weddingedit Hier klicken muttertagvatertag Cloud Drive Photos Learn More Spirituosen Blog Samsung AddWash Hier klicken Fire Shop Kindle Sparpaket Autorip GC FS16
Kundenrezension

17 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Abwechslungsarmer Actionfilm getarnt als Kriegsfilm, 20. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Lone Survivor [Blu-ray] (Blu-ray)
Lone Survivor von Peter Berg (berühmt berüchtigt für seinen intellektuell besonders herausfordernden Battleship) ist eine Verfilmung der Ereignisse, die unter dem Namen Operation Red Wings während des Afghanistankrieges vorgefallen sind, dessen einziger Überlebender Marcus Luttrell das Erlebte schriftlich veröffentlichte.

Ziel der Operation war die Ausschaltung eines einflussreichen Guerillaanführers. Vier Soldaten werden in sicherer Entfernung mittels Helikopter abgesetzt und rücken in Richtung des Terroristenlagers vor, das mitten in einer hügeligen Einöde Afghanistans liegt. Dummerweise werden sie von Ziegenhirten entdeckt. Diese können zwar überwältigt werden, nur ist man sich uneinig, wie man weiter mit ihnen verfahren soll. Der Trupp entscheidet sich gegen die Hinrichtung der Menschen und lässt sie frei, bricht die Mission ab und macht sich auf den Rückweg. Leider reicht der Vorsprung nicht aus. Schon bald werden die Soldaten von unzähligen Guerillakriegern eingeholt und sie geraten in einen regelrechten Kleinkrieg.

Und dann geht das große Schießen los. Während der erste Akt des Films die typischen Operationsplanungen zeigt, so besteht fast der komplette zweite Akt aus einer überlangen ausgewalzten Actionszene. Was anfangs noch wirklich spannend und atmosphärisch anfängt, wirkt nach gewisser Zeit einfach nur ermüdend. Es wird geschossen, geschossen, Deckung gesucht, geschossen, geschossen, der erste Soldat getroffen, geschossen, der erste Soldat sterbend in langer Zeitlupe gezeigt, geschossen, in übertriebener Zeitlupe einen Hang heruntergesprungen, geschossen, Deckung gesucht, geschossen, völlig deplatziert wirkender Oneliner zum Besten gegeben, geschossen, die Zeitlupe des nächsten blutigen Todes gezeigt, und so weiter und so weiter. Eigentlich sollte man schon tot sein, aber das Gewehr kann man trotzdem noch ein weiteres Mal heldenhaft den Feinden entgegenrichten und mit erstaunlicher Präzision abfeuern. Ich selbst war nie im Krieg, ich habe keine medizinischen Arbeiten über die Belastbarkeit des menschlichen Körpers gelesen, aber was die Soldaten da teilweise an Kugeln einstecken können und wie effektiv sie trotzdem noch weiterkämpfen können, wirkt doch arg übertrieben. Irgendwie bleibt der Realismus ein wenig zu sehr auf der Strecke und man bekommt bis zum Ende des zweiten Aktes einen abwechslungsarmen Dauerkugelwechsel serviert. Die diversen überspitzenden Kameraeinstellungen wirken, als wolle man dem Zusschauer explizit sagen: Jetzt musst du dich betroffen fühlen. Und so etwas bewirkt bei mir dann genau das Gegenteil und es ödet mich an. Hier fehlt es definitiv an inszenatorischem Feingefühl.

In so manchem Popkornkinofilm kann Daueraction durchaus noch unterhaltsam sein (siehe The Raid), Lone Survivor will allerdings ein ernster und seriöser Kriegs(-Action)film sein. Den Taten der realen Soldaten in allen Ehren, aber bei Lone Survivor wird man das Gefühl nicht los, einen Werbefilm zu sehen, der zeigen soll, wie stark und heldenhaft doch die Soldaten der Vereinigten Staaten sind. Auch die überlange Huldigung am Ende verstärkt den Eindruck, als hätte der Gedanke, den tapferen Soldaten Tribut zu zollen, eher im Vordergrund gestanden, als einen guten Film zu drehen. Inwiefern sich die schriftliche Vorlage von Luttrell an die Realität gehalten hat, ist auch nicht ganz unumstritten. Gerade die Anzahl der Gegner wurde in dem Bericht übertrieben dargestellt, was Nachforschungen herausstellten. Der körperliche Zustand von Luttrell war zudem einiges schlimmer als im Film zu sehen, was zusammen mit der übertrieben großen Gegnerzahl eben ein unrealistisches Gesamtbild abgibt.

