das Stinktier, ein Geschöpf des nordamerikanischen Kontinents, in den Sprachschatz Kölns im 13. Jahrhundert einzug nahm, müsste jetzt wohl Umberto Eco mit einer Neubearbeitung des "Focaultschen Pendels" beantworten. So ging das stimmige Bild des Mittelalters, das leider nie ganz aufkommen wollte, leider perdü. Sprachlich bewegt sich der Kriminalfall auf zwei schmalen Pfaden, der "holden-Maid"-Sprache eines aus Ritterfilmen geprägten Mittelalters und einer sehr modernen Sprache, die beim zitierten Stinktier gipfelt und Begrüßungen wie "Hallo Jacob". Es ist sicherlich schwer, einen Sprachstil zu finden, der zum einen die Geschichte lesbar, als auch authentisch macht. Schätzing bleibt hier leider nur Mittelmäßig. Vielleicht hätte etwas Kölsche Lokalkolorit der Geschichte gut getan, aber auch hier bleibt der Autor dem Leser etwas schuldig, es fällt förmlich schwer, sich ins Mittelalter "reinzufühlen". Die Geschichte ist spannend aufgebaut, schnell mit teilweise überraschende Wendungen, erinnert mich aber in ihrem Handlungsablauf an Hollywood-Produktionen, die das Mittelalter als Aufhänger nehmen, ohne sich zu sehr mit der Geschichte zu beschäftigen. Die Charaktere sind farbig, lebendig und doch irgendwie fehlplatziert, geradezu in die falsche Zeit geraten (nicht nur wegen dem Stinktier), wirken sie sehr modern, der Dieb Jacob ist geradezu schon nach ein paar Seiten (und frisch nach einem Diebstahl) "Gesellschaftsfähig". Ist ja egal, was der Mensch des Mittelalters über Diebe wirklich dachte, Vater, Tochter, Onkel, Knecht haben ihn auf der Stelle lieb... Zur aktuellen Ausgabe soll gesagt sein, dass sie mit Abbildungen aus dem Mittelalter gespickt sind, was dem einen oder anderen Leser vielleicht helfen soll, ein stimmiges Bild zu erhalten. Hierbei ist zu beachten, dass es Abbildungen aus Geschichtsbüchern und keine extra für den Roman erstellten Bilder sind, seine Protagonisten muss sich jeder Leser bitte selber vorstellen. Alles in allem ein durchwachsenes Buch, zu gut, um schlecht zu sein, zu mittelmäßig, um wirklich gut zu sein. Ein echter Schätzing eben.
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Tod und Teufel 3442466466
Frank Schätzing
Goldmann Verlag
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"Das Stinktier ist auch ein Geschöpf Gottes"
Dieses Zitat aus dem Roman hat mir das Lesen ziemlich verleidet. Wie das Stinktier, ein Geschöpf des nordamerikanischen Kontinents, in den Sprachschatz Kölns im 13. Jahrhundert einzug nahm, müsste jetzt wohl Umberto Eco mit einer Neubearbeitung des "Focaultschen Pendels" beantworten. So ging das stimmige Bild des Mittelalters, das leider nie ganz aufkommen wollte, leider perdü. Sprachlich bewegt sich der Kriminalfall auf zwei schmalen Pfaden, der "holden-Maid"-Sprache eines aus Ritterfilmen geprägten Mittelalters und einer sehr modernen Sprache, die beim zitierten Stinktier gipfelt und Begrüßungen wie "Hallo Jacob". Es ist sicherlich schwer, einen Sprachstil zu finden, der zum einen die Geschichte lesbar, als auch authentisch macht. Schätzing bleibt hier leider nur Mittelmäßig. Vielleicht hätte etwas Kölsche Lokalkolorit der Geschichte gut getan, aber auch hier bleibt der Autor dem Leser etwas schuldig, es fällt förmlich schwer, sich ins Mittelalter "reinzufühlen". Die Geschichte ist spannend aufgebaut, schnell mit teilweise überraschende Wendungen, erinnert mich aber in ihrem Handlungsablauf an Hollywood-Produktionen, die das Mittelalter als Aufhänger nehmen, ohne sich zu sehr mit der Geschichte zu beschäftigen. Die Charaktere sind farbig, lebendig und doch irgendwie fehlplatziert, geradezu in die falsche Zeit geraten (nicht nur wegen dem Stinktier), wirken sie sehr modern, der Dieb Jacob ist geradezu schon nach ein paar Seiten (und frisch nach einem Diebstahl) "Gesellschaftsfähig". Ist ja egal, was der Mensch des Mittelalters über Diebe wirklich dachte, Vater, Tochter, Onkel, Knecht haben ihn auf der Stelle lieb... Zur aktuellen Ausgabe soll gesagt sein, dass sie mit Abbildungen aus dem Mittelalter gespickt sind, was dem einen oder anderen Leser vielleicht helfen soll, ein stimmiges Bild zu erhalten. Hierbei ist zu beachten, dass es Abbildungen aus Geschichtsbüchern und keine extra für den Roman erstellten Bilder sind, seine Protagonisten muss sich jeder Leser bitte selber vorstellen. Alles in allem ein durchwachsenes Buch, zu gut, um schlecht zu sein, zu mittelmäßig, um wirklich gut zu sein. Ein echter Schätzing eben.
Running Monk
14. Oktober 2008
- Insgesamt:
5

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