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Kundenrezension

18 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Viele fragwürdige Empfehlungen, 21. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Verspielt nicht eure Zukunft! (Kindle Edition)
Man ist geneigt einem wirtschaftspolitischen Buch die volle Punktzahl zu geben wenn man die Ansichten teilt, und 0 Punkte wenn man anderer Ansicht ist.Da ich Herr Sinn von den Medien kenne, war mir von vorneherein bewusst dass ich seine Argumente weitgehend nicht teilen werde - aber natürlich ist es notwendig in Diskussionen die Argumente der Andersdenkenden zu kennen und auch ernst zu nehmen.

Das Buch ist klein, sogar sehr klein. Da ich die Kindle Version gelesen hatte kann ich es nicht in Seiten benennen, es reicht ein Abend um es zu lesen und ist für jedermann der nur etwas wirtschaftspolitisch interessiert verständlich.

Das macht das Buch auf der einen Seite sympathisch weil es schnell auf den Punkt kommt, auf der anderen Seite bleibt es aufgrund der Kürze doch sehr an der Oberfläche. Es wird vieles behauptet aber wenig begründet. Es werden auf die typischen Argumente der politischen Gegner nicht eingegangen. Gerade deshalb wird Herr Sinn mit diesem Buch Zuspruch von seinen eigenen Anhänger erhalten, aber nicht diejenigen die aus dem anderen Lager kommen überzeugen.

Anfangs erfährt man das Herr Sinn maßgeblichen Einfluss auf die Agenda 2010 hatte. Dass die Bewertung der Agenda durchaus gespalten ist wird ignoriert. Die Zahl der Arbeitslosen ist trotz statistischen Tricksereien sicherlich gesunken, aber massiv die Qualität der Arbeit. Herr Sinn scheint stolz auf dem hohem Niedriglohnsektor zu sein. Ich haben nie verstanden warum ein Land stark sein soll, wenn es einem Großteil seiner Bürger schlecht geht.

Es gibt einige Punkte, die ich mit Herrn Sinn teile. Schon auf den ersten Seiten gibt er zu dass es Marktfehler gibt, und es die Aufgabe der Politik ist diese Fehler zu erkennen und Regularien zu schaffen um diese entgegenzutreten. Herr Sinn ist somit nicht der Vertreter des freien Marktes. Diese Schublade in links und rechts passt zu Herrn Sinn nicht denn es gibt einige Punkte da wirken seine Argumente doch eher unfreiwillig kommunistisch.

zum Bereich Armut, Arbeit, Steuern

So will er dass der Staat garantiert dass jeder der Arbeiten will auch eine Arbeit bekommt. Die Kommunen sollen Arbeit anbieten, und aufstockend zu Hartz IV bezahlen. Ich befürchte die lokalen Handwerker werden sich nicht bedanken. Herr Sinn ist ein großer Fan der Aufstockung und will diese ausweiten. Sein Argument ist dass Arbeit die nicht eine Mindestproduktivität erreicht, dennoch ausgeführt werden sollte.

Ich sehe hier ein großer Denkfehler. Niedriglöhne können viele Ursachen haben. Werden in Luxushotels mit Übernachtungskosten über 200 Euro nur geringe Löhne gezahlt, dann hat das mit mangelnder Produktivität gar nichts zu tun. Es ist die Notlage der Angestellten jede Arbeit zu jedem Preis annehmen zu müssen. Es ist die Tatsache dass diese Servicekräfte gleich mehrere Chefs (Hierarchie von Subunternehmen) ernähren. Es muss ja nicht die Unproduktivität der Arbeitnehmer sein, und selbst wenn es so wäre, schien mir die bessere Lösung den Arbeitnehmer besser auszubilden.

Herr Sinn ist gegen Flächentarifverträge und will mehr Verträge auf betrieblicher Ebene. Das wundert mich für jemanden der immer den Wettbewerb betont. Der Sinn von Flächentarifverträge ist doch sich auf gemeinsame Wettbewerbsbedingungen zu einigen. Soll derjenige den Wettbewerb gewinnen der die niedrigsten Löhne zahlt, oder derjenige der die besten Produkte anbietet?

Für Herr Sinn scheinen niedrigere Löhne so zu wirken wie eine technologische Effizienzsteigerung. Was er nicht erwähnt, dass die Betriebe im Binnenmarkt bei allgemein niedrigen Löhnen ihre Preise senken müssen und gegenüber ausländischen Betrieben der Wechselkurs durchschnittliche unterschiedliche Lohnstückkosten ausgleicht. Der Wettbewerb um die niedrigsten Löhne behindert in meinen Augen den Wettbewerb nach Qualität, Innovation und Effizienz.

