Kundenrezension

154 von 164 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Brunetti wird müde, 10. Juli 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Auf Treu und Glauben: Commissario Brunettis neunzehnter Fall (Gebundene Ausgabe)
Seit fast 20 Jahren ermittelt der Venezianische Commissario Guido Brunetti in seiner Heimatstadt. Seit fast 20 Jahren lieben ihn seine "Fans" für seine besonnene und mitfühlende Art und Weise. Und Donna Leon für ihre spannenden Kriminalfälle und die Familie Brunetti.

Aber irgendwie scheint so langsam wirklich die Luft raus, das muss man leider ganz klar so sehen. Ich habe alle 19 Fälle/Bücher gelesen. Was anfangs noch eine spannende, intelligente und einfühlsame Krimiserie war, verkommt mehr und mehr zur Pflichtübung. Aus alter Tradition liefert Frau Leon Jahr für Jahr einen neuen Brunetti ab. Jahr für Jahr freue ich mich drauf, obwohl ich es schon seit geraumer Zeit besser weiß: An die Qualität der Bände aus den Anfangsjahren reichen die "Neuen" schon längst nicht mehr heran.

Der vorliegende 19. Fall Auf Treu und Glauben setzt dem Ganzen die Krone auf. Ich muss mich, eine Woche nach dem Lesen des Buches, schon anstrengen, um mich überhaupt noch daran zu erinnern, worum es in eigentlich ging. Daran krankten schon die letzten 2, 3 Brunettis: Es fehlt an Struktur, es fehlt an einem wirklich spannenden Kriminalfall. Leons Krimis waren nie laut, schnell und blutrünstig. Aber immer gut konstruiert und spannend bis zum Schluss.
Diesmal geht es um' ja, worum geht es eigentlich? In erster Linie ist es heiß in Venedig. Sehr heiß. Nichts so wahnsinnig ungewöhnliches im Sommer, aber doch immerhin wichtig genug, um es beinahe zum Hauptgegenstand des Romans zu machen. Paola Brunetti und die beiden "Kinder" werden kurzerhand in den Urlaub nach Tirol verbannt. Brunetti muss daheim bleiben und in Venedig (wo es sehr heiß ist, falls das keiner mitbekommen haben sollte) ermitteln. Das Mordopfer ist ein kleiner Beamter, von allen als korrekt und freundlich beschrieben von niemandem so wirklich gemocht. Mit Mitte 50 lebt er noch bei seiner Mama, und Brunetti und sein Assi Vianello sollen rauskriegen, der dem armen Mann (bei der Hitze!!) eins über den Schädel gebraten hat.

Die Ermittlungen schleppen sich so dahin (es ist aber auch recht heiß in Venedig'). In erster Linie sitzen Brunetti und Vianello beim Kaffee oder essen Sandwiches und klönen ein bisschen über den Fall. Die alte Leier über die Ungerechtigkeit der Welt, das Ungleichgewicht der Machtverhältnisse und die Bestechlichkeit der italienischen Beamten. Nebenbei besprechen sie noch die Probleme mit Vianellos Tante (gähn...), die all ihr Geld zu einem Wahrsager trägt und sich ausnutzen lässt. Selbst von mir sonst so sehr geschätzte Signorina Elettra ist inzwischen zu einem blassen Abziehbild ihrer selbst verkommen.

Dieser "Fall" war nicht spannend, die Ermittlungen schon gar nicht. Es zog sich wie Kaugummi, und am Ende hatte ich schon fast vergessen, wer überhaupt ermordet worden war. Lieblos und stereotyp werden die Charaktere gezeichnet, es ist nichts mehr übrig geblieben von den einst so intellektuellen Gesprächen und philosophischen Erörterungen Brunettis.
Er ist müde, so scheint mir, und vermutlich trifft das auch auf seine Schöpferin zu. Ich werde Brunettiromane lesen, solange welche veröffentlicht werden, einfach weil man die Hoffnung so ungerne aufgibt, dass da vllt doch nochmal was kommt, das einen mitreißt und an alte Glanzzeiten anknüpfen kann. Allerdings hoffe ich das schon seit Jahren ' vergeblich.

Insgesamt wirklich kein Buch, das man gelesen haben muss ' allenfalls Pflichtlektüre für eingefleischte Fans. So rein der Vollständigkeit halber.
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Kommentare

Von 2 Kunden verfolgt

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1-10 von 13 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 10.07.2011 13:27:26 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 15.07.2011 21:39:28 GMT+02:00
Ich kann mich der Rezension nur voll und ganz anschliessen. So was Langweiliges hab ich noch nie gelesen. Ich fühle mich fast vom Verlag geneppt. Bei mir ist jetzt Schluss mit Brunetti.

Veröffentlicht am 27.07.2011 17:56:22 GMT+02:00
Rita Perpetua meint:
Eigentlich nett, dass "Buchhalterin" sich so viel Mühe macht mit der Rezension eines schlechten Buches! Ich gehe in allen Teilen mit ihr einig und hatte beim Lesen des Buches sogar die ketzerische Idee, es könnte von einem Ghostwriter geschrieben sein...

Veröffentlicht am 27.07.2011 18:48:16 GMT+02:00
Leider muss ich beipflichten. Ich bin Commissario Brunetti Fan seit dem ersten Fall. Wegen der Kriminalgeschichten würde ich mir die Bücher auch nicht mehr kaufen, nur wegen des schönen Italienfeelings und dem sypathischen Commissario, bleibt die Suchtgefahr erhalten.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.07.2011 18:49:01 GMT+02:00
Diesen Eindruck hatte ich auch schon!!!

Veröffentlicht am 04.08.2011 18:24:17 GMT+02:00
Ich habe nach dem zwölften Band aufgehört zu lesen. Ich fand es einfach nur noch langweilig. Jetzt wollte ich mal sehen, ob ich vielleicht etwas versäumt habe und die Autorin zu alter Stärke gefunden hat. Es bestätigt mich nur, sie nicht mehr gelesen zu haben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.10.2011 14:43:37 GMT+02:00
Peter Körner meint:
Grazie Mille Signora Turich, Sie sprechen mir aus dem Herzen!

Veröffentlicht am 18.11.2011 15:38:56 GMT+01:00
Hübri meint:
Ich finde es war einer der schlechtesten Romane von Donna Leon, ich war froh, als ich auf der letzten Seite endlich angelangt war

Veröffentlicht am 26.03.2012 14:03:37 GMT+02:00
Odile meint:
Na wenns doch sooo heiß ist!

Veröffentlicht am 01.04.2012 15:56:41 GMT+02:00
Bücherwurm44 meint:
Hallo Buchhalterin, ist Ihnen auch aufgefallen, dass inzwischen ein anderer Übersetzer am Werk ist? Ich habe das Buch nach 20 Seiten weggelegt - mein Fall ist das nicht mehr. Wirklich schade! Freundliche Grüße!

Veröffentlicht am 13.08.2012 17:51:25 GMT+02:00
Felicita meint:
Als Fan von Commissario Brunetti und Donna Leon muss ich dieser Rezession leider Recht geben. Irgendwie ist leider die Luft heraus. Ich frage mich manchmal, ob es wirklich an Donna Leon oder vielleicht an der Übersetzung liegt. Alles in Allem habe ich gerade bei den letzten Fällen einfach das Problem mich in eine Struktur hineinzufinden und dem Fall zu folgen. Schade.
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