Kundenrezension

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen das vollendete musikalbum, nichts weniger!, 24. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Let It Bleed (Audio CD)
was muss das 1969 für ein eindruck gewesen sein, als der 'beggars banquet'-verwöhnte hörer zum ersten mal die neue stones-scheibe auf dem teller rotieren ließ?! eigentlich kann es sich nur um grenzenlose verstörung gehandelt haben. 'gimmie shelter' beginnt dunkel und verschwörerisch, endet defätistisch, das veritabel bluuuuuesige 'love in vain' zieht jeden runter, in dem noch ein fünkchen lebenswille glüht, 'country honk' ist zwar wieder lebendig und kommunikativ, aber mann: was soll das!? 'Honky tonk women' war die single, wird hier aber im radio-inkompatiblen folkgewand ohne bass und drums, dafür mit fiddle und whiskey-organ präsentiert!! 'live with me' beginnt als karg instrumentierter uptempo-rock, endet als soulige dance-nummer à la isaac hayes - auch ungewohnt.

aber dann der letzte song auf seite eins, die peripetie: 'let it bleed' führt uns zurück in bekannte gefielde, lässt vertrauen aufkeimen, spendet kraft: "We all need some one we can lean on - if you want it, you can lean on me." dieses einschmeichelnde, heimelig-rau verpackte Angebot schlägt keiner aus - und keiner wird enttäuscht: auf seite zwei folgt ein kracher ohne stolperstein auf den anderen. 'midnight rambler' bringt aggressiven straßen-blues, keith mit 'you got the silver' den anrührendsten moment des albums. ausgerechnet 'monkey man' probt dezent den funk - aber versagt glücklicherweise in dieser disziplin und manifestiert so als genuin herausragender song mit schönen wechseln zwischen zerrupften riff-bridges und fluiden, viskos-geschmeidigen strophen einen wunderbaren übergang zum genialischen, achtminütigen schlussakkord: ein kraftakt, ein feuerwerk, ein überwerk, schier der wahnsinn - "sometimes you'll get what you need!"

insofern ist die plattenhülle, auf deren rückseite die tortenkonstruktion des vordercovers in ziemlich lädiertem zustand nochmal abgebildet ist, fast eine umgekehrte allegorie des inhalts: 'let it bleed' beginnt im schützengraben und endet 2000 meilen über dem meer. eigentlich will ich damit sagen: das album in einzelne songs zu zerpflücken, diese gar zerstückelt auf best-of-scheiben egal welchen titels zu verscherbeln oder zu konsumieren, kommt nahezu einem sakrileg gleich. mehr als jedes andere im stones-katalog muss es als ganzes gesehen, und halt auch entsprechend rezipiert werden.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 16.07.2011 09:19:00 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 16.07.2011 09:20:46 GMT+02:00
"was muss das 1969 für ein eindruck gewesen sein, als der 'beggars banquet'-verwöhnte hörer zum ersten mal die neue stones-scheibe auf dem teller rotieren ließ?!"

Das war damals wenig spektakulär. Die Zuspitzung des Musikinteresses auf Beatles und Stones war vorbei. Es gab damals wesentlich innovativere und interessantere Gruppen und Alben, die deutlich mehr Interesse weckten. Auch war seit Beggars Banquet schon viel Zeit vergangen. "Let it bleed" wurde damals zur Kenntnis genommen - erregte aber weder positiv noch negativ viel Aufsehen. Noch dazu waren die Stones auf der damaligen Live-Tour schwach. Die Wiener Stadthalle zB. war halbleer und das Konzert kurz und wenig begeisternd.
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