Kundenrezension

22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich hoffe, dass Michio Kaku mit seiner überwiegend positiven Sicht der Zukunft Recht behält..., 6. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Physik der Zukunft: Unser Leben in 100 Jahren (Gebundene Ausgabe)
Michio Kaku ist für mich mit Brian Greene der beste, produktivste, aber auch der am besten lesbare und verständlichste Autor populärwissenschaftlicher Bücher im Bereich theoretische Physik und Astronomie. Aber sein Einflussbereich und Wissen reicht weit über diese Themen hinaus wie man auch an der Themenvielfalt des vorliegenden Buches feststellen kann. Kaum ein anderer versteht es so gut, komplexe Zusammenhänge in einfachen Worten darzustellen ohne auf sachlichen Tiefgang zu verzichten. Zu bemängeln gibt es auch etwas auch wenn dies nicht entscheidend für die gute Bewertung ist. Oft erfährt man insbesondere am Anfang nichts neues und wer die Augen stets offen hält kennt vieles was Kaku dort anspricht schon zu genüge, seien es die Roboterhunde oder diverse andere Erfindungen. Zudem ist der Stil oft leicht chaotisch und ich hätte mir etwas mehr Struktur gewünscht und manchmal erwischt man sich dabei etwas von Absatz zu Absatz zu springen da Kaku leicht abdriftet und in Prosa verfällt.

In DIE PHYSIK DER ZUKUNFT hat er sich aber nicht nur auf seiner Expertise verlassen, sondern auch 300 andere Forscher nach ihren Erkenntnissen über das Leben in den nächsten 100 Jahren befragt und in dem vorliegenden Buch verarbeitet. Darunter finden sich Koryphäen und Preisträger wie Murray Gell-Mann, Freeman Dyson, J.R. Gott III, S.J. Gould, Brian Greene, Alan Guth, Douglas Hofstaedter, Seth Lloyd, Lisa Randall, Sir Martin Rees, Carl Sagan uvm. von denen der Leser dieser Zeilen sicher das ein oder andere Werk zu Hause hat.

Wer Michio Kaku in den Interviews oder seinen Dokumentation sieht weiß, wie positiv und inspirierend er dort wirkt. Demgemäß ist sein Ausblick fast rundum positiv: Roboter werden uns schwere und repetitive Arbeit abnehmen und die diversen Geräte um uns herum werden sich in Bezug auf die Bedienung nach uns richten und nicht umgekehrt. Medizinische Nanobots sorgen sich ständig um unser kurz- und langfristiges Wohlempfinden. Reisen, Kommunikation, die Einwirkung der Umwelt auf uns und andere soziale Errungenschaften werden durch Technik und Fortschritt deutlich einfacher werden.

Dadurch hat der Mensch mehr freie Zeit um weiterhin noch persönlich mit anderen Menschen zu kommunizieren und sich zu treffen. Das unterlässt er nämlich nicht. Nicht alles wirklich neue Erkenntnisse, aber ich habe sie selten so amüsant und fundiert und in kompakter Form vorgefunden. Die Grundtendenz ist bei Kaku fast immer positiv geprägt und ich vermisse das ein oder andere alternative Szenario der fortschreitenden Polarisierung der Menschheit in arm und reich - was sich ja heute schon andeutet – und die daraus entstehenden sozialen Konflikte, Verteilungskämpfe und eben auch der Zugang zu den von ihm beschriebenen guten neuen Technologien.

Schön wäre es auch, wenn sein Ausblick auch die kulturwissenschaftlichen Bereiche beinhaltet hätte. Aber da gibt es andere Spezialisten und ich kann für bestimmte Aspekte z.B. Georg Seeßlen und seine diverse Werke empfehlen. Man bedauert regelrecht den Umstand wenn man das Buch durchgelesen hat da es unglaublich Spaß macht und geistig anregt seinen Worten zu folgen. Die rund 550 reinen Textseiten mit nur vereinzelten Bildern gliedern sich in 10 circa gleichgewichtige Kapitel

Einleitung – die nächsten 100 Jahre
Die Zukunft des Computers
Die Zukunft der künstlichen Intelligenz
Die Zukunft der Medizin
Nanotechnologie
Die Zukunft der Energie
Die Zukunft der Raumfahrt
Die Zukunft des Wohlstands
Die Zukunft der Menschheit
Ein Tag im Jahr 2100

4,5/5 Sternen
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 10.12.2012 12:08:57 GMT+01:00
Das Buch ist für die USA geschrieben. Da gibt es keinen sonderlich großen Markt für Technik- und Gesellschaftskritik. Ich habe vor einigen Jahren ein langes Interview mit Kaku geführt, und da war er sehr viel realistischer, z.T. fast schon apokalyptisch. Mal zwei Auszüge aus der deutschen Übersetzung:

(...)
MK: Ich denke, wenn wir die nächsten hundert Jahre überstehen werden wir vielleicht wirklich eine Art Wassermannzeitalter erleben. Mein Freund Sir Martin Reese – er ist der königliche Astronom in Großbritannien – meint wir hätten etwa eine fünfzig zu fünfzig Chance dieses Zeitalter zu überstehen. Wir haben all diese technologisch hoch entwickelten Massenvernichtungswaffen und eine Situation, in der eine kleine Gruppe von Leuten über die Möglichkeit verfügt alles Leben auf der Erde zu vernichten. Er gibt uns eine fünfzig zu fünfzig Chance uns über all dies irgendwie zu einigen und den Status einer Typ I Zivilisation zu erreichen.

