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Grusel dich oder ich fress dich!, 11. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Marina: Roman (Gebundene Ausgabe)
Gewiss, Zafon kann schreiben, seine Sprache ist klar, flüssig und oft auch originell. Schade nur, dass sich diese Sprache an einer Geschichte abarbeitet, die eher zum Gespensterabend im Schullandheim passen würde: Ständig verdunkelt sich der Himmel, stehen grausige Gestalten drohend im Dunkel, knallen Türen, kracht der Donner. Der bedauernswerte Ich-Erzähler wird von einer schaurigen Szene in die nächste gejagt, als liefere sich der Autor einen heimlichen Wettbewerb um die meisten Gruselszenen in einem Roman. So gekonnt diese Schilderungen auch sind, stellt sich aufgrund ihrer penetranten Häufung recht bald ein Abnutzungseffekt ein, wie in einer Geisterbahn auf dem Rummelplatz, wo man als Erwachsener spätestens nach dem dritten Gespenst denkt: Ok, ganz nett, aber nun is' eigentlich auch gut. Leider dauert die Gruselparade dann noch ziemlich lange an. Immerhin werden die Motive der eigentlichen Hauptfigur (das Buch müsste "Michail" heißen, aber das ließ sich wohl nicht so gut vermarkten) für ihre Gräueltaten am Ende auf durchaus anrührende Weise erklärt, aber letztlich handelt es sich um nicht mehr als einen gehobenen Schauerroman mit esoterischem Einschlag. "Wir erinnern uns nur an das, was nicht geschehen ist" - wer bei diesem durch wiederholtes Zitieren künstlich mit Bedeutung aufgeladenen Satz eher ratlos die Achseln zuckt und denkt: 'Nö, eigentlich erinnere ich mich nur an das, was ich erlebt habe' - der ist wahrscheinlich nicht empfänglich für die Zafon'schen Beschwörungen und sollte von dem Buch die Finger lassen. Allen anderen: gute Unterhaltung!
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Marina: Roman 3100954017
Carlos Ruiz Zafón
S. Fischer Verlag
Marina: Roman
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Grusel dich oder ich fress dich!
Gewiss, Zafon kann schreiben, seine Sprache ist klar, flüssig und oft auch originell. Schade nur, dass sich diese Sprache an einer Geschichte abarbeitet, die eher zum Gespensterabend im Schullandheim passen würde: Ständig verdunkelt sich der Himmel, stehen grausige Gestalten drohend im Dunkel, knallen Türen, kracht der Donner. Der bedauernswerte Ich-Erzähler wird von einer schaurigen Szene in die nächste gejagt, als liefere sich der Autor einen heimlichen Wettbewerb um die meisten Gruselszenen in einem Roman. So gekonnt diese Schilderungen auch sind, stellt sich aufgrund ihrer penetranten Häufung recht bald ein Abnutzungseffekt ein, wie in einer Geisterbahn auf dem Rummelplatz, wo man als Erwachsener spätestens nach dem dritten Gespenst denkt: Ok, ganz nett, aber nun is' eigentlich auch gut. Leider dauert die Gruselparade dann noch ziemlich lange an. Immerhin werden die Motive der eigentlichen Hauptfigur (das Buch müsste "Michail" heißen, aber das ließ sich wohl nicht so gut vermarkten) für ihre Gräueltaten am Ende auf durchaus anrührende Weise erklärt, aber letztlich handelt es sich um nicht mehr als einen gehobenen Schauerroman mit esoterischem Einschlag.
"Wir erinnern uns nur an das, was nicht geschehen ist" - wer bei diesem durch wiederholtes Zitieren künstlich mit Bedeutung aufgeladenen Satz eher ratlos die Achseln zuckt und denkt: 'Nö, eigentlich erinnere ich mich nur an das, was ich erlebt habe' - der ist wahrscheinlich nicht empfänglich für die Zafon'schen Beschwörungen und sollte von dem Buch die Finger lassen. Allen anderen: gute Unterhaltung!
Cornelius Mirow
11. Januar 2012
- Insgesamt:
5

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