Kundenrezension

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen tintifax in großer form, 15. Januar 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: The Ultimate Sin (Audio CD)
ich weiß, es ist peinlich, aber ich gebs zu: das ist mein lieblingsalbum von ozzy.

die meisten fans mögen es nicht, auch der herr prinz von dunkelheit lehnt es ab, aber das ist mir jetzt leider wurscht.

diesem album wird sein kommerzieller erfolg zum vorwurf gemacht - sowie die tatsache, dass es von zu vielen tasteninstrumenten durchwabert wird.

nun, gegen guten kommerz hab ich gar nichts - lieder, die gut ins ohr gehen, sind halt nicht so selten auch die besseren. mich interessiert der song. und ob der mit gitarren, keyboards oder elektrischen gurkenhobeln gespielt wird, ist mir blunzen, solange es dem song nützt.

der unschlagbare vorteil dieses albums: es enthält - sehr im unterschied zu anderen ozzy-alben - ohne ausnahme starke bis sehr starke lieder. kein füller. die stücke sind originell komponiert, abwechslungsreich, nicht am klischee orientiert. sie sind typisch ozzy - man nehme nur "lightning strikes", das zu beginn wie der verschollene zwillingsbruder von "crazy train" klingt, dann aber ganz anders abbiegt - aber eben trotzdem etwas ganz eigenes, nie selbstkopien. höhepunkte sind der stampfende titeltrack, das sensationell schräg durch die gegend laufende "thank god for the bomb", die düstere atom-apokalypse "killer of giants" (von hier führt ein gerader weg zum noch einen schritt besseren "fire in the sky" auf dem nächsten album) und der metal-schlager "secret loser".

und dann wäre da noch "shot in the dark", ozzys bis "dreamer" größter erfolg und bei vielen die meistgehasste nummer. näher sollte er bon jovi und dem reinen pop nie kommen. so what? das ist eine ganz, ganz tolle nummer, ein echter metal-hit. was kann daran falsch sein?

ich finde, das album ist erstaunlicherweise sehr gut gealtert. natürlich, es kam 1986 heraus, also kurz vor dem höhepunkt des kommerziellen us-metals, und das hört man auch. natürlich haben die drums soviel hall auf dem buckel, als wären sie im petersdom aufgenommen. grundsätzlich aber finde ich die produktion (im unterschied zu vielen anderen alben aus dieser zeit) einfach sehr sorgfältig, professionell, musikalisch - und daher bei aller zeitgebundenheit auch zeitlos gut. wie hier zb der bass nagelt, fast schon angezerrt - das ist bis heute gültig. und die keyboards vernebeln die stücke nicht, sie geben ihnen nur atmo und stimmung. auch die gitarren klingen sensationell: einerseits wird der sound des großen, späten (wie wir amerikaner sagen) randy rhoades detailgenau imitiert, andererseits klingen die gitarren dennoch originell und lässig.

meiner ansicht nach ist die qualität des albums vor allem auf den ewig unterschätzten gitarristen jake e. lee zurückzuführen. zum ersten schrieb er sehr interessante songstrukturen, was ozzy wiederum zu einigen der besten, weil schrägsten und unvorhersehbarsten gesangsmelodien seiner karriere inspirierte. zum zweiten sind seine riffs und soli hinreißend, witzig, virtuos, aber nie eitel und einfach sehr funktionell. drittens aber liefert er enorm viel atmosphäre durch seine originellen akkordzerlegungen, die für ganz interessante farbflächen sorgen.

mit den texten ist es natürlich schwierig. anstatt wieder über sein implodiertes innenleben zu dichten oder düstere horror-comics zu entwerfen, schrieb ozzy hier politische und sozialkritische texte über den drohenden atomkrieg. das war damals sehr zeitgemäß, wirkt aber aus heutiger sicht reichlich aufgesetzt - der vom tremor geplagte madman als kassandra-rufer und politischer mahner? keine sehr glaubwürdige rolle.

aber es geht sich gerade noch einmal aus, weil die texte wirklich gut und klischeearm geschrieben sind.