Positiv finde ich dagegen das was Herr Sinn die Steuern auf Rädern meint. Die Steuersätze passen sich automatisch der Inflation an. So entgeht man der kalten Progression.

zum Bereich Energiewende

Bzgl. Energiewende will Herr Sinn den Ausstieg vom Ausstieg der Kernenergie. Die Skepsis ohne Kernenergie die notwendige (billige) Energie zu erzielen kann ich nachvollziehen. Ich empfinde es aber unfair die Verteuerung der Energie nur der Energiewende zuzuschreiben. Ein sehr großer Anteil daran hat die Oligopol Struktur unserer Energiekonzerne.

Auch sein grünes Paradoxon kann ich als Argument nachvollziehen. Aber wer soll denn die sauberen Technologien entwickeln wenn nicht die entwickelten Energiestaaten?

Weniger Dissens habe ich in seiner Familienpolitik. Ein Kindersplitting einzuführen statt einem Ehegattensplittung hat schon Sympathie. Auch die Erziehungsleistung besser zu belohnen scheint mir gerecht. Nur die Ängste aufgrund der geringen Kinderanzahl halte ich für total überzogen. Die Überalterung der Gesellschaft die wir schon hinter uns haben ist viel grösser als das was uns noch erwartet. Wir haben dies durch den technologischen Fortschritt mehr als ausgleichen können. Das Demographie Problem halte ich für extrem aufgebauscht und ich bezweifle ob es bei höherer Kinderanzahl es uns gelingen würde, diese Kinder anständig auszubilden und eine gut bezahlte Arbeit zu geben.

zum Bereich Zuwanderung

Hier wird es richtig ärgerlich wenn Herr Sinn von einer Zeitbombe bzgl. Zuzug in die Sozialsystem erzählt. Hier werden Ängste geschürt, deren Zahlen es nicht zulassen. Im letzten Jahr stieg aufgrund der Eurokrise und der Freizügigkeit in Rumänien und Bulgarien die Migration ärmerer Menschen. Für einige Städte ist es sicherlich ein großes Problem, weil sich die Zuwanderung nicht gleichmäßig verteilt - sondern sich auf wenige Städte konzentriert.

Wir hatten während des Balkankrieges viel größere Zuwanderungen als heute. Die Zuwanderung wird aber sicherlich wieder abnehmen. Der Vorschlag des Heimatlandesprinzips ist schon abenteuerlich. Das Prinzip sagt z.B. dass Rumänien die Sozialhilfe in Deutschland lebender Rumänen zahlen soll. Dass die Rumänien dies weder kann noch tun wird ist logisch. Ich gebe zu dass es vielleicht ein Fehler extrem arme Länder mit aller Freizügigkeit aufzunehmen, aber wir können die Menschen die rechtmäßig zu uns kommen nicht verhungern lassen.

zum Bereich Schule

Für mich der schwächste Teil des Buches, wenn es auch weniger ärgerlich ist. Ich hatte beim Lesen nie das Gefühl dass sich Herr Sinn mit Bildungsproblemen beschäftigt hat. Er macht es sich relativ einfach. Im Pisa-Test schneiden wir schlecht ab, also übernehmen wir die Formen der Länder die besser abschneiden. So ist er für Gesamt- und Ganztagsschulen. Herr Sinn hinterfragt nicht die Aussagekraft der Pisa Studien. Ich denke die Diskussion über Schulformen geht an der Problematik vorbei. Ob 2 oder 3 gliedrig, bb Ganstags- oder Gesamtschule scheint mir nur eine nebensächliche Frage zu sein, die Qualität der Schule hängt von ganz anderen Fragen ab - in erster Linie von der Qualität der Lehrer.

Das Buch spart die Euro Krise weitgehend aus. Sie wird nur kurz angesprochen weil Herr Sinn schon mit seinem "Target" Buch darüber beschäftigt hatte. Herr Sinn deutet an dass es nur freiwillige Hilfen geben sollte und keine Automatismen. Ich persönlich halte ein Euro Zone ohne Transferzahlungen für unmöglich. Selbst innerhalb Deutschlands, auch nur innerhalb Bayerns, haben wir Transferleistungen um ärmere Regionen zu helfen. Herr Sinn beklagt das Verfehlen der Maastricht Kriterien vieler Länder. Was mich dabei wundert ist dass dijenigen die Wettbewerb wollen und fördern sich wundern dass einige den Wettbewerb verlieren.

