Kundenrezension

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Teilweise interessant, teilweise mit Fragezeichen zu versehen ..., 19. Dezember 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Kohlenhydrat-Lüge: Was an den gängigen Ernährungslehren falsch ist (Broschiert)
... ein bisschen nervig sind aber die ständigen Hinweise auf die F.X. Mayr-Diät, auf welche im hinteren Teil des Buches ausführlicher eingegangen wird.

Aber erst einmal zum Buchtitel: Die Kohlenhydratlüge. Damit bezieht sich das Autorenduo Rauch & Mayr auf amerikanische Ernährungsratgeber und Experten, die eine geringere Fettzufuhr und mehr Kohlenhydrate als Lösung des Übergewichtproblems ansehen. Eine Lösung, die nicht funktioniert, weil immer mehr Amerikaner immer dicker werden. Nicht Kohlenhydrate im Allgemeinen, sondern die richtigen - also die günstigen - Kohlenhydrate, so lautet hingegen die These der Autoren. Dazu Proteine und mehr gute Fette. Nach einer ausführlichen Einführung erhält der Leser eine Erklärung der 4-Schritte-Kost:

(1) Kohlenhydrate richtig auswählen und dosieren: Hier geht es um nichts anderes als den Glyx-Index bzw. die glykämische Last. Sehr ausführlich erklärt. Für meinen Geschmack etwas zu viel des Guten. Muss ich zB wirklich wissen, wie sich die glykämische Last berechnet? Stattdessen wäre etwas mehr Sorgfalt bei der Darstellung der Fakten sinnvoll gewesen. In der Tabelle auf Seite 26ff werden Karotten zB mit einem Glyx-Wert in Höhe von 47 angegeben. Damit sind doch sicher rohe Karotten gemeint, oder? Denn wie man weiter hinten nachlesen kann - auf Seite 32 - sind gekochte Karotten nicht erlaubt, da sie einen Wert von 85 aufweisen. Weiter unten findet sich auch die Erklärung wieso. Dennoch wäre es meiner Meinung nach besser gewesen, hätte man diesen Unterschied auch in der Übersichtstabelle aufgeführt.

(2) Proteine sind unverzichtbar: Der Eiweißbedarf. Was sind gute Quellen? Fisch und Fleisch? Oder doch lieber Pflanzenquellen? Lapidar erfährt man, dass Proteine in pflanzlicher Kost weniger ergiebig sind, da die Pflanzenkost sehr faserreich ist. Auf diesbezügliche Unterschiede zwischen unterschiedlichen pflanzlichen Proteinquellen wird an dieser Stelle nicht weiter eingegangen. Leider. Immerhin erhält man weiter unten noch eine Aufstellung der günstigen Eiweißquellen. Eine Aufzählung - nicht mehr - nicht weniger. Des Weiteren wird auf die Problematik der Übersäuerung eingegangen. Was sind saure Nahrungsmitteln? Was sind die basischen Alternativen?

(3) Mehr gute Fette essen: Omega 3 und Omega 6 sowie die Vorzüge von einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Auf diese Bereiche wird ausführlich eingegangen. Was das Autorenduo dabei völlig übersieht sind die Vorteile von gesättigten Fettsäuren sowie die Unterschiede zwischen kurz- und mittelkettigen bzw. langkettigen Fettsäuren. Wer sich hierfür interessiert, dem würde ich das Buch Kokosöl von Bruce Fife ans Herz legen. Dort wird ausführlich darauf eingegangen, worum man keine ungesättigten Fettsäuren zum Erhitzen verwenden sollte. Und man erfährt von der unterschiedlichen Nutzung der Fettsäuren im Körper, je nach Länge. Alles Dinge auf welche das Autorenduo Rauch-Mayr leider nicht eingeht. Die Schlussfolgerungen würde ich dementsprechend gerade beim Braten/Erhitzen mit einem Fragezeichen versehen.