das extrem lachhafte cover und die dauerwellen-fotos sind natürlich nur unter dem zeichen der unfreiwilligen parodie zu ertragen, aber so war das halt damals. auf der kommenden tournee präsentierte sich ozzy als schwerst intoxinierte, übergewichtige metal-tunte, die ein bisschen so aussah wie der zauberer tintifax im österreichischen fernsehkasperl.

aber: das ist und bleibt ein ganz tolles album. bei aller eingängigkeit ist es durchzogen von einer atmosphäre der unsicherheit, der bedrohung, der irgendwo versteckten gefahr, was hervorragend zum thema der platte passt. "blizzard" mag die wichtigere arbeit sein, "no more tears" die beeindruckendere - aber "ultimate sin" bleibt mir die liebste. und dank ihrer songs ist sie dem vorgänger "bark at the moon" und auch "diary" deutlich überlegen.
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Kommentare


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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 15.01.2009 15:36:19 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 15.01.2009 15:36:51 GMT+01:00
Stephan Urban meint:
du wirst lachen, aber das hab ich! es war schon zwei- dreimal zum wegschmeissen aussortiert und ist jedesmal bei der letzten durchsicht doch wieder ins regal gewandert.
hören tu ich das trotzdem kaum...

Veröffentlicht am 15.01.2009 15:55:28 GMT+01:00
V-Lee meint:
also sowohl ozzy, als auch die (großartigen?) sabbath sind an mir bis jetzt - bis auf (das nicht einmal sooo gute) 'paranoid' spurlos vorübergerauscht. ist das eine große bildungslücke? muß man sich deswegen genieren? oder darf ich eh' auch so weiterleben... ;-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.01.2009 16:10:28 GMT+01:00
guitar meint:
naja, oft hören tu ichs auch nicht. aber wenn, bin ich immer happy ...

v-lee, natürlich darfst du. ich darf ja auch weiterleben ohne 98 prozent des funk.

aber ozzy und sabbath sind für mich ganz, ganz, ganz wichtig, und paranoid ist für mich ein großes, kleines stück musik.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.01.2009 13:29:22 GMT+01:00
Stephan Urban meint:
ozzy - naja, aber sabbath mochte/mag ich schon. zb sabbath bloody sabbath ist eine geile rockscheibe, die zwar heute völlig retro daherkommt, aber mit mehr würde gealtert ist als ozzy
hab auch eine BS wo ian gillan statt ozzy singt - diese tatsache ist schräg, die scheibe aber nicht übel!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.01.2009 14:38:50 GMT+01:00
guitar meint:
die hatten ja viele verschiedene sänger, auch den dio (die beiden ersten alben mit ihm sind sehr gut), auch den ray gillen (nicht verwandt, nicht verschwägert), oder auch den glenn hughes von deep purple, und ziemlich lang auch den unbekannten, aber sehr, sehr guten tony martin.

meine top ten der black-sabbath-studioalben:

1) sabbath bloody sabbath (ozzy)
2) heaven and hell (dio)
3) paranoid (ozzy)
4) master of reality (ozzy)
5) headless cross (tony martin)
6) tyr (tony martin)
7) vol. 4 (ozzy)
8) black sabbath (ozzy)
9) mob rules (dio)
10) seventh star (glenn hughes)

das live-album mit dio - live evil - gefällt mir auch sehr, sehr gut.

und: es mag sein, dass ozzy nicht in würde gealtert ist, seine musik ist es sehr! das erste album, no more tears oder das tribute-livealbum finde ich noch immer fantastisch, enorm gut, wegweisend, tolle songs, toll gespielt, tolle sounds, alles sehr, sehr originell und eigenartig.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.01.2009 10:41:06 GMT+01:00
Stephan Urban meint:
...sag ich ja!
(wobei mir an sich wurscht ist, wie jemand altert, aber lugner-ähnliche fernsehsendungen hätte ozzy nicht nötig gehabt und dafür trifft ihn meine verachtung)
mit der liste stimme ich weitgehend überein auch wenn ich 8) weiter vorne plazieren würde
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