Ich teile selten die Ansichten von Herrn Sinn gebe aber trotzdem 3 Punkte weil das Buch einfach zu lesen ist und die Diskussion ankurbelt. Wirtschaft ist keine Natur-Wissenschaft, bei dem es ein richtig oder falsch gibt. Es gibt nun einmal verschiedene Sichtweisen die sich widersprechen können, aber trotzdem deswegen nicht falsch sind. Wirtschaft beruht auf Modellen , die unter bestimmten Voraussetzungen funktionieren. Diesen ganzen Dogmatismus über verschiedene Wirtschaftsformen sollte man überwinden.
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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 25.07.2013 13:36:29 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 25.07.2013 13:39:27 GMT+02:00
Milo meint:
Hallo, erst mal möchte ich sagen, dass Sie eine sehr gute und objektive Rezension geschrieben haben. Ich sehe das fast genauso wie Sie. Im Hinblick auf das Thema Zuwanderung sind seine Ansichten in vielen öffentlichen Debatten und Diskussionen mehr rechtspolitisch zuzuordnen, welches auch im Großen und Ganzen meine Meinung ist, wo er bei diesen Themen politisch hin wandert. Doch die Art und Weise wie er vorschlägt, die Arbeitspolitik zu reformieren bzw. zu ändern, beinhaltet einige kommunistische Eckpfeiler bzw. Elemente. Seine Ansichten zu wichtigen Themen liegen politisch gesehen meines Erachtens viel zu weit auseinander, um hier wirklich neue, innovative und vor allem sozial-politische Ideen auf den Weg zu bringen. Gerade in den wichtigen Themen der Zuwanderung und Arbeitspolitik gleicht es eher einem Pamphlet, als einem wirtschaftspolitischen Buch.

Veröffentlicht am 02.01.2014 20:03:13 GMT+01:00
garry1704 meint:
"""Ich persönlich halte ein Euro Zone ohne Transferzahlungen für unmöglich"""

Warum denn das? Wofür? Wieviel? Solane Sozialsysteme, Wirtschaftssysteme, Rechtssysteme etc. nicht gleich sind, sind Transferzahlungen Unsinn.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.01.2014 17:43:33 GMT+01:00
K. Meucht meint:
Zur Angleichung der Sozial- und Wirtschaftssysteme:

Da die wirtschaftlichen Bedingungen in den einzelnen Staaten extrem unterschiedlich sind, halte ich dieselben Sozial- und Wirtschaftsysteme nicht für sinnvoll.

Das optimale Renteneintrittsalter ist z.B. abhängig vom Arbeitskräftebedarf. Und dieser ist extrem unterschiedlich. Die Sozial- und Wirtschaftspolitik muss koordiniert, aber nicht unbedingt angeglichen werden. Verschiedene Staaten haben verschiedene Probleme und brauchen deshalb verschiedene Lösungen.

Wolle Sie wirklich Hartz IV in Griechenland und Spanien einführen? Dort ist bisher die Höhe der Sozialhilfe 0 Cent und 0 Euro. Oder wollen Sie die Sozialhilfe bei uns total abschaffen? Dies würde die Löhne bei uns noch einmal extrem unter Druck setzen. Die Höhe der sinnvollen sozialen Leistungen hängen von der Wirtschaftskraft ab. Und die ist bekanntlich sehr unterschiedlich.

Punkt Transferleistungen:

Unsere Regierungen haben den Kapitalgebern versprochen, dass kein Land Pleite gehen kann und gleichzeitig den Steuerzahler versprochen dass anderen Ländern nicht geholfen wird. Beides gleichzeitig wird aber nicht gehen. Halten wir das NoBail Out Versprechen wieder ein, wird es wieder Währungsspekulationen geben. Die schwächeren Länder werden am Kapitalmarkt nur Geld zu extrem hohen Zinzen bekommen und damit in die Staatspleite getrieben werden. Dann müssen wir auch akzeptieren dass rechst- oder linksextreme Parteien in diesen Ländern an die Macht kommt.

Ich bin der Überzeugung ein Festhalten an der NoBail Out Klausel wird Länder in die Staatspleite führen. Und zwar langfristig auch dann wenn die beteiligten Länder (anfangs) ähnliche Wirtschaftsleistungen haben. Es hat der Wettbewerb an sich dass es auch Verlierer gibt. Können Sie sich ein Fussball Bundesliga vorstellen in dem am Ende der Saison alle Mannschaften ungefähr die gleiche Punktzahl haben? Es werden nie alle Länder auf demselben Niveau spielen können.

Wie kann eine Währungsunion mit unterschiedlich starken Regionen funktionieren? Indem man sich auf eine einheitliche Inflationsrate einigt. Das hat man auch am Anfang der Währungsunion getan und sich auf ein Inflationsziel von fast 2% geeinigt. Nur haben sich weder Deutschland noch die südeuropäischen Staaten an dieser Abmachnungen gehandelt. Die Inflation lässt sich über die Lohnpolitik steuern, denn die Inflation ist in erster Linie Lohngesteuert. Dazu muss der Staat gar nicht die Löhne bestimmen, sondern er kann über Gesetze die Machtverhältnisse zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer verschieben.
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K. Meucht
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