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Kundenrezension

448 von 526 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schlecht, schlechter, Wanderhure, 22. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Wanderhure (Taschenbuch)
Als Historiker wundere ich mich (mittlerweile) nicht (mehr) über schlecht recherchierte Mittelalter-Romane, in denen Protagonisten agieren, die neuzeitlich denken und handeln, dies aber vor einem mittelalterlichen Hintergrund tun. Solche ahistorischen Darstellungen sind der Regelfall, weil den meisten Autoren einfach der Einblick fehlt, mittelalterliches Denken und Fühlen darzustellen. So auch im vorliegenden Fall. Sämtliche Protagonisten der "Wanderhure" sind modern denkende Menschen, die in ein mittelalterlich aussehendes Sujet eingebunden wurden, in ihrem Denken und Handeln findet sich praktisch nichts "typisch spätmittelalterliches." Wäre dies der einzige echte Fehler, den dieser Roman enthielt, befände er sich in bester Gesellschaft und könnte immer noch zu einer insgesamt positiven Bewertung gelangen.

Doch ein positives Gesamturteil ist nicht möglich, denn das Produkt von Frau Lorentz gelangt nie über das Niveau billigster Groschenromane hinaus:

Die klischeehafte Darstellung fast sämtlicher Protagonisten ist schon beinahe übelerregend. Alle Schurken sind durch und durch böse (und fast immer männlich), alle Guten sind durch und durch gut (und sehr häufig weiblich); es gibt nur Schwarz oder Weiss, aber keinerlei Grautöne. Es fehlt den Protagonisten fast jeder charakterliche Tiefgang, Einblicke in das Seelenleben - zum Verständnis mittelalterlichen Denkens absolut unverzichtbar - gibt es nicht. Protagonisten verkommen hier zu zweidimensionalen Karikaturen ihrer selbst.

Die Handlung ist eine einzige Abfolge abenteuerlich dümmlicher Ereignisse, Vergewaltigungen, Morde, Intrigen und dazwischen immer wieder die unwahrscheinlichsten Zufälligkeiten, um der Handlung ihre vorhersehbaren Wendungen zu geben. Es grenzt schon an vorsätzliche Verdummung der Leser, wenn eine Autorin solch wild zusammengewürfelte Ereignisabfolgen als stringente Handlung verkaufen will. Sex sells, das ist sicherlich richtig, aber in der "Wanderhure" scheint die Handlung - wenn sie denn eine solche Bezeichnung überhaupt verdient - nur als Vorwand für die Schilderung sadistischer Sexualphantasien zu dienen.

Passend dazu sind auch Sprache und Stil von Frau Lorentz, und damit sind wir beim dritten Schwachpunkt - wobei das gesamte Buch eigentlich nur als eine einzige Ansammlung von Schwachpunkten verstanden werden kann. Die "Wanderhure" strotzt vor sprachlichen Klischees und abgenutzten Redewendungen und bestätigt damit den miserablen Gesamteindruck des Lorentzschen Machwerks.

Zusammenfassend läßt sich sagen, dass Frau Lorentz so ziemliche jede schriftstellerische Todsünde begangen hat, die sich denken läßt:
Oberflächliche und zweidimensionale Charaktere bewegen sich vor einem Zerr- und Abziehbild des späten Mittelalters, wobei die Handlung trotz reisserisch dargestellter Freveltaten klischeehaft, langweilig und vorhersehbar ist. Das niedrige sprachliche Niveau bestätigt eigentlich nur, dass sich die "Wanderhure" wohl besser zur Veröffentlichung als Fortsetzungsroman in irgendwelchen Druckerzeugnissen der Regenbogenpresse geeignet hätte.

Schade ist es eigentlich nur um jeden Baum, dessen Holz zur Herstellung des Papiers verschwendet wurde, das für den Druck der "Wanderhure" eingesetzt wurde und noch immer wird. Wäre es bei der Bewertung möglich gewesen, null Sterne zu vergeben, so wäre dies mein abschließendes Urteil. Denn die "Wanderhure" ist weder ein historischer Roman, noch vermag das Buch den Leser wenigstens halbwegs anspruchsvoll zu unterhalten. Im Grunde ist es nicht mehr als sadistische Pornographie mit künstlich aufgepfropftem Happy Ending.
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1-10 von 75 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 27.05.2008 15:08:02 GMT+02:00
RicardaN meint:
Mich wundert, dass es nur wenige Leute gibt, die dieses Buch mit Ihren / unseren Augen sehen. 100% Ihrer Meinung!