Von einem Totalausfall kann man wiederum auch nicht reden. Das liegt auf der einen Seite klar an der wirklich überzeugenden Inszenierung abseits der Slow-Mos und Oneliner. Die Schusstreffer wurden oldschoolig rein mit Bloodpacks umgesetzt, was einiges realistischer aussieht, als so mancher Blutspritzer aus dem Computer. Wenn vereinzelt CGI in dem Film verwendet wurde, so fällt dies kein Bisschen auf und es entsteht ein optisch wirklich stimmiges Gesamtergebnis, das einen nie aus der Filmillusion reißt. Die Actionszenen verfehlen ihre Wirkung nicht und man bekommt fast das Gefühl, mit den Soldaten im Dreck zu liegen und einen aussichtslosen Kampf zu führen (halt nur solange, bis die Kampfszene irgendwann unspektakulär, da zu eintönig, wird). Was auf der anderen Seite wirklich als positiv anzumerken ist, ist ein gewisser Aspekt, den ich hier nicht unbedingt spoilern möchte. Gesagt sei, dass ein gewisser Meinungskontrast innerhalb der muslimischen Kreise aufgezeigt wird, den man nicht sonderlich häufig in dieser Art von Film findet und was Lone Survivor zumindest in dieser Hinsicht eine erfrischende Note verpasst.
Um noch kurz etwas zum Schauspiel zu schreiben: Die Charaktere sind nicht unbedingt besonders interessant gestaltet, halt blasse Soldatenfiguren, und die Darsteller spielen so gut es die Rahmenbedingungen zulassen.

Summa summarun ergibt sich ein handwerklich gut gemachter Film, der einen angenehmen neuen Aspekt ins Kriegsfilmgenre bringt, allerdings die US-Soldaten trotz starker Verwundungen unrealstisch mächtig dargestellt, zu viele Over the Top-Stilmittel verwendet und eindeutig mehr Handlung bzw. Abwechslung in den Actionszenen gut hätte vertragen können. Lone Survivor kann man sich durchaus anschauen, allerdings sollte man nicht allergisch auf übertreibene Inszenierungen reagieren und die Ereignisse nicht unbedingt für bare Münze nehmen

6/10

[Ich bitte darum, nicht einfach nur auf "nicht hilfreich" zu klicken, sondern im Kommentarbereich auch anzumerken, was Ihnen an meiner Kritik nicht gefallen hat. Nur so kann ich mich als Rezensent verbessern. Wenn Sie einfach nur anderer Meinung über den Film sind, freue ich mich auch auf eine Disskusion (in angemessenem Tonfall). Ich appeliere auch an Ihre Fairness, dass Sie die "nicht hilfreich"-Funktion nicht missbrauchen, nur weil Sie eine andere Meinung haben. Dafür ist diese Funktion nicht gedacht.]
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
">Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
  [Abbrechen]