(...)
ST: Zur Überlebensfrage im Zusammenhang mit Komplexität: wie ist mit Störungen komplexer Systeme, die wir nicht verstehen – wie die Natur, wie Ökosysteme, wie das Klimasystem...

MK: Das ist sehr gefährlich! Wir leben innerhalb eines Netzwerkes, wie man so sagt, und wenn man an einem faden des Netzes ruckelt denkt man zunächst, dass nur der nächste Faden beeinflusst wird. Aber so ist das natürlich nicht. Alle anderen Fäden des Netzes werden in irgend einer Weise beeinflusst. Die Art in der wir von unserem Ökosystem abhängig sind ist deshalb recht gefährlich – und das wir es so stark verändern. Ein Beispiel: Nur fünf Getreidesorten liefern den größten Teil der Nahrung für die Menschheit. Nur fünf Sorten, okay? Reis, Weizen und solche Dinge. Mais. Fünf Sorten. Das ist extrem gefährlich, denn wenn man an der Spitze der Nahrungskette sitzt, und plötzlich fällt durch eine Weizenbleiche oder Maisbleiche oder Reisbleiche ein großer Teil der Weizen, Reis oder Maisernte aus, dann wäre für Milliarden der Hungertod die Konsequenz. Man kann das Schicksal von Nationen auf diese Art besiegeln. Wir sind also sehr von unserer Umwelt abhängig, und es ist eine sehr eingeschränkte Umwelt. Sehr eingeschränkt. Wir sind abhängig von einer Handvoll Tiere...

ST: Wir haben selber diese Situation geschaffen.

MK: Wir haben eine Seifenblase geschaffen! Eine Seifenblase an der Spitze der Nahrungskette. Und es braucht nicht viel, um uns aus dem Gleichgewicht zu bringen, denn wir alle leben innerhalb einer Seifenblase. Fünf Getreidesorten. Ein paar Haustierarten – das ist es, wovon wir abhängen. Rinder, Schafe, Schweine, Hühner und fünf grundlegende Getreide. Das ist ungeheuer gefährlich. Und so...hm...wissen Sie – vor 65 Millionen Jahren schlug auf der Yukatan Halbinsel in Mexiko ein Meteor oder ein Komet ein und rottete möglicherweise die Dinosaurier aus. In gewisser Hinsicht sind wir ein weiterer solcher Komet. Wir vernichten heute das Tierleben in einem Ausmaß, dass die Welt seit 65 Millionen Jahren nicht gesehen hat.

ST: Aber wenn wir noch für einige weitere tausend oder zumindest einige hundert Jahre auf der Erde festsitzen, müssen wir dann nicht unser Wachstum stoppen?

MK: Nein – ich denke was geschehen wird ist, dass es einige wirklich schwere Katastrophen geben wird. Ich denke es wird einige wirklich große Schocks geben.

ST: Aber dann wird das Wachstum ebenfalls gestoppt.

MK: Zeitweilig. Ich denke es wird Schocks geben. Uns wird recht bald das Öl ausgehen, und die Atmosphäre heizt sich sehr rapide auf. Die meisten Menschen unternehmen rein gar nichts, denn sie mögen ihre dicken Autos so sehr, sie mögen ihren Lebensstandard. Aber die Erde ändert sich derzeit rapide, und bisher denke es wurde rein gar nichts dagegen unternommen. Und ich denke die Menschheit wird absolut nichts unternehmen, bevor es zu einem großen schock kommt. Auf diese Weise bewegen sich die Menschen. Menschen bewegen sich nicht, solange sie nicht dazu gezwungen werden.

Das gesamte Interview ist zu finden in: Trek Science: mit Warpgeschwindigkeit in die Zukunft

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.12.2012 12:50:21 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 10.12.2012 12:54:32 GMT+01:00
Retro Kinski meint:
@ Stefan Thiesen

danke für diese sehr gute und ergänzende Information. Mich hat dieser rundum positive Ausblick auch etwas gewundert, aber diese Aspekte wollte er wohl bewusst aus diesen Vermarktungsgründen aus dem Buch heraus halten. Die o.g. Aussagen sind tatsächlich sehr pessimistisch und eher am anderen Ende der Skala angesiedelt.

Ihr o.g. Buch habe ich übrigens auch mit Interesse und Freude gelesen.
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