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Kundenrezension

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwei unsterbliche Klassiker der Filmgeschichte in einem Set, 30. Oktober 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Hitchcock-Collection: Das Fenster zum Hof / Vertigo [2 DVDs] (DVD)
Dieses DVD-Set ist unschlagbar. Es beinhaltet zwei der größten Klassiker der Filmgeschichte von einem der bekanntesten und einflussreichsten Regisseure aller Zeiten. "Das Fenster zum Hof" (1954) und "Vertigo - aus dem Reich der Toten" (1958), die Filme Nr. 40 bzw. 45 im insgesamt 53 Werke umfassenden Schaffen von Alfred Hitchcock (1899-1980), gehören nicht nur zu den Meistbesprochenen in den Film- und Medienwissenschaften, sondern erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit beim Publikum.

Der Engländer Hitchcock dreht von 1925-1939 fast ausschließlich in seiner Heimat. Erst 1940 erscheinen seine ersten beiden Filme in Hollywood. "Rebecca" wird für 11 Oscars nominiert und gilt als eines der beeindruckendsten Filmdramen überhaupt. Der straighte Agententhriller "Der Auslandskorrespondent" erhält 6 Nominierungen.

Der "Master of Suspense" kommt also schnell an in Hollywood. Seine Werke sind beliebte Kassenschlager. Doch Ende der 1940er erlebt er eine kleine kommerzielle Durststrecke. Seine eigene Produktionsfirma "Transatlantic Pictures" geht nach nur 2 Filmen 1949 pleite. Erst 1953 kann er mit "Bei Anruf Mord", dem ersten Einsatz von Grace Kelly als Hauptdarstellerin, wieder einen Hit verbuchen. Ein Jahr später gelingt ihm dann im Alter von 54 Jahren ein weiterer Meilenstein: "Das Fenster zum Hof".

Sein erster von 5 Filmen für Paramount Pictures erzählt die Geschichte des Fotografen L.B. Jefferies (James Stewart), der aufgrund eines Gipsbeins vorübergehend an den Rollstuhl gefesselt ist. Er langweilt sich fürchterlich und seine einzige Beschäftigung besteht darin, durch ein Fenster seine Nachbarn im Innenhof und gegenüber zu beobachten. Da gibt es neben anderen die unglückliche Miss Lonely Hearts, einen feierfreudigen Musiker, ein frisch vermähltes Ehepaar und Mr. Thorwald (Raymond Burr). Der gewichtige Brillenträger kommt Jeff gleich verdächtig vor. Als er eines Tages beobachtet, wie Thorwald vermeintlich seine Frau ermordet und das zu vertuschen versucht, steigert er sich gemeinsam mit seiner attraktiven Freundin Lisa (Grace Kelly) in den Wahn, die Tat zu beweisen...

"Das Fenster zum Hof" erhält 4 Oscar-Nominierungen (unter anderem als "Bester Film"), bleibt aber, wie so oft bei Hitchcock, ohne Auszeichnung. Der Film ist eine Mischung aus beklemmendem Kammerspiel, Beziehungsromanze und spannungsgeladenem Thriller. Er spielt fast ausschließlich in der Wohnung des Protagonisten und der Zuschauer erlebt die Geschehnisse bis auf eine entscheidende Ausnahme ausschließlich aus seiner Sicht. Besonders das auch für heutige Verhältnisse liebevoll und aufwändig gestaltete Szenen- und Bühnenbild ist ein Augenschmaus. Auf der psychologischen Ebene beschäftigt sich Hitchcock durchaus ironisch mit den Themen Voyeurismus und Schaulust, sowie der vermeintlich "perfekten" Beziehung zwischen Mann und Frau. Meisterhaft inszeniertes Hollywoodkino, das im Vergleich zu D. J. Caruso's Remake "Disturbia" (2007) natürlich altbacken wirkt. Wenn man aber bedenkt, welche Möglichkeiten 1954 Normalität sind in der Filmindustrie, so muss "Das Fenster zum Hof" als herausragendes Meisterwerk gelten. Zwar durchschaut der geneigte Cineast heute viele Plotstrukturen, technisch aber macht Hitchcock keiner was vor. Sein 40. Film ist ein farbenprächtiges, (vor allem von James Stewart) brillant gespieltes, witziges und grandios montiertes Fest für die Sinne mit einem witzigen Cameo-Auftritt des Meisters höchstselbst. Ein besonderer Hingucker ist die bildschöne Grace Kelly, die später Fürstin Grazia Patrizia von Monaco wird. Ein Jahr darauf landet sie in ihrem dritten und letzten Einsatz für Hitchcock an der Seite von Cary Grant in "Über den Dächern von Nizza" einen weiteren Erfolg.