Kommentare

Kommentare per E-Mail verfolgen
Von 3 Kunden verfolgt

Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-10 von 11 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 31.03.2014 21:42:02 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 31.03.2014 21:54:58 GMT+02:00
Al3x meint:
Man merkt dass Sie keinen blassen Schimmer von der SOF Community haben, das typisch deutsche Jammern von "zu viel Patriotismus" lässt mich nur den Kopf schütteln, da es erstens im Film nicht der Wahrheit entspricht und zweitens für Zivilisten dem Bruderschaft und Kameradschaft kein Begriff ist wie man exzellenterweise an Ihren Aussagen merkt, das ohnehin unbegreiflich bleiben wird.
Um es Ihnen leichter zu machen - lesen sie das Buch oder wie in meinem Fall - kenne einen Beteiligten der QRF (Quick Reaction Force) der vor Ort war und Mike Murphys Call entgegennahm...
Der Film war im Vergleich zur Realität um einiges sanfter und weitaus weniger plakativ als ich erwartet hatte, aber Luttrell sagte bereits dass man das was wirklich abging, nicht zeigen wollte - aber um Ihnen weiterzuhelfen - die getöteten steckten weitaus MEHR ein als man im Film sah, so schnell stirbt man nicht.
Luttrells Rücken war im Lendenwirbelbereich angebrochen, beide Beine offen gebrochen, sein Gesicht verstümmelt und er hatte mehrere Schusswunden an Beinen und Oberkörper....er ist heute noch nicht voll da.
In der Realität ist er auch nicht wie am Schluss des Filmes gelaufen, sondern (ich glaube) 7 Stunden auf der Flucht vor den Talibs aus dem Dorf gekrochen bis man ihn fand.
Auch muss noch gesagt werden dass der Gegner Ahmad Shah kein Talib war, sondern ein Guerilla Anführer einer Gruppe Namens "Mountain Tigers" der sich mit den Talibs arrangierte.
Schönen Tag noch und machen Sie bitte das nächste Mal ihre Hausaufgaben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 31.03.2014 23:43:59 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 31.03.2014 23:57:04 GMT+02:00
Gottchiller meint:
"Auch muss noch gesagt werden dass der Gegner Ahmad Shah kein Talib war, sondern ein Guerilla Anführer einer Gruppe Namens "Mountain Tigers" der sich mit den Talibs arrangierte."

Okay, das wusste ich nicht so genau. Hab überall nur Taliban gelesen und hatte es nach der Filmsichtung auch nicht mehr so genau im Kopf. Habs verbessert.

"Man merkt dass Sie keinen blassen Schimmer von der SOF Community haben"

Nein, das habe ich wirklich nicht und das habe ich auch nie behauptet.

"...und zweitens für Zivilisten dem Bruderschaft und Kameradschaft kein Begriff ist wie man exzellenterweise an Ihren Aussagen merkt, das ohnehin unbegreiflich bleiben wird."

Nun hören Sie mal! Was fällt Ihnen ein mich so zu beleidigen? Ich habe mit meiner Rezension nirgends die realen Soldaten angegriffen, ich habe schlicht nur diesen Film bewertet. Und ich persönlich mag es nun mal nicht, wenn man mir unzählige Slow-Mos ins Gesicht klatscht, um mir zu explizit vorzuschreiben, dass ich mich in diesem Moment betroffen zu fühlen habe. Und auch wenn es nur einer oder zwei waren, möchtegern coole Oneliner finde ich in solch einem Film einfach deplaziert. Oder sagen Soldaten sowas im Krieg wirklich (ernst gemeinte Frage)?

Dass ein Mensch viel aushalten kann, weiß ich zwar, aber ich fand es halt verwunderlich, wieviele Gegner die Soldaten in diesem schwer verletzten Zustand noch auschalten konnten.
Meine Skepsis erfolgte auch durch folgenden Punkt:

" lesen sie das Buch" "machen Sie bitte das nächste Mal ihre Hausaufgaben"

Hier kommen wir nämlich zu einem weiteren Knackpunkt. Ich hatte mich sogar etwas über den Hintergrund informiert und bin auf viele Äußerungen gestoßen, die die Authenzität von Luttrells Bericht in Frage stellen. Angeblich wurden bspw. aus 20 plötzlich 200 Gegner. Was jetzt wirklich stimmt, kann ich natürlich nicht überprüfen, aber wenn an dieser Stelle übertreiben wurde, hätte sich das mMn nur ins Bild der filmischen Inszenierung gefügt.

