Kundenrezension

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das härteste Strato-Album!, 23. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nemesis (Special Edition) (Audio CD)
Kleiner Rückblick. Wer hätte 1989 gedacht, dass diese finnische Band solch eine beeindruckende und Ereignisreiche Karriere bevor steht. Das Timo Tolkki solche Klassiker wie „Episode“, „Visions“, „Destiny“ und „Infinite“ hervorbringen und Stratovarius an die Spitze des Euro-Power Metal katapultieren würde. Wahrscheinlich Niemand. Doch nach den etwas enttäuschenden "Elements" Scheibchen begann eine wahre Selbstdemontage der Band. Stratovarius machten nur noch durch Streitereien und komische Bandumbesetzungen Schlagzeilen in der Presse. Nachdem die internen Querelen, Schuldzuweisungen und Herr Tolkkis manische Depressionen endlich bereinigt wurden, schien alles wieder im Lot und man feierte mit der etwas strangen, selbstbetitelten „Stratovarius“ Scheibe, die durchaus paar coole Momente hatte, eine Reunion. Alles schien sich wieder friedlich dem Alltag zuzuwenden und plötzlich packte Timo Tollki seine Koffer und entschied sich, ein in der Produktionsphase befindliches Stratovarius Album, ohne seine Bandkollegen fertigzustellen und zu veröffentlichen. Dies wurde dann später als das erste Revolution Renaissance Album „New Era“ veröffentlicht. Er überließ seinen Ex-Kollegen aber alle Namens und Markenrechte.

Die Frage, wie Stratovarius denn weitermachen würden, stand im Raum und wurde dann endlich mit "Polaris" beantwortet. Das Album heimste gute Kritiken ein und war eine mehr als solide Scheibe. 60% waren gewohnt hohe Kost, die man von der Band vor den Elementsscheiben kannte, 40% konnten mich dagegen nicht wirklich überzeugen. Das zweite Album "Elysium" in der Post-Tolkki-Arä setzte sogar noch einen drauf und fügte dem typischen Stratosound noch eine progressive Schlagseite hinzu. Dies war leider das letzte Album für Jörg Michael, denn dieser stieg aus um sich auf seine Booking-Agentur zu konzentrieren. Immerhin mit einem Paukenschlag.

Pünktlich am 22.02.2012 flatterte mir nun "Nemesis" ins Haus. Nach der sehr starken "Elysium" wusste ich nicht was mich erwarten würde. Natürlich hatte ich mir "Unbreakable" schon zu Gemüte geführt, aber trotzdem. "Abandon" eröffnet das Album und siehe da. Einige Neuerungen fallen sofort auf. Zum Ersten, dass Riffing. Es ist heavier und brachialer als früher. Gefällt mir außerordentlich gut und steht der Band super zu Gesicht. Auch in diesem Zusammenhang interessant ist natürlich, dass die Keyboards noch einen ganzen Zacken dominanter sind als auf den 2 Alben zuvor. Das macht sich das ganze Album über bemerkbar. Trotz der hochgefahrenen Keyboardanteile wirkt das ganze Album härter, als alles was Strato zuvor gemacht hatten, dadurch aber eben auch moderner und frischer. Jedenfalls ist "Abandon" ein geiler Opener, der unverschämt heavy nach vorne rockt und einen erstklassigen Opener darstellt, da dieser definitiv Lust auf mehr macht. Die Keyboard-/Gitarrensoli geben diesem Song noch das Tüpfelchen aufs "i". "Unbreakable" dürfte den meisten ja eh schon bekannt sein. Strophen und der erste Sahne Ohrwurm Refrain sind sehr poppig gehalten, allerdings gibt es ein Interlude was wieder brachialer und heavy ausfällt. Geiler Song und definitiv Volltreffer Nummer 2. Ach ja, der Nachfolger von Jörg Michael, Rolf Pilve macht nicht nur einen guten Job, sondern schafft es aus meiner Sicht den Vorgänger in jeglicher Hinsicht zu übertreffen. Nicht das Jörg ein schlechter Drummer gewesen wäre, allerdings hatte ich mit seinem sehr eintönigen und sterilen Stil so meine Probleme. Besonders in den neueren Alben wie "Polaris" und "Elysium" fällt das einem erst auf, wie abwechslungsarm sein Schlagzeugspiel daher kommt. Über die Geschwindigkeit brauchen wir nicht zu diskutieren, Jörg war wirklich ein flinker Trommler. Jedenfalls ist Rolf definitiv eine ausgzeichnete Wahl für die Schießbude. "Stand My Ground" kommt in den Strophen schon fast thrash-mäßig um die Ecke gebogen, wenn nicht Timo Kotipeltos unverwechselbare Stimme diesem obenauf liegen würde. Um die Härte etwas zu unterstreichen ist die Stimme in den Strophen mit einem Verzerrungseffekt verfremdet. Fügt sich aber gut ein. Der Chorus ist natürlich wieder episch und hoffnungsvoll wie ein Bilderbuch Stratovarius-Chorus eben sein muss. Toller Song. "Halcyon Days" zeigt vor allem wie vielseitig Jens Johansson seine Keyboards mittlerweile einsetzen darf. Den ganzen Song hat Jens mit coolen Synthesizer-Effekten veredelt, die man normalerweise eher im Dance oder House antreffen würde. Passt aber hervorragend und nimmt dem Song nichts von seiner Härte. Auch hier legen die Stratos wieder einen astreinen Chorus hin. Bleibt sofort in den Ohrmuscheln und wird sich so schnell da auch nicht verabschieden. Was mir bei "Halcyon Days" und auch schon bei "Unbreakable" aufgefallen ist, in diesen Songs gibt es keine Gitarren- bzw. Keyboardsoli. Gab es bisher glaub ich noch auf keinem Stratovarius Album in dieser Form wenn ich mich recht erinnere. Ist aber vollkommen in Ordnung denn manchmal ist weniger, einfach mehr und bietet somit zusätzliche Abwechslung. "Fantasy" ist ein absolut eingängiger Hit der Marke "Hunting High And Low", "Eagleheart", "S.O.S" oder "Black Diamond". Auch der Text macht einem Mut an seine Träume zu glauben und für diese zu kämpfen. "Out Of The Fog" und auch "One Must Fall" sind für mich die beiden sperrigsten Titel am Anfang gewesen. Sehr abwechslungsreich und progressiv. Brauchen definitiv mehr Anläufe als die anderen Songs auf dem Album, reihen sich aber nahtlos zu den anderen Krachern dazu, nachdem man diese durchschaut hat. "Castles In The Air" fängt mit einer wunderschönen kurzen Piano-Melodie an um sich dann in einen epischen, von Chören getriebenen Song zu steigern. Der Chorus bleibt auch hier wiederum hängen und ist wieder etwas eingängiger als "Out In The Fog". Auch muss ich an dieser Stelle mal die Gitarren- und Keyboardarbeit von Matias und Jens loben. So viel Spielfreude wurde bisher auf keinem anderen Stratovarius Album verbreitet wie auf diesem. Die Soli sind beeindruckend und songdienlich zugleich. Wahnsinn! "Dragons" schlägt in die gleiche Kerbe wie auch "Fantasy" wobei mir letzterer etwas besser gefällt. Nach dem schon besprochenen "One Must Fall" folgt eine der schönsten und originellsten Strato-Balladen die je von dieser Band geschrieben wurde. "If The Story Is Over" wird zunächst nur von akkustischen Gitarren, dezenten Keyboard Einsprengseln und Timos Stimme getragen. Später gesellen sich auch die restlichen Instrumente dazu. Gänsehaut pur. Timo Kotipelto überzeugt auf diesem Album auf ganzer Linie und zeigt, dass er nach wie vor zu den besten Sängern im Metalsektor gehört. Der abschließende Titelsong "Nemesis" zeigt nochmal alle Facetten von Stratovarius anno 2013 und schließt das Album würdig mit einem weiteren Kracher ab. Auf der Special-Edition sind noch die Bonussongs "Fireborn" und "Hunter" mit drauf. "Fireborn" ist auch wieder mit vielen Keyboardspielereien vollgeschmückt und melodisch, wohingegen "Hunter" etwas härter ist. Beide Songs haben aber wieder eingängige Refrains. Fügen sich in das Gesamtbild des Albums super ein. Ist mir ein Rätsel warum man diese nicht auch auf das reguläre Album gepackt hat. Deswegen, wer sich das Album noch anschaffen möchte, sollte definitv schnell zur Special Edition greifen, bevor diese vergriffen ist. 1,- € Aufpreis für zwei Bonussongs und eine schicke Medi-Book Verpackung ist mehr als nur fair.

