Fashion Sale Hier klicken Sport & Outdoor 1503935485 Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More MEX Shower roesle Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16
Kundenrezension

8 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen 20 Jahre nach einer "digitalen Pioniertat" - was bleibt?, 5. April 2003
Von 
Rezension bezieht sich auf: Wagner: Götterdämmerung (Gesamtaufnahme) (Aufnahme Dresden 1983) (Audio CD)
Die Bekanntheit des "Janowski"-Ringes gründet sich weniger auf die Musik oder Interpretation selbiger, sondern es sind eher außermusikalische Gründe, man möchte schon fast sagen Kuriosa, die die außergewöhnliche Stellung dieses Projektes ausmachen. Da ist zum einen die politische Dimension, eine "deutsch-deutsche" Co-Produktion diesen Ausmaßes, mit "West-" wie "Ost"-Stars, der Dresdner Staatskapelle und einem "gemischten" Aufnahmeteam waren Anfang der 80er Jahre alles andere als gewöhnlich. Zum anderen ist es das Kürzel "DDD", also die vollkommen digitale Aufnahmetechnik, die die Erwartungen an diese Aufnahmen sehr hoch schraubten.
Dabei sorgt insbesondere die Aufnahmetechnik mit 20-jährigem Abstand durch für eine gewisse Ernüchterung: Manchmal wundert man sich ein wenig, was sich das "VEB"-Team da zusammengemischt hat(auch wenn die absolute Rauschfreiheit damals vielleicht beeindruckt hat). Wobei man die ungünstige Akustik der Lukaskirche kaum den Technikern anlasten kann, dieser Raum klingt einfach unendlich hallig und macht eine Opernaufnahme extrem problematisch (wie schon Kleibers "Freischütz" bewiesen hat). So klingt denn auch das Orchester sehr "zerrissen", mit sehr nah und direkt erklingenden Streichern und einer oftmals in unendliche Ferne gerückten und entsprechend leisen Bläserbatterie - quasi Fernorchestereffekte, die gar nicht in der Partitur stehen, mit dem dummen Nebeneffekt, daß rhythmische Feinheiten zumeist völlig im Hall versinken. Dazu aber noch die seltsame Tendenz, einzelne führende Stimmen nur taktweise sehr stark aus dem akustischen Gesehen herauszuheben, was sehr unpassend wirkt (z.B. die Pauken im Todesmarsch).
Die Gesangssolisten sind per Mikrofon im Klangbild dabei sprichwörtlich "künstlich eingemischt", man hat zuweilen den akustischen Eindruck einer Pop-Produktion, wo die Sänger nicht im selben Raum musizieren wie die restlichen Musiker. Zugunsten einer guten Textverständlichkeit mag das grundsätzlich in Ordnung gehen, aber bei dieser Aufnahme wirkt es doch sehr unplausibel.
Bei diesen widrigen akustischen Umständen hat es auch Marek Janowski spürbar schwer, seine Staatskapelle zusammenzuhalten. Zum einen fällt die sehr ungewöhnliche Wahl seiner Tempi auf: Zumeist hat er einen Hang zum langsam-zerdehnten (noch schlimmer im "Siegfried" dieses Zyklus'), um dann in wenigen Szenen viel zu stark aufs Gas zu drücken. Das Orchester wirkt im Ganzen etwas nervös und unsicher, für eine Studioaufnahme gibt es doch eine Unzahl an rhythmischen Unsicherheiten. Besonders in den Gesangspassagen bescheidet sich der Klangkörper auf das Abspielen von richtigen Tönen, lediglich in einigen Instrumentalpassagen (Todesmarsch, Finale III) spielen sich die Dresdner in einen gewissen Rausch und lassen kurz erkennen, warum man sie "Wunderharfe" nennt.
Bei den Solisten ist es vor allem René Kollo als Siegfried, der sich glänzend aus der Affäre zieht, gegenüber der einige Jahre jüngeren Aufnahme unter Sawallisch klingt er jugendlicher und stimmstärker, vermeidet das Anpressen der Töne, verleiht der Rolle aber eine ähnliche Glaubwürdigkeit. Matti Salminen gibt einen gewohnt dämonischen Hagen, allerdings fehlt seiner Stimme wg. der Aufnahmetechnik der große Raum, den sie sonst zu füllen vermag - hier hat man den Eindruck, er singt nur mit halber Kraft, um das Orchester nicht zu übertönen. Siegmund Nimsgern und Hans Günter Nöcker als Alberich und Gunter können da gestalterisch nicht ganz mithalten, bieten jedoch vokal auch überzeugende Leistungen.
Enttäuschung verursachen vor allem die weiblichen Solisten. Allen voran eine überforderte Jeannine Altmeyer als Brünnhilde, die weder vom Stimmvolumen her noch von der Gestaltungskraft der Rolle gewachsen zu sein scheint: Selbst in mäßig laut begleiteten Passagen wird sie vom Orchester oder wahlweise Salminen oder Kollo übertönt, macht nur durch allzu forcierte Spitzentöne aus sich aufmerksam, während tiefere Passagen nur erahnbar sind - und das trotz der "sängerfreundlichen" Aufnahmetechnik. Auch Norma Sharp als Gutrune ist deutlich zu leicht besetzt, wirkt mit ihrer schmalen und spielerischen Stimme zumeist deplaziert. Ortrun Wenkel als Waltraute ist da vokal besser disponiert, läßt allerdings Glaubwürdigkeit und Rollenkenntnis vermissen. Warum große Namen mit großen Stimmen (wie Lucia Popp und Hanna Schwarz) sich hier lediglich als Rheintöchter beweisen dürfen, bleibt auch ein Rätsel.
Bleibt unterm Strich Licht und Schatten. Ob des günstigen Preises und der Deutlichkeit der Solisten sicher für Einsteiger geeignet, kann ich die Aufnahme trotzdem nur eingeschränkt empfehlen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
">Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
  [Abbrechen]

Kommentare

Kommentare per E-Mail verfolgen

Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 29.06.2011 22:29:16 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 29.06.2011 22:29:38 GMT+02:00
Ariadne Simon meint:
Dieser Rezension kann ich mich nicht anschließen. Zunächst mal zu dieser eigenartigen "VEB-Vermutung". Das Label der Klassik-Aufnahmen der VEB Deutsche Schallplatten Berlin (Ost) hieß ETERNA. Bei der hier bespochenen Aufnahme handelt es sich also um eine Neuauflage, die sicherlich nochmal bearbeitet wurde. Die Qualität der ETERNA-Aufnahmen war immer gut und ich habe nie ein Rauschen gehört. Und wo ist es so verwunderlich, dass es ein "gemischtes" Sängerteam gab? Sind Theo Adam, Peter Schreier, Siegfried Vogel nicht ständig z.B. in Bayreuth aufgetreten? Ich besitze eine Plattensammlung mit Sängern wie Prey, Schock, Kollo, Rothenberger, Wixell, Popp .... War für uns nichts Besonderes. Und die Frage, warum eine Popp "bloß" eine Rheintochter singt, beantwortet sich für mich so, dass sie weder die Stimme für eine Gutrune, eine Waltraute und schon gar nicht für eine Brünnhilde hat. Sicher deshalb. Besser eine wunderbare Floßhilde als eine versaute Brünnhilde!
‹ Zurück 1 Weiter ›

Details

Artikel

Rezensentin / Rezensent


Top-Rezensenten Rang: 4.928.278