Und ehrlich gesagt empfinde ich es als Riesenfrechheit, mir Bruderschaft und Kameradschaft abzuschreiben, nur weil ich einen Film (!) nicht gut gefunden habe. Sie kennen mich nicht, was fällt Ihnen also ein, so ein Urteil über mich zu bilden? Ich bin ein Mensch, mit mir kann man reden. Ich bin sicherlich nicht frei von Fehlern und auch nicht allwissend, Kritik nehme ich gerne an. Wenn man diese Kritik aber in Beleidigungen verpackt, kann ich Sie als Gesprächspartner leider nicht ernst nehmen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.04.2014 09:06:15 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 01.04.2014 09:08:46 GMT+02:00
Al3x meint:
Ich hätte wohl doch die Langfassung posten sollen, sei's drum, hier etwas zur Aufklärung:
Es war keine persönliche Beleidigung, sondern die Feststellung dass der US Patriotismus bei Europäischen Zivis leider als "over the top" empfunden wird.
Komisch dass man das über die Chinesen oder Japaner die in der Schule von klein auf schon jeden Tag die Nationalhymne singen müssen, nicht sagt.
In Deutschland und auch hier in Österreich wird einem immer noch eingetrichtert dass Nationalstolz falsch ist, den deutschen Soldaten in Afghanistan und auch im Kosovo wurde in Anwesenheit anderer ausländischer Soldaten sogar verboten gewisse Lieder zu singen die nie ein Problem waren, jetzt aber plötzlich politisch unkorrekt sein sollen.
Ich reagiere darauf sehr allergisch und so eine Aussage dass es im Film "zu viel Patriotismus gab", was ja noch dazu überhaupt nicht der Fall ist, passt da eben leider genau ins Bild.
Ist das hip und notwendig wenn man so etwas in einer US Militärfilm Rezension bemängelt, noch dazu wenn es sich um einen Tatsachenbericht um eine Einheit handelt die darauf jahrelang gedrillt wurde dass man seinen Kameraden nie auch nur 1 Sekunde aus den Augen lässt und dass niemand zurückgelassen wird?
Diese Leute lassen alles im Leben hinter sich, sind mit 35 körperlich und geistig am Ende - und das Einzige auf was die sich vorher verlassen können sind eben ihre 3 Kameraden im Team.
Ich verstehe auch dass man da keinen Einblick hat, aber dann sollte man bitte nicht den Patriotismus der Leute die dafür ihr Leben geben würden, bemängeln.
Und ja man redet dort wirklich so, in der Realität ist es noch "schlimmer" und das F Wort findet in jedem Satz seinen Platz...und das von Leuten die alle mindestens einen Masters Titel haben ... das kann man eben im Film nicht zeigen. :)
Es gibt ein paar Filme wie Transformers oder White House Down wo es eher angebracht wäre...aber nicht dieser Film, also nicht böse und beleidigt sein.

Was Luttrell angeht, so stimmt es dass er natürlich nur eine Seite weiss und die Zahl der Gegner wird mittlerweile auf 50-100 geschätzt, ca. 35 wurden getötet, also kann das mit 20 nicht stimmen.
Das Grundproblem bei der QRF die als Rettung einfliegen sollte, war dass die 2 MH-47 OHNE den beiden AH-64 als Geleitschutz abflogen (die hätten die Landezone clearen sollen) da der kommandierende Offizier Kristenssen der Meinung war dass schon zu viel Zeit mit warten vergeudet wurde...es gibt einen Spruch der in solchen Szenarien etwa "es gibt kein zu früh, nur zu spät" heisst. Ein folgenschwerer Fehler wie man heute weiss.
Hier wäre noch ein Bericht eines jungen SEALs der bei der QRF dabei war:

http://lalotactical.com/lalo-orw-story-1.html

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.04.2014 22:00:17 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 21.04.2014 19:16:35 GMT+02:00
Gottchiller meint:
"Ich reagiere darauf sehr allergisch und so eine Aussage dass es im Film "zu viel Patriotismus gab", was ja noch dazu überhaupt nicht der Fall ist, passt da eben leider genau ins Bild."

