Kundenrezension

7 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Will der Film tatsächlich kritisieren oder hauptsächlich unterhalten?, 25. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Lord of War - Händler des Todes [Blu-ray] (Blu-ray)
Ich erkenne und honoriere ja durchaus die Intention des Films, den internationalen Waffenhandel und die skrupellosen Geschäfte sowie politischen Verstrickungen dahinter zu kritisieren . Wie bekannt, gibt es ja leider tatsächlich reale "Vorbilder" für die von Nicholas Cage verkörperte Figur des gewissenlosen Waffenschiebers.

Nach meinem Eindruck hat man dieses Anliegen im Film aber nicht konsequent genug umgesetzt. Jede Menge coole Sprüche, Action und Explosionen vermitteln eher das Bild eines stinknormalen Action-Blockbusters. Die Stellen, die tatsächlich zum Nachdenken anregen, sind eher dünn gesät.

Die überwiegende Zeit wird das Waffengeschäft lediglich als eine Art riskantes Glücksspiel dargestellt, in dem sich kleine Ganoven zur ganz großen Nummer hochmausern können. Diese bewusste Verharmlosung alleine reicht mir aber irgendwie nicht, um den Film tatsächlich als gelungene Satire ernst zu nehmen. Nicholas Cages Rolle ist so angelegt, dass man eher geneigt ist, sich mit dem Charakter zu identifizieren als über das Verhalten des Protagonisten nachzudenken und eine kritische Distanz zu entwickeln. Damit läuft der satirische Ansatz aber weitestgehend ins Leere. Ein Film, der den Anspruch erhebt, den Waffenhandel zu kritisieren, aber den Waffenhändler als fast sympathischen, zum Ende hin sogar bemitleidenswerten Typen darstellt? Aller hochgelobter Zynismus und Sarkasmus hin oder her. Das passt nach meinem Geschmack irgendwie nicht.

Der Film ist zudem an einigen Stellen unglaubwürdig. Z.B. kommt Interpol immer zu spät und schafft es nie, ihn dingfest zu machen. Seine Frau kommt ihm dann aber mit einer einfachen Zahlenschlosskombination -nämlich ganz originell...dem Geburtsdatum des gemeinsamen Kindes...- auf die Schliche und findet alle Beweise auf einem Haufen. Viel zu plakativ auch die Szene mit dem Waffenhandel oberhalb der Zeltstadt ("Wenn wir denen die Waffen verkaufen, bringen die anschließend alle Leute da unten damit um").

Ganz besonderen Dank den Filmemachern übrigens für den filmtechnisch kreativen Kopfschuss bei dem Kind zu Anfang. *Das war ganz großes Kino* (Im Ernst: makabere Effekthascherei. Passt aber zum Gesamteindruck, den der Film auf mich hinterlassen hat). Wieso eigentlich nur FSK 16?
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Kommentare

Von 2 Kunden verfolgt

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1-9 von 9 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 02.03.2011 20:10:43 GMT+01:00
Sind sie verweichlicht man... dann schauen Sie weiter Trickfilme. Genau das was sie nicht sehen wollen will die Großzahl, und ich auch, gerade sehen.

Mal über die Grenzen weg. Nicht tatütata heile Welt.

Die Wahrheit ist noch grausamer, schade nur das wir uns gemütloch in den Fernsehsessel setzen können, für andere ist die Filmstory das reale Leben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.03.2011 16:38:54 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 04.03.2011 15:30:31 GMT+01:00
Thomas Meyer meint:
Sie unterstellen in einer Ihrer Rezensionen Kriegsdokumentationen von N24 und ZDF Selbstmitleid, kritisieren den Landser, der im WWII Befehle verweigert und sich angeblich vor der Front gedrückt hat und nennen sich selber "Stahlgewitter".

OK, ich geb`s zu, ich bin verweichlicht....

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.03.2011 15:29:08 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 11.03.2011 14:14:57 GMT+01:00
Thomas Meyer meint:
Nochmal zum Film:

Auf der Rückseite der Blu-Ray-Hülle wird der Film übrigens sogar als "Komödie" tituliert. Soviel zur Ernsthaftigkeit...

Ich glaube der Film weiß selber nicht genau, was er denn nun sein will. Mir hat jedenfalls nicht gefallen, wie der Film dieses ernste Thema verpackt hat.

Ich möchte mich auch gar nicht so sehr an der Anfangssequenz hochziehen, in der einem Kindsoldaten von einer Gewehrpatrone der Kopf durchlöchert wird. In einem "Antikriegsfilm " oder einem "Drama" hätte ich mich daran gar nicht so gestört. Dieser im wahrsten Sinne des Wortes "todernste" Beginn passt hier aber nicht zur restlichen Machart des Films (siehe oben "Komödie").

Ein Wort zur Rezensionsbewertung:

Eine Rezension sollte man danach bewerten, ob sie eine schlüssig und sachgerecht begründete Meinung beinhaltet und potentiellen Kaufinteressenten bei der Kaufentscheidung "hilfreich" oder "nicht hilfreich" war/ist.