Veröffentlicht am 03.06.2008 15:23:05 GMT+02:00
BuYo meint:
Vielen Dank für diese Rezension! Ich habe das Buch gelesen und fand es ebenfalls grauenhaft. Ich verstehe beim Besten Willen nicht, warum das Buch von vielen in höchsten Tönen gelobt wird.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.06.2008 17:29:01 GMT+02:00
Happy Day meint:
Der breiten Masse der Leser dürften die Kritikpunkte, die Sie und mich an solchen Machwerken stören, nicht einmal auffallen.

Veröffentlicht am 03.08.2008 19:46:11 GMT+02:00
sunshine meint:
Das liegt allerdings auch vielleicht daran, dass es sich bei dem genannten Werk um einen Roman handelt und nicht um ein Geschichtsbuch. Leider möchte ich zu ihrem Kommentar anmerken, dass ich dieses Buch sehr aufregend fand, und es auch eigentlich nie aus der Hand legen konnte. Wenn ich die Kritikpunkte ihrer Rezession gleichermaßen teilen würde, würde ich ein historisch belegtes Geschichtsbuch lesen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.08.2008 16:59:48 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 19.08.2008 17:16:26 GMT+02:00
Happy Day meint:
Ich hatte auch nicht geschrieben, dass es sich um ein Geschichtsbuch handelte. Man kann das Lorentzsche Machwerk durchaus als pornographischen Text mit deutlich ausgeprägtem Hang zur Schilderung sadistischer Sexualpraktiken und Vergewaltigungen bezeichnen - und genau das habe ich getan. Aufgrund der Länge des Textes und des formalen Aufbaus handelt es sich um einen Roman, das ist sicherlich richtig und wurde von mir nie in Abrede gestellt.
Die Todsünde schlechthin, die die Autorin dieses Machwerks begeht, ist jedoch, dass die Handlung gähnend langweilig, weil fast auf die Szene genau vorhersehbar ist - zumindest für jemanden, der beim Lesen sein Gehirn nicht komplett ausschaltet. Diese Vorhersehbarkeit wird an einigen Stellen dann krampfhaft durch Wendungen unterbrochen, die dermaßen an den Haaren herbeigezogen wirken, dass man sich nur noch die Augen reiben und verwundert fragen kann, für wie dämlich die Autorin wohl ihre Leserschaft halten mag.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.09.2008 14:45:12 GMT+02:00
Mairin meint:
Ich bedanke mich für diese ausgezeichnete Rezension, der ich persönlich nicht mehr hinzufügen kann, außer meine hundertprozentige Zustimmung. Wie sie richtige geschrieben haben, ist das Hauptproblem des Buches nicht der völlig fehlende, historisch korrekte Hintergrund, sondern die Unfähigkeit der Autorin ihren Figuren Authentizität, Tiefe und damit Glaubwürdigkeit zu verleihen. Wenn man dann noch ,Handlung' und Schreibstil dazu nimmt, beschleicht einen sehr schnell das Gefühl, dass Frau Lorentz ihre Leser auf jeder einzelnen Seite für dumm verkaufen möchte. Mich zu wundern, warum dieser Schinken trotzdem so gelobt wird, habe ich inzwischen aufgegeben.

Veröffentlicht am 07.03.2009 02:38:42 GMT+01:00
Herzlichen Dank für diese zutiefst unterhaltsame, scharfsinnige und ansprechende Rezension!
Wie wahr, wie wahr.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.04.2009 15:13:12 GMT+02:00
Andrea Wolf meint:
Ich will nicht altklug erscheinen, aber eine Rezession ist etwas vollkommen anderes als eine Rezension. Eine Rezession erleben wir derzeit in Deutschland. ^^

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.04.2009 15:18:56 GMT+02:00
Andrea Wolf meint:
Da sie sich so sehr in der Verdammung eines mit Sicherheit nicht gut recherchierten, aber sich wie wild verkaufenden Buches ergehen: nehmen sie doch mal "Die Rache des Kreuzfahrers" von Patterson/Gross aufs Korn, der hats noch VIEL mehr verdient und damit bewahren Sie die Leserschaft vor einem viel schlechteren Roman. ^^
Mfg
P.S.: Ich fand die Wanderhure gut, denn der Verlauf ist zwar klischeebehaftet und vorhersehbar, aber der Schreibtstil ist unbestreitbar fesselnd. Außerdