Kundenrezension

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schlechtes Buch über ein wichtiges Thema, 26. Juni 2013
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Rezension bezieht sich auf: Die Parther: Die vergessene Großmacht. (Gebundene Ausgabe)
Die Bedeutung der Parther, die längst nicht mehr nur auf ihre Rolle als Gegenspieler des Römischen Reiches reduziert werden, für die antike Geschichte ist groß, und daher ist es grundsätzlich zu begrüßen, dass nun eine deutschsprachige Einführung vorliegt. Leider ist das aber auch schon fast alles, was an Positivem zu diesem Buch gesagt werden kann. Denn man merkt sehr schnell, dass das Buch nicht von Fachleuten verfasst wurde. Wie in fachwissenschaftlichen Rezensionen - verwiesen sei nur auf die online verfügbare Besprechung durch Professor Erich Kettenhofen in der "Frankfurter Elektronischen Rundschau zur Altertumskunde" - bereits wiederholt und einhellig festgestellt wurde, können nämlich insbesondere jene Teile des Buches, für die der Mediziner Uwe Ellerbrock verantwortlich zeichnet, nicht überzeugen.

Die Parther faszinieren. Aber Begeisterung für die Sache alleine genügt leider nicht. Das zeigt schon ein Blick in das viel zu schmale Literaturverzeichnis: Die Forschung zu den Parthern hat gerade in den letzten Jahren sehr an Intensität und Umfang zugenommen, und das Bild, das man sich heute von ihrem Reich macht, weicht sehr von dem ab, dem man noch vor 20 Jahren anhing. Der vorliegende Band hingegen ignoriert diese Ergebnisse weitestgehend und informiert also keineswegs auf dem aktuellen Kenntnisstand. Zudem unterlaufen insbesondere Ellerbrock zahlreiche sachliche Irrtümer, und seine "Übersetzungen" der griechischen Münzinschriften lassen daran zweifeln, ob er über Grundkenntnisse dieser Sprache verfügt. Verweise auf Forschungskontroversen und Quellenbelege sucht man vergebens. Besser sind die von der Archäologin Sylvia Winkelmann verfassten Teile gelungen, denen man anmerkt, dass die Autorin mit wissenschaflichen Arbeitsweisen vertraut ist. Auch ihre Kenntnis der aktuellen Forschungsdiskussion innerhalb der Geschichtswissenschaft ist aber leider unvollkommen.

Kurzum: Dieses Buch ist ein falscher Freund, es gibt vor, eine zuverlässige Einführung auf dem aktuellen Forschungsstand zu sein, aber das ist es leider nicht. Die Parther hätten etwas Besseres verdient. All jene Leser, die sich hier so begeistert über das Buch äußern, wissen leider nicht, wie groß seine Mängel aus wissenschaftlicher Sicht sind. - Wer nicht nur schöne Bilder, sondern zuverlässige Informationen zu den Parthern sucht, muss leider weiterhin auf ein deutschssprachiges Werk warten. Allen Studierenden, die sich auf Prüfungen vorbereiten oder eine Hausarbeit zu den Parthern schreiben wollen, kann von diesem Buch nur abgeraten werden.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 13.12.2013 13:46:48 GMT+01:00
Oliver Walter meint:
Der Rezension kann ich mich weitgehend anschließend, auch der Besprechung von Herrn Kettenhofen in der "Frankfurter elektronischen Rundschau zur Altertumskunde 19 (2012)" und von Herrn Hartmann in H-Soz-u-Kult, soweit ich es beurteilen kann. Denn dort, wo ich es aufgrund meiner Kenntnisse der römischen Geschichte, die im Zusammenhang mit der parthischen Geschichte steht, beurteilen kann, fällt das Buch tatsächlich inhaltlich (!) negativ auf. Sprachlich sind die entsprechenden Kapitel auch nicht besser. Das Niveau bessert sich dann in den Beiträgen von Frau Winkelmann, aber dies gleicht die eklatante Schwäche in den genuin historischen Abschnitten nicht aus. Besonders unpassend für ein Buch (!) empfand ich auch die Verwendung von Internetseiten als Quellen. Leider gibt es trotz gegenteiliger Behauptungen keine gute, aktuelle deutschsprachige Alternative, die die Ereignisgeschichte abhandelt. Das entsprechende Kapitel von Josef Wiesehöfer in seinem Buch "Das antike Persien" (1993) behandelt die Ereignisgeschichte nicht und ist für Laien aufgrund der recht komprimierten Sprache schwer zu lesen. Während für die römische Geschichte eine Reihe von qualitativ guten Büchern von Historikern vorliegen, die auch für Laien verständlich sind, fehlt es daran offensichtlich für die Geschichte des Partherreiches, zumindest aktuell. Das Buch von Ellerbrock / Winkelmann hat aber auch etwas Gutes: Die zahlreichen Hochglanzfotos von Münzen, Gebäuden, Kunstwerken aus der Partherzeit geben einen Einblick in die Kultur des Vorderen und Mittleren Orients dieser Zeit, die historische Werke mit ihrer üblicherweise ausgesprochenen Textlastigkeit selten vermitteln. In der Rezension von Herrn Kettenhofen wurde zwar die geringe Anzahl von Karten bemängelt, diesen Mangel weist aber auch so manches Werk ausgewiesener Historiker auf. Beispielsweise enthält der "Augustus" von Kienast nur zwei Karten.
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