(4) Ur-Lebensmittel und Mikronährstoffe: Sauerstoff, Wasser, Salz und Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente) werden hier thematisiert. Des Weiteren wird auf Basenpulver zur Entsäuerung und auf Heilpflanzen eingegangen.

Nach diesen vier Schritten werden besondere Diätformen wie die Lutz-Diät (Steinzeiternährung) und die Blutgruppenkost erklärt.

Ab der Seite 102 erfährt der Leser endlich mehr über die so oft genannte F.X. Mayr-Diät. Ein Ernährungsprogramm, welches ein funktionierendes Verdauungssystem zum Ziel hat. Es gibt zwei Ansätze: Die Schon- und Säuberungstherapie zur Gesundung der Verdauungs- und Stoffwechselorgane sowie Empfehlungen zur gesunden Neuorientierung der Ernährung. Fehler beim Essen werden angesprochen sowie die Therapie und Kurformen angesprochen, ob Heil- und Teefasten nach Mayr, Milchdiät, erweiterte Milchdiät oder die Milde Ableitungsdiät.

Im Anschluss werden noch einige Rezepte vorgestellt. Frühstücksideen sowie Mittag- und Abendessen. Dabei wird zwischen drei Varianten unterschieden. (1) Eine Variante, die für Personen der Blutgruppe Null und B besonders geeignet sein soll, frei von ungünstigen und mäßig ungünstigen Kohlenhydraten, dafür relativ reichhaltig an günstigen Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen. (2) Eine zweite Variante, die als allgemein gesundheitsfördernde Methode empfohlen wird in Fällen, wo die erste und dritte Variante nicht benötigt wird. (3) Und zuletzt eine Kostform, bei der tierische Proteine sehr stark eingeschränkt sind, um nicht zu sagen komplett vermieden werden. Diese soll Personen der Blutgruppe A zu Gute kommen. Manche der Rezepte sind nur für einen Typ geeignet, manche für zwei Typen, manche können bei allen drei Varianten genutzt werden. Ein paar Rezeptbeispiele:

Frühstück mit Ei und Hüttenkäse (Variante 2)
Mandelmus-Frühstück (Variante 2)
Fischhaltiges Frühstück (Variante 1)
Gemüsesuppe mit Fleischeinlage (Variante 1)
Gemüsesuppentopf (für alle Varianten)
Gemüsebasensuppe (für alle Varianten)
Basensauce (ebenso für alle)
Tofu mit Portulak und Mandeln (besonders für Variante 3)
Tofuschnitzel (besonders für Variante 3)
Weincreme mit Walnüssen (ohne Angabe von spezieller Variante)
Kastaniendessert (ohne Angabe von spezieller Variante)

Etwas überrascht war ich hin und wieder von den Zutaten. Beispiel Gedämpftes Gemüse (für alle drei Varianten): Petersilienwurzel oder Sellerie, Fenchel oder Pastinaken solle man nehmen. Pastinaken? In der Glyx-Tabelle auf den Seiten 26ff werden Pastinaken mit einem Glyx von 97 angegeben. Das ist höher als ein Baguette (95) oder gebackene Kartoffeln (85). Oder gibt es hier ähnlich wie bei den Karotten Besonderheiten abhängig vom Verarbeitungszustand zu berücksichtigen? Und dass ich bei den Mittag- und Abendessen anstelle von warm (!) gepresstem Öl lieber das gesättigte Kokosöl nehme, wird sich sicherlich jeder, der Bruce Fifes Buch über dieses Produkt gelesen hat, denken können.

Abgeschlossen wird das Buch mit einer Literaturliste und einem Register.

Mein Fazit:
Weder die Rezepte noch die Gedanken zur Blutgruppenkost konnten mich überzeugen. Sehr interessant fand ich jedoch insbesondere die Ausführungen über das Verdauungssystem sowie über günstige und ungünstige Kohlenhydrate und die Funktion von Insulin. Der Bereich der Fette sollte meiner Meinung nach überarbeitet werden. Hier möchte ich jedem ernährungsbewusstem Leser Bruce Fifes Buch über Kokosöl ans Herz legen.
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