"hilfreich" bzw. "nicht hilfreich" heißt nicht "ich teile die Meinung des Rezensenten" bzw. "der Rezensent hat keine Ahnung. Der Film gefällt mir"...

Ich empfinde den Film -besonders bei Amazon- als deutlich überbewertet. In anderen Filmforen (z.B. Moviepilot) gibt es durchaus auch andere kritische Meinungen zu dem Film. Insofern betrachte ich meine Rezension auch ein wenig als "Kontrapunkt" zu den vielen Lobeshymnen hier und vielleicht doch als ein wenig hilfreich für Kauf-Kunden. Ich persönlich finde jedenfalls gut begründete kritische Rezensionen häufig hilfreicher als bloße Lobhudeleien.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.04.2011 01:10:39 GMT+02:00
Spearhead meint:
Sorry, aber ich fand es durchaus positiv, dass der Film abseits von (typisch) teutonischem Betroffenheitsgekasper und der bemühten Empörung gerade des staatlichen Fernsehens es mit gesundem schwarzen Humor (auch schon in der Eröffnungsszene) fertig gebracht hat, das Thema eben nicht nur von einer Seite zu beleuchten.
Etwas übertrieben fand ich die Szene, in der die Ermordung der Gegner in einem Lager von der Waffenlieferung abhängig gemacht wird - leider hat derartiges die Menschheit schon stets auch mit einfacheren Mitteln zu bewerkstelligen gewusst (z. B. Macheten und andere Hieb- und Stichwaffen). Es bleibt natürlich die Frage nach der Förderung derartiger Pläne.
Und letztlich bleibt die Frage, ob der unbewaffnete Teil der Menschheit sich soviel von dem bewaffneten Teil gefallen lassen müsste, wenn er vielleicht doch bewaffnet wäre...
Geplante Gewalt ist immer noch von einem erheblichen Machtungleichgewicht abhängig.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.09.2011 22:54:31 GMT+02:00
@ andreas gryphius

Unverschämtheit! -
besser "verweichlicht", als unsensibel und emotional verkrüppelt

Im Übrigen gibt es auch viele brutale Trickfilme. Angefangen bei Tom&Jerry, über "die Simpsons" bis zu diesem MTV-Kram (komm jetzt nicht auf den Titel).

Veröffentlicht am 09.01.2012 10:17:57 GMT+01:00
Tagenutzer meint:
Schön, nach vier Jahren hier einen Mitstreiter zu finden, der dem Film seine Unstimmigkeiten unter die Nase reibt.

Bedauerlich, dass in den Kommentaren auch vier Jahre später ähnlich unpassende Wertungen und Angriffe vorgenommen werden. Das Niveau des Großteils der Kommentare spricht aber erneut für sich. Zu meiner Rezension gab es aber immerhin noch zwei konstruktive Gegenmeinungen...

http://www.amazon.de/review/R27UIUBQJFLZD6/ref=cm_cr_pr_perm?ie=UTF8&ASIN=B000IU37DY&nodeID=&tag=&linkCode=

Völlig richtig die Anmerkung, dass eine Rezension hilfreich ist, wenn sie schlüssig ist und valide Punkte benennt.

Es bleibt dabei: Bei diesem Film passen Image, Machart, Botschaft und Einzelszenen nicht zueinander, und zwar -- und das ist entscheidend -- unabsichtlich.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.01.2012 19:46:31 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 09.01.2012 19:53:14 GMT+01:00
Spearhead meint:
@Tagenutzer:
Och, hat jemand den Herrn Oberlehrer kritisiert, na sowas!
Es war das Faustische in ihm, was ihn zu seiner Rezension trieb.
Jedenfalls vermag die verlinkte Rezension in keiner Weise der Hybris entsprechen, wie sie aus diesem selbstmitleidigen Kommentar trieft. Nervig.
Lies lieber nochmal Thomas Meyers ausgezeichnete Rezension und lerne von ihm, bevor Du dich zu seinem Mitstreiter erhebst.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.06.2012 19:27:09 GMT+02:00
MyStErIaL meint:
Also bitte, "brutale Trickfilme" und im selben Atemzug Tom&Jerry und die Simpsons nennen, da kann man sich nur an den Kopf fassen....

Veröffentlicht am 03.08.2012 10:48:01 GMT+02:00
Abdelazar meint:
@Thomas Meyer:
Ich kenne den von Ihnen besprochenen Film nicht. Aber Sie haben eine für mich ausgezeichnete Rezension geschrieben, sehr kritisch, mit nachvollziehbaren Argumenten.
Dass Ihre Rezension von den Amazon-Kunden so schlecht bewertet wurde, liegt nicht an der Qualität der Rezension, sondern an der Oberflächlichkeit der Bewertenden. Lassen Sie sich also bitte nicht von der fehlenden Zustimmung entmutigen, sondern schreiben Sie weiterhin Ihre kritischen Rezensionen!
Herzliche Grüße
Abdelazar
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