"Nemesis" ist definitiv das beste der 3 jüngeren Alben ohne Tolkki. Soviel ist klar. Es strotzt nur so vor Spielfreude und Energie. Dazu gesellen sich neue und moderne Facetten wie die härtere Gitarrenarbeit, der vielseitige Keyboardeinsatz und die in sich enorm abwechslungsreichen Songs. Auch die Produktion ist gelungen. Der Sound drückt gegen die Wand und trotzdem ist der Klang glasklar. Meine absoluten All-Time Favorites von Stratovarius sind "Visions", "Destiny", "Infinite" und "Elysium". Wenn man "Nemesis" nun mit der restlichen Diskographie vergleicht, wird eine gerechte Einordnung schon schwieriger. An "Visions" kommt das Album, meiner Meinung nach, nicht ganz ran, schrammt aber nur knapp dran vorbei. Nach wirklich mehr als einigen Durchläufen und reichlicher Überlegung würde ich folgende Reihnefolge als angemessen erachten.

1. Visions 2. Nemesis 3. Infinite 4. Destiny 5. Elysium

Stratovarius erleben wohl ihren zweiten Frühling. Nachdem Helloween schon unglaublich stark, dass noch junge Jahr 2013 eingeläutet haben, knüpfen Stratovarius nahtlos daran an. Das Album ist wirklich ein Meisterwerk geworden und noch dazu ein erneuter Beweis dafür, dass Timo Tolkkis Ausstieg, die einzig richtige Konsequenz war um diese Band zu retten. Ich möchte Tolkkis Vermächtnis keineswegs beschmutzen, immerhin kann man diesem Mann verdanken, dass es Stratovarius überhaupt gibt und noch dazu hat dieser absolute Meisterwerke für diese Band geschrieben. Allerdings zeigten schon die enttäuschenden "Elements" Scheiben und die passable "Stratovarius", dass Tolkkis Ideenreichtum langsam aber sicher erschöpft war. Mit den mittelmäßigen Revolution Renaissance Outputs, der katastrophalen "Saana - Warrior Of Light" Saga und dem billigen Stratovarius Rip-Off Symfonia, hat sich dieser Mann nun leider endgültig ins Abseits geschossen. Das macht aber alles nichts, denn wir können nach wie vor auf die neuen Stratovarius zählen, denn diese haben mit "Nemesis" eines der besten Alben ihrer langen, langen, langen Karriere veröffentlicht.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

Schreiben Sie als erste Person zu dieser Rezension einen Kommentar.

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
">Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
 


Details

Artikel

4.8 von 5 Sternen (31 Kundenrezensionen)
5 Sterne:
 (26)
4 Sterne:
 (5)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Rezensentin / Rezensent


Top-Rezensenten Rang: 13.111