Ich glaube, die eigentliche Aussage meiner Rezension ist scheinbar nicht ganz deutlich geworden. Ich wollte eigentlich nicht das Handeln der Soldaten, sondern die inszenatorische Umsetzung kritisieren und auf diese war auch die Patriotismusanschuldigung bezogen, wobei, wenn ich ich recht überlege, das Wort Patriotismus auch nicht unbedingt den Nagel auf den Kopf trifft. Das sollte ich vielleicht nochmal umformulieren. Die Tapferkeit der Soldaten wage ich keinesfalls in Frage zu stellen, sowas würde ich mir nicht anmaßen. Mit filmischen Mitteln (z.B. die genannte Übertreibung mit Zeitlupeneffekten) wurde aber (meiner Meinung nach!) dieses Heldentum zu sehr überspitzt und auf eine Weise dargestellt, dass ich das Gefühl bekam, man wolle mir sagen: "So, an dieser Stelle musst du dich jetzt unbedingt betroffen fühlen." Und das hat bei mir genau das Gegenteil bewirkt, sodass der Film für mich auf emotionaler Ebene eben nicht funktioniert hat. Ich kritisiere also die Filmemacher und nicht das Handeln der Soldaten, ich bin nur ein Filmrezensent und kritisiere die filmische Machart.

"die Zahl der Gegner wird mittlerweile auf 50-100 geschätzt, ca. 35 wurden getötet, also kann das mit 20 nicht stimmen."

Die Aussage mit 20 Gegnern sollte auch nur eine Veranschaulichung und keine genaue Angabe sein. Wo Sie aber diese Zahl nennen, so kam es mir vor, dass im Film zumindest doch etwas mehr als 35 Feinde erschossen wurden. Natürlich kann ich nur von meinem Gefühl sprechen, habe ja nicht mitgezählt. Und es macht von der Glaubwürdigkeit her halt schon einen Unterschied, ob man nach 35 getöteten Gegnern nur noch kriechend das Schlachtfeld verlassen kann oder ob man nach, sagen wir, 40 Feinden "nur" davonhumpelt.

"Und ja man redet dort wirklich so, in der Realität ist es noch "schlimmer" und das F Wort findet in jedem Satz seinen Platz...und das von Leuten die alle mindestens einen Masters Titel haben ..."

Dass wohl viel geflucht wird, kann ich mir vorstellen. Ich meinte aber speziell diese Oneliner, die man eigentlich nur aus Actionfilmen mit z.B. Arnie oder Stallone kennt. Ich konnte mir halt nicht vorstellen, dass man sich vor dem Abschuss eines Gegners Zeit dafür nimmt, vorher noch einen "coolen" Spruch abzulassen. Wenn dem aber wirklich so ist, verblüfft mich das enorm.

Bitte entschuldigen Sie meine Entrüstung, aber Ihr erster Post klang nunmal wie ein persönlicher Angriff, auch wenn das scheinbar nicht so gewollt war.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.04.2014 11:38:53 GMT+02:00
Mo meint:
stimme dem gottchiller zu, ich fand den film auch nicht so gut, wegen der genannten gründe und lustigerweise musste ich mir an anderer stelle denselben vorwurf von mangelndem hintergrundwissen gefallen lassen.

jedoch, und das missverstehen anscheinend einige, geht es hier nicht um die kritik an den tatsachen, sondern eben an der filmischen umsetzung. und ungeachtet von faktischem hintergrundwissen, ist das einfach mal legitim. oder sollte jetzt jeder rezensent erstmal recherchieren und nachleben, wenn er das nächste mal einen western, eine romanze, einen horrorfilm sieht? sicher! ungeachtet der zu grunde liegenden wahren geschichte gibt es immer noch drehbuch, dramaturgie, musik, kamera, ton, schnitt, etc. pp. und das, mit verlaub, KÖNNEN und DÜRFEN wir auseinandernehmen...wenn uns danach ist.

und: die größten kriegsfilme sind deshalb auch in die historie eingegangen, weil sie sich längst nicht damit begnügt haben, kriegerische handlungen darzustellen, sondern darüberhinaus über den krieg als solches und den menschen darin reflektierten, philosophierten. krieg sollte meines erachtens stets dazu einladen, sich kritisch und überlegt mit ihm auseinanderzusetzen, alles andere ist sonst "nur" action.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.04.2014 12:00:53 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 07.04.2014 17:50:53 GMT+02:00]

