Kundenrezension

63 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Rabe verweigert den Gesang..., 1. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Raven That Refused to Sing (Audio CD)
Warum tut er das? Hier könnten tatsächlich mehrere Gründe zu Buche stehen. Zum einen liegt diesen intelligenten schwarzen Vögeln eine in unseren Ohren wohlklingende Wiedergabe von Tönen doch ziemlich fern. Zum anderen haben sie offensichtlich bereits das neue Album des im britischen Hemel Hempstead Geborenen gehört. Hernach ist ihnen buchstäblich der letzte Krächzer im Schnabel stecken geblieben. Denn was Mastermind Steven Wilson in seinem jüngsten Werk vorlegt, darf man getrost als Superlative bezeichnen. Seine in Noten umgesetzten Geistergeschichten kommen einfach nur fantastisch daher.

Vom Bass vorangetrieben (Ähnliches ist man bereits von den großartigen polnischen Progrockern um Riverside gewohnt) startet der fulminante Opener "Luminol" flott, ja beinahe jazzig. Jedes Instrument erhält seinen eigenen Part, um sich in Szene zu setzen und fügt sich dennoch harmonisch in den Gesamtkontext des Songs ein. Nach ca. 4:30 bricht das dynamische Pushen jedoch abrupt ab und Steven kommt das erste Mal zu Wort. Doch nur kurz ist sein von Querflöte und Chorus begleiteter Gesang, bevor er einem wunderbaren Pianosolo Platz lässt. Allem Anschein nach soll jedem seiner fantastischen Musiker, die ihn bereits auf seiner letzten "Grace For Drowning"-Tour begleiteten, die Möglichkeit gegeben werden, sein Können vorzuführen, bevor sie sich letztendlich in das nun folgende Gesamtkunstwerk einordnen. Denn als solches kann man "The Raven That Refused To Sing" ganz ohne Zweifel bezeichnen. Was Wilson hier vorgelegt, krönt seinen Werdegang ohne "Porcupine Tree" um ein weiteres Mal. "Grace for Drowning" deutete bereits an, dass der Selfmademann aus Großbritannien zu den ganz Großen im Progressiv Rock gehört. Mit diesem Werk hat er sich nun selbst übertroffen. Wie kann man diesen Mann eigentlich noch stoppen?

Stoppen? Um Himmels Willen, Nein! Das liegt dem begeisterten Hörer absolut fern. Denn mit "Drive Home" erklingt als zweiter Titel die erste Ballade, welche deutliche Anleihen zu seinem Projekt "Blackfield" zeigt, das er zuweilen mit dem israelischen Superstar Aviv Geffen auf die Beine stellt. Gitarren, Streicherelemente, Melotron und vor allem der sich harmonisch einfügende Gesang von Wilson und seinem Chorus unterstreichen diesen gefühlvollen, melancholisch-elegischen Song. Kraftvoll rockig, mit düster-diabolischen Anleihen passt der heilige Trinker von Nr. 3 ("The Holy Drinker")dann schon eher in die Insurgentes-Zeit. Nach dem ebenfalls kernigen, druckvollen und nach vorn weisenden "The Pin Drop" mit seinem monumental wirkenden Chorus und seinem klirrenden Klarinettensolo folgen mit dem gleichzeitig äußerst komplexen und eingängigen, sich Schicht um Schicht aufbauenden "The Watchmaker" und schlussendlich dem titelgebenden, emotional packenden Song "The Raven That Refused to Sing" unbestritten die Höhepunkte des Albums. Wilsons "Uhrmacher" und sein "die Arbeit verweigernder Rabe" zeugen einmal mehr von der hohen Kunst der perfekten Kombination aus progressiven und ambienten Tönen, die der Brite einfach perfekt in Szene zu setzen versteht.

Fazit: Großartig arrangiert und homogen abgemischt ist Wilson durch eine perfekte Kombination aus klassischem Progressiv-Rock der 70er Jahre und modernen Einflüssen sowie einem klaren Sound ein ganz großer Wurf auf schaurig hohem Niveau gelungen. Ein Werk, das eindeutig das Zeug zum Album des Jahres hat und mich zunächst einfach nur sprachlos in den Sessel gedrückt hat. "Von dort her sendete sie nur ohnmächtige Schauer heißeren Krächzens", um es mit den Worten unseren Dichterfürsten Goethe ein wenig dilettantisch auszudrücken, wie dieses Album auf mich wirkt. Ich jedenfalls reihe mich in die Kette der "Gesangsverweigerer" ein. Dafür haben meine Boxen jetzt Hochkonjunktur.
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Kommentare

Von 3 Kunden verfolgt

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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 01.03.2013 12:52:19 GMT+01:00
Zitat: "Fazit: Großartig arrangiert und homogen abgemischt..."
Ob das für das Album gilt, kann ich noch nicht beurteilen, hab es noch nicht gehört.
Für diese Rezension gilt es offensichtlich.

Veröffentlicht am 18.03.2013 22:17:40 GMT+01:00
Strg-Alt-Entf meint:
Wollte eigentlich selber eine Rezension zu dieser genialen CD schreiben. Aber, Heike, Deine Rezension bringt es so perfekt auf den Punkt, dass ich es nun lasse. Sehr schön beschrieben! Ich kann alles Gesagte nur unterschreiben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.03.2013 07:01:16 GMT+01:00
Heike G. meint:
Hallo "Cmd-Alt-Esc" (ich habe das gebräuchliche Windoof-Kürzel mal in meine Sprache übertragen ;-)))

danke für deine netten Worte. Ja, der Steven... da hat er wirklich ein ganz feines Stück Musik abgeliefert. Ich verfolge seinen Werdegang schon sehr lange und habe ihn und seine genialen Musiker auf seiner "Grace for Drawning"-Tour auch schon live gesehen. Hier hat sich der Gute wahrhaft selbst übertroffen :-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.03.2013 12:51:02 GMT+01:00
...auch ich habe dem nichts hinzuzufügen....

Veröffentlicht am 08.05.2013 07:27:26 GMT+02:00
Da kann sich der Schtiiiiven herzlich bei Dir bedanken. Ich glaube, dass ich mir seine Scheibe jetzt extra wegen Deiner tollen Rezi kaufe... und am Wochenende lese ich mir mal Deine anderen Rezis durch. Weiter so! :-)

Veröffentlicht am 06.11.2013 14:50:55 GMT+01:00
Ist der verweigernde Rabe vielleicht nicht einfach auch eine Anspielung auf "The Raven" von Alan Parsons (Project)? Der Gute hat ja dieses Album tontechnisch betreut...:-)
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Details

Artikel

Rezensentin / Rezensent

Heike G.
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   

Ort: Dresden

Top-Rezensenten Rang: 28