Kundenrezension

45 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kammermusikalische Schlichtheit, oder: Zurück in die Zukunft!, 4. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Sinfonie 2 "Auferstehung" (Audio CD)
Die vorliegende Aufnahme von Mahlers Auferstehungssymphonie entstand Ende Mai/Anfang Juni 2005 nach einer Aufführungsserie von drei Konzerten der Wiener Philharmoniker aus Anlass von Pierre Boulez 80. Geburtstag. Die Einspielung besticht in jeder Hinsicht und lässt das Gros der anderen Aufnahmen (selbst Rattle und Chailly) hinter sich: Die Philharmoniker spielen brillanter und mit mehr Feuer denn je; dies mag nicht zuletzt auf die merkliche Verjüngung des Orchesters in den letzen beiden Jahren zurückzuführen sein, die Sir Simon Rattle im Frühjahr 2005 mit der Aussage: The Vienna Philharmonic is now my favorite youth orchestra! kommentiert haben soll. Die beiden Solistinnen vermeiden, Boulez Ansatz konsequent folgend, jedes überflüssige Pathos und setzen ganz auf liedhafte Innigkeit und Schlichtheit. (Beim wunderbaren Urlicht von De Young vermeint man übrigens ihre bei Berlioz gesammelte Erfahrung einfließen zu hören).

Ein weiterer Höhepunkt der Aufnahme ist zweifellos der Wiener Singverein, der den schwierigen Chorpart nicht nur bravourös und mit makelloser Intonation meistert, sondern der es als einer ganz wenigen Chöre schafft, sowohl in den Pianissimo-Passagen als auch im abschließenden bewegten (und bewegenden) Forte und Fortissimo ein Höchstmaß an Textdeutlichkeit zu gewährleisten. Gerade dadurch geht der von Klopstock stammende und von Mahler selbst bearbeitete Text umso mehr zu Herzen. Abgerundet wird diese neue Referenzeinspielung (dankenswerterweise auf nur einer CD mit knapp 81 Minuten Spieldauer) durch ein natürliches, weiches und harmonisches Klangbild, das das seine zur kammermusikalischen Lesart von Boulez beiträgt.

Fazit: wer Mahler gerne konventionell-theatralisch-bombastisch hat, mag mit den Bernstein-Einspielungen oder der Wiener Abbado-Aufnahme (ungeachtet deren Meriten!) vielleicht besser bedient sein. Aber wer eine wegweisende State-of-the-Art Aufnahme sucht, die sich gerade durch ihre Schlichtheit auszeichnet (apropos: sind die Wiener nicht DAS Mahler-Originalklang-Ensemble?), für den ist diese neuen Einspielung ein absolutes Muss. Lean back, enjoy, and be prepared!
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 24.05.2009 20:56:32 GMT+02:00
JJA Kiefte meint:
Wieso sollen die Wiener "DAS Mahler-Orignalklang-Ensemble sein"? Die meisten der Mahler'schen Sinfonien wurden doch gar nicht von den Wienern prämiert?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.10.2012 14:52:54 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 05.11.2012 07:35:17 GMT+01:00
opernfan meint:
Es stimmt schon, dass die Wiener nur wenige Uraufführungen von Mahler gespielt haben und sich auch lange schwer taten mit seinen Symphonien - aber Mahler hat einen Großteil seiner Symphonien eben aus dem "Wiener Idiom" heraus geschrieben, weil er in dieser Tradition verwurzelt war. Insofern sind die Wiener - selbst sehr traditionsbewußt - eben doch das "Original-Klang-Ensemble"... - heute mit einer spürbaren Liebe zum Werk.
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