Veröffentlicht am 07.04.2014 12:07:03 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 07.04.2014 17:50:58 GMT+02:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.04.2014 13:43:06 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 07.04.2014 13:43:55 GMT+02:00
Al3x meint:
Mo, lies die Rezension um die es hier geht nochmal, dann wirst du merken dass es eben kaum ein Wort über die technische Umsetzung des Filmes oder die Dramaturgie darin gibt, sondern hauptsächlich darum dass es dem Rezensenten zu viel Pathos gibt, was ja eigentlich gar nicht mal der Fall ist, ich finde sogar es ist ziemlich normal ausgefallen.
Hätte Peter Berg es so gezeigt wie es wirklich war, dann hätte man den 4 SEALS bei einem 3 Stunden Firefight und danach Marcus Luttrell den halben Tag beim kriechen zusehen können, aber gut, ich will hier nicht Wahrheit mit dem Zuschauer zumutbarer filmischer Dramaturgie mischen.

Aber um nict vom Thema abzugehen, muss ich auch etwas am Film kritisieren - ich hätte gerne mehr von der Zeit gesehen als Luttrell im Dorf als Gast war, denn das waren keine paar Stunden wie im Film, sondern 1 Woche (!!) wo er mehrmals einen Angriff abwehren musste, das ging mir selbst leider etwas zu schnell im Film.
Ausserdem, wer es noch nicht weiss, Luttrell selbst spielt im Film auch einen SEAL, man sieht in mehrmals vor dem Start der Operation und er hat sogar etwas Text.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.04.2014 14:49:28 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 08.04.2014 23:02:10 GMT+02:00
Gottchiller meint:
"Mo, lies die Rezension um die es hier geht nochmal, dann wirst du merken dass es eben kaum ein Wort über die technische Umsetzung des Filmes oder die Dramaturgie darin gibt, sondern hauptsächlich darum dass es dem Rezensenten zu viel Pathos gibt"

Also meine Hauptkritikpunkte sind

a) die lange Kampfszene im zweiten Akt. Diese fand ich zu eintönig, abwechslungsarm, mit der Zeit ermüdend. In der Hinsicht ist der Film vielleicht realistischer, nur finde ich das aus filmtechnischer Sicht nicht unterhaltsam genug. Wirklich geschockt hat mich der Film auch nicht, dafür wäre wahrscheinlich der von Ihnen genannte reale Gewaltgrad von Nöten gewesen. Das Ganze ist für mich (!) nur eine überlange Actionszene, die mich nicht betroffen macht.
-> Stichwort Dramaturgie

b) die Überstrapazierung des Zeitlupeneffektes. Die Taten der Soldaten sind unumstritten beeindruckend. Ich bin aber der Meinung, dass man diese Taten auch für sich sprechen lassen kann und es nicht nötig ist, ihre Wirkung auf den Zuschauer durch diverse Effekte zu überspitzen.
-> technische Umsetzung

c) die Effizienz, mit der die Soldaten trotz starker Verletzungen noch weiterkämpfen können, siehe dazu auch meinen letzten Kommentar.

Pathos bedeutet ja soviel wie Überzeichnung, was ich ja kritisiere, da haben Sie schon recht. Dieser Pathos bezieht sich aber auf die technische und dramatische Umsetzung. Wenn meine Rezension wirklich danach klingt, dass ich den Patriotismus der US-Soldaten kritisiere, würde ich mir wünschen, von Ihnen zu erfahren, an welchen Äußerungen Sie das festmachen, denn das ist wirklich nicht meine Intension.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.04.2014 18:42:03 GMT+02:00
MacPaul meint:
Der US-Patriotismus wird nicht als "over the top" empfunden, er ist es. Und zwar manisch und (geistes)krank, ich sag' nur: "God's own country".
Die Amis haben diesbezüglich - und nicht nur das - gewaltig einen an der Waffel.
Dass dann solche Themen liebend gerne verfilmt werden sollte auf der Hand liegen, kann man doch wunderbar den Heroismus des US-Soldaten darstellen - die sind übrigens gar nicht so toll, deshalb auch "darstelllen".
Ein richtig guter (Anti-)Kriegsfilm - wenn auch fiktiv - wäre "Savior" mit Dennis Quaid, da wird nix beschönigt, heroisiert und verdreht.
‹ Zurück 1 2 Weiter ›