Der zweite Film dieses Sets wird 1958 veröffentlicht. "Vertigo - aus dem Reich der Toten" ist wie "Das Fenster zum Hof" 25 Jahre lang einer von 5 verschollenen Hitchcocks, da der Regisseur die Rechte nach seinem Tod an Tochter Patricia weitergibt. Erst Mitte der 90er erfährt "Vertigo" eine umfassende Restaurierung und eine neue deutsche Synchronisation. Leider spricht diesmal nicht wie gewohnt Sigmar Schneider den Hauptdarsteller James Stewart. Das ist schade, aber kein entscheidender Minuspunkt.

Das 45. Opus im Hitchcock-Oeuvre handelt von dem pensionierten Polizisten John "Scottie" Ferguson (James Stewart). Bei einem Einsatz verschuldet er aufgrund seiner Höhenangst den Tod eines Kollegen und quittiert daraufhin vorzeitig den Dienst. Als sein alter Collegefreund Gavin Elster (Tom Helmore) ihn bittet, seine geistig verwirrte Frau Madeleine (Kim Novak), die sich für die Reinkarnation einer Vorfahrin aus dem 17. Jahrhundert hält, auf ihren schlafwandlerischen Wegen durch San Francisco zu beschatten, verfällt Scottie der kühlen Blondine. Er gerät in einen düsteren Strudel...

"Vertigo" ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zwar ein Erfolg und wird auch für 2 Oscars nominiert. Der wahre Wert dieses Meisterwerkes wird jedoch erst Jahrzehnte später erkannt. Die betörende Farbgebung, die geschmeidige Eleganz und technische Perfektion der Inszenierung, die düstere Atmosphäre und die überraschende Wendung in der Mitte sind in dieser Form in der Filmgeschichte einzigartig. Der versierte Techniker Alfred Hitchcock präsentiert sich hier auch inhaltlich auf dem absoluten Höhepunkt seiner Kreativität. Nie zuvor und nie danach erreicht er eine derartige Brillanz. Die letzte von insgesamt 4 Kooperationen mit seinem Freund James Stewart ist die Beste. Der alternde Oscar-Preisträger zeigt noch einmal all seine Facetten. Die blonde Schönheit an seiner Seite soll ursprünglich Vera Miles heißen. Doch als sie schwanger wird, muss Hitch umdisponieren. Er holt die damals relativ unbekannte Kim Novak ins Boot, die sich ein unvergessliches Denkmal setzt.

Kaum ein Film wird von anderen Regisseuren so oft zitiert wie dieser. Martin Scorsese zählt ihn zu seinen Lieblingen und die Zeitschrift "Sight and Sound" wählt ihn 2012 gar zum besten Film aller Zeiten. Das American Film Institute führt ihn auf Platz 1 der besten Mysterythriller, obwohl diese Kategorisierung fragwürdig erscheint.

Abseits solcher Bewertungen ist "Vertigo" schlicht und einfach ein vielschichtiges Meisterwerk, das man gesehen haben muss. Auch und vor allem wegen der sensationellen Musik des großen Bernd Herrmann. Hier und da hat der Film zwar seine Längen (außer man mag ausgiebige Autofahrten durch San Francisco). Insgesamt aber gehört er fast 55 Jahre nach seiner Veröffentlichung zu den wirklich unverzichtbaren Evergreens. Außerdem setzt Hitchcock mit dem seinerzeit erstmals eingesetzten und nach dem Film benannten "Vertigo-Effekt" Maßstäbe. Dabei handelt es sich um die Visualisierung von Scotties Schwindelgefühls. Es wird erzeugt, indem die Kamera nach vorne fällt, während sie gleichzeitig nach hinten zoomt. Heute ein Standard, damals innovative Neuerung.

Das 2 DVD Set "Das Fenster zum Hof/Vertigo - aus dem Reich der Toten" ist für jeden Filmfan eine lohnenswerte, ja unverzichtbare Anschaffung. Als Bonus gibt es pro DVD je eine ausführliche Reportage, die interessante Einblicke in die Entstehungsumstände der wohl besten Hitchcock-Filme gewährt. Jeder, der nicht nur neueren Produktionen zugetan ist, findet hier zwei Diamanten, die er so schnell nicht vergessen wird.
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