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Kundenrezension

43 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gott macht glücklich, aber ich bin nicht ganz glücklich mit dem Autor, 23. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Gott macht glücklich: und andere fromme Lügen (Gebundene Ausgabe)
Markus Spieker schreibt wie immer mit einem abwechslungsreichen Vokabular, gespickt mit vielen Anekdoten und Zitaten, ganz auf der Höhe der Zeit und durchaus provozierend. Seine Analyse der evangelikalen Szene ist ihm gut gelungen. Er schreibt ehrlich auch über deren Schwächen und Versagen. Die ersten vier Kapitel sind in jeder Hinsicht gut recherchiert und das jeweilige Fazit schlüssig. Wer etwas länger als ein paar Monate Christ ist, weiss aus eigener Erfahrung: Auch Christen sind nicht ununterbrochen in Worshipstimmung; sie können genauso wie andere depressiv werden. Unter Christen finden sich tatsächlich nicht viele Stars – und das war schon vor 2000 Jahren so (1Korintherbrief 1,26-31). Jesus errichtet nicht ein Reich der Macht und Gewalt, sondern der Liebe und Gnade und mit dem Befolgen von Gottes Richtlinien tun sich Christen manchmal schwer, auch wenn sie wissen, dass darin wahres Glück zu finden ist. In Kapitel 4 schwingt zwar ein wenig der Frust des mittlerweile doch schon langen Singledaseins von Markus Spieker mit. Statt die Kirchen für die vielen ledigen Akademikerinnen verantwortlich zu machen (fehlender Heiratsmarkt), könnte er in dieser Sache ja selber etwas unternehmen und zumindest eine dieser flotten jungen Frauen glücklich machen. ;-) Dabei wird er ehrlicherweise feststellen, dass es wahrscheinlich nicht am fehlenden kirchlichen Engagement für die Singles liegt, sondern an den hohen Ansprüchen bzw. dem simplen Egoismus, die vor einer Ehe zurückschrecken. Insgesamt stellt Markus Spieker eine nüchterne und sicher weitgehend mit der biblischen Lehre konforme Sichtweise eines alltagstauglichen Christseins dar. Die Frage ist nur, ob wir uns als Christen dieser Herausforderung stellen, oder doch lieber in unserer Komfortzone verharren (siehe Spiekers Erlebnis im letzten Kapitel).
Und doch werde ich nicht ganz glücklich mit seinen doch ziemlich oberflächlichen Aussagen in Kapitel 5. Nicht nur hier verheddert sich Spieker immer wieder in Widersprüche. Er wünscht sich z.B. nicht eloquente und angepasste christliche Leiter, sondern Leute, die tatsächlich etwas bewegen. Und doch entsprechen die Machertypen nicht seinem Ideal eines Intellektuellen, der sich Filme wie The Tree of Life anschauen und so super predigen, dass auch Akademiker ihren Tiefgang finden. Solches Hin- und Hergerissen sein zieht sich durch sein gesamtes Buch hindurch. Spieker findet längst nicht immer eine Antwort auf seine vielen Fragen. Er ist durchaus Kind seiner Zeit: postmodern nicht nur im Stil, sondern auch im Denken. Dies zeigt sich vor allem in seinen Thesen zur Inspiration der Bibel. Typisch mainstream-evangealikal ist er offen für Ansätze der historisch-kritischen Bibelexegese. Die Geschichten aus der Genesis hält er eher für nette Bildergeschichten, an das primitive Denken der Menschen in der Bronzezeit angepasste Theologie. Ob Hiob, Jona oder Esther gelebt haben, ist für ihn irrelevant. Einige für uns schwierige Passagen im Alten Testament entsprechen nicht der Wahrheit, vieles ist übertrieben und verfälscht, der Mensch aus einem langen evolutionären Prozess aus dem Tier hervorgegangen. Gleichzeitig beruft sich Spieker auf eine durchaus biblische Anthropologie. Aber mit welcher Logik? Was ist Evolutionsbiologisch denn so falsch an der Promiskuität oder der Polygamie? Bei genauem Überlegen fehlen ihm die Argument für seine doch recht konservative Ethik, wenn er die Schöpfung als Evolutionsprozess sieht. Ab wann z.B. war denn der Mensch verantwortlich vor Gott? Und warum erklärt Paulus alle Menschen aufgrund des Versagens von Adam zu Sündern? „Wenn du anfängst die Bibel in puncto Historizität auseinanderzunehmen, wo hörst du auf?“ fragt Spieker zurecht. Die Antwort bleibt er leider schuldig. Christus sei die Essenz des Glaubens, schreibt Spieker. Doch woher kann er das wissen, wenn er den Aussagen der Bibel nicht voll und ganz vertraut. Gerade diese eine Essenz könnte sich doch als ein ganz grosser Bluff, als historischer Irrtum herausstellen? Am widersprüchlichsten finde ich jedoch, dass die sogenannte sanfte historische-kritische Theologie immer noch fest an der Auferstehung und am Glauben an das ewige Leben festhält, wogegen Gott nicht zugetraut wird, dass er auch bei der Schöpfung, in der Geschichte Israels, bei Jesus und bei den Aposteln unerklärliche Wunder wirkte. Die Schöpfung war nicht einfach plopp, bumm, zisch da, sondern entstand in einem evolutionären Prozess. Aber bei der Auferstehung von Jesus und bei der neuen Erde und dem neuen Himmel gesteht man Gott dieses Wunder zu. Plopp, bumm, zisch und es ist da. Komische Logik. Wenn alles mittels Evolution entstanden ist, wer sagt dann, dass es nicht genauso wieder in einem langen Evolutionsprozess sich im unendlichen Nichts auflöst, am Schluss also Nichts bleibt, jede Hoffnung verloren ist? Hier wünschte ich Spieker, dass er sich intensiver und redlicher mit den Konsequenzen seines Bibelbekenntnisses auseinandersetzt.
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