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Kundenrezension

32 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Was eigentlich die Bibel des deutschen Weinbaus sein müsste ..., 15. November 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Gault&Millau WeinGuide Deutschland 2014: Der Weinführer. 9000 ausgewählte und bewertete Weine sowie 1000 der besten Winzer und Weingüter - alle Weine verkostet und bewertet durch erfahrene Experten (Broschiert)
... verkommt in den letzten Jahren zunehmend zum billig wirkenden Gesamtkatalog im Paperback-Format.

Hat der Christian-Verlag es nötig, aus seinen "Cash Cows" Gault Millau Jahr für Jahr höhere Erträge herauszupressen? Seit einigen Jahren erwecken sowohl der Restaurantführer als auch der Weinguide den Eindruck, zu Lasten der Qualität immer mehr auf Kosten- und Erlösoptimierung getrimmt zu werden. Neuestes Resultat des Kostensparens ist, dass das Lesebändchen (mit Werbebanner) nicht mehr mittig in die Bindung integriert, sondern mit Klebefolie seitlich (!) an die letzte Seite angepappt ist. Was nicht nur schäbig wirkt, sondern auch beim Blättern stört.

Schon seit Jahren enthält der Weinguide Anzeigen, mittlerweile auch "Advertorials", das heißt Werbetexte, die fast wie redaktionelle Beiträge wirken. Beigepackt ist eine Broschüre "Beste Adressen – Ausgewählte Hotels in Europa mit Charme und Noblesse", die nicht als Werbung gekennzeichnet ist, aber kein kritisches Wort über die ganzseitig vorgestellten (und ziemlich willkürlich zusammengestellten) Hotels enthält. All das weckt unweigerlich Skepsis auch gegenüber den redaktionellen Inhalten.

Gegenüber früheren Ausgaben ist der Weinguide 2014 unübersichtlicher geworden. Das liegt vor allem daran, dass er jetzt auch vielen "Mitteklasse-Weingütern" jeweils eine Spalte zu Verfügung stellt – und damit den Platz für die wirklich interessanten Winzer reduziert. Laut Herausgeber war das "schon lange ein Leserwunsch". Möglicherweise hat es aber noch einen ganz anderen, sehr viel prosaischeren Grund, dass der Gault Millau sein Herz für die marginalen Winzer entdeckt hat: Wenn ich richtig informiert bin, erhebt die Redaktion mittlerweile von jedem Winzer einen Kostenbeitrag dafür, dass ihre Weine in den Weinguide aufgenommen werden – und da ist eine Verbreiterung der Basis natürlich der beste Weg zur Einnahmenoptimierung.

Über manche Einstufungen habe ich mich etwas gewundert. Das mögen Geschmacksfragen sein; vielleicht hat aber auch damit zu tun, dass es beinahe unmöglich ist, die Beurteilung von 12.891 verkosteten Weinen konsistent zu halten. Weniger wäre da wohl mehr: Auf eine Dokumentation von Tausenden von Durchschnittsweinen würde ich dafür bereitwillig verzichten.

Auch viele Winzer nutzen den Gault Millau offenbar immer mehr strategisch als Marketing-Instrument: Viele schicken nur noch ihre besten – und teuersten – Weine zur Verkostung. Was man ihnen nicht verdenken kann, denn der Weinguide gibt für jeden Winzer das Spektrum der Bewertungen an: "87 – 92 Punkte". Wer da seine einfachen Weine zur Verkostung einsendet, schadet sich selbst, weil er die Untergrenze – und damit den Mittelwert – absenkt.

Welch ein Unterschied zu den früheren Jahren, wo der Gault Millau zum Beispiel den damals noch in Literflaschen abgefüllten Müller-Thurgau von Bernhard Huber testete und über ihn schrieb, viele Winzer wären wohl froh, solch einen Wein in ihre 0,7-Liter-Flaschen füllen zu können. Doch diese einfachen Alltagsweine bleiben zunehmend auf der Strecke.

Aber wer trinkt schon jeden Tag "Große Gewächse", "Selektionen" und andere phantasievoll etikettierte Luxusgeschöpfe der Weinwirtschaft? Der Gault Millau Weinguide ist in der akuten Gefahr, seine wohl wichtigste Zielgruppe zu verprellen, nämlich die begeisterten, aber nicht abgedrehten Weinfreunde.
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Kommentare

Von 3 Kunden verfolgt

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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 21.11.2013 13:38:58 GMT+01:00
Ulrich meint:
Ja, was wollen Sie denn jetzt? Keine Mittelklasseweine und marginale Weingüter? Oder wie sie am Ende der Rezeption schreiben: der Führer soll Gebrauchsweine empfehlen für normale Leute? Irgendwie nicht schlüssig, Ihre Kritik.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.11.2013 13:46:30 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 07.12.2013 09:35:31 GMT+01:00
Was ich gerne hätte, ist: Auch die einfacheren Weine von den guten und sehr guten Weingütern.
Worauf ich gerne verzichten kann, ist: Endlose Listen durchschnittlicher Weine von durchschnittlichen Weingütern. Wie sie leider einen immer größeren Teil des GM gebührenpflichtig füllen.

Veröffentlicht am 21.12.2013 15:37:28 GMT+01:00
Bdt meint:
Der Gault Millau nimmt keinen Probengebühr für die Anstellung von Weinen. Die Aussage "Wenn ich richtig informiert bin, erhebt die Redaktion mittlerweile von jedem Winzer einen Kostenbeitrag dafür, dass ihre Weine in den Weinguide aufgenommen werden" und alle weiteren auf ihr aufbauenden Theorien sind daher falsch und geben ein falsches Licht. Das ist nicht bei allen Deutschen Weinführern so.
Die Winzer sind aufgefordert, einen repräsentativen Querschnitt ihres Sortiments einzureichen. Bei sehr großen Kollektionen v.a. namhafter Winzer werden aus Platzgründen die weniger hoch bewerteten Weine nicht abgedruckt. Dem Leser geht so nichts Wesentliches verloren, wohl aber evtl. Weine in Literflaschen mit 81 oder 82 Punkten. Zu erkennen - wie Sie richtig feststellen - an der Punkte-Spanne von ... bis ...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.12.2013 19:29:47 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 21.12.2013 19:30:21 GMT+01:00
Schade, dass Sie weder Ihren Namen nennen noch angeben, woher Sie Ihr Wissen haben: Das liest sich wie eine verdeckte Stellungnahme aus "verlagsnahen Kreisen".

Tatsache ist, dass es 2009 heftige Proteste zahlreicher renommierter Winzer dagegen gab, dass ihnen der Gault Millau einen Kostenbeitrag von, wenn ich mich richtig erinnere, 195 Euro antrug. Später war von Missverständnissen und einem "Marketingpaket" die Rede. Am Ende führte die Affaire, wie z.B. auf "Gourmetwelten" zu lesen war, sogar zum Rücktritt des langjährigen Weinguide-Chefredakteurs und Herausgebers Armin Diel.

Aber wie auch immer: Mein zentraler Kritikpunkt als langjähriger Nutzer des Weinguide ist, dass sowohl dessen Gebrauchswert als auch sein Erscheinungsbild über die Jahre immer mehr nachgelassen haben, wobei leider die heurige Ausgabe einen - wie ich fürchten muss, vorläufigen - Tiefpunkt darstellt. Die Gründe dafür habe ich in meiner Rezension genannt, sodass ich sie hier nicht zu wiederholen brauche.

Veröffentlicht am 08.02.2014 22:54:12 GMT+01:00
Pardon Monsieur, aber was Sie hier schreiben, ist teilweise widersprüchlich und teilweise einfach falsch.

Einerseits beschweren Sie sich über "Mittelklasse-Weingüter" und "Durchschnittsweine", anderseits jammern Sie, die "einfachen Alltagsweine bleiben zunehmend auf der Strecke" und fragen: "Wer trinkt schon jeden Tag 'Große Gewächse', 'Selektionen' und andere phantasievoll etikettierte Luxusgeschöpfe der Weinwirtschaft?" – Also, was nu'?

Ihre Behauptung, "die Redaktion (erhebt) mittlerweile von jedem Winzer einen Kostenbeitrag dafür, dass ihre Weine in den Weinguide aufgenommen werden" ist einfach falsch. Ich besuche jedes Jahr ein paar Dutzend Weingüzer und weiß, dass die Winzer den Gault-Millau (trotz allen Ärgers, den ihnen vermeintlich ungerechte Bewertungen bereiten) genau deshalb so schätzen, weil man sich da nicht "einkaufen" kann. Ich habe keine Ahnung, ob Sie diesen Käse vorsätzlich oder aus Unkenntnis verbreiten. Egal. Was Sie da verbreiten, ist jedenfalls Käse.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.02.2014 08:00:00 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 09.02.2014 09:14:17 GMT+01:00
@ Frank Leistner:
Manche Leute pöbeln erst herum und entschuldigen sich dann später. Sie machen es umgekehrt: Beginnen mit einer (zu diesem Zeitpunkt noch überflüssigen) Entschuldigung und pöbeln dann herum.

Ihre erste Frage habe ich weiter oben bereits beantwortet, gebe die Antwort aber gern noch mal wieder:

"Was ich gerne hätte, ist: Auch die einfacheren Weine von den guten und sehr guten Weingütern.
Worauf ich gerne verzichten kann, ist: Endlose Listen durchschnittlicher Weine von durchschnittlichen Weingütern. Wie sie leider einen immer größeren Teil des GM gebührenpflichtig füllen."

Dahinter steht die langjährige Erfahrung, dass mir auch die einfachen Weine von - beispielsweise - Bernhard Huber oder Ökonomierat Rebholz besser schmecken als die "besten" Weine vieler Durchschnittswinzer. Sie mögen da gerne zu einem anderen Urteil kommen; ich berichte in meiner Rezension nur über das meine.

Zu Ihrem zweiten Punkt: Ihr Wüten gilt amüsanterweise einer Behauptung, die ich weder aufgestellt habe noch aufzustellen beabsichtige, nämlich dass man sich in den GaultMillau "einkaufen" könne. Ich habe lediglich versucht zu verstehen, warum er Mittelklasse-Winzern immer mehr Platz einräumt, und dabei die Vermutung geäußert, dass dies damit zusammenhängen könnte ("möglicherweise"), dass der GM ("wenn ich richtig informiert bin") einen Kostenbeitrag erhebt. Interessanterweise haben auch Sie nicht dementiert, dass dies (immer noch) der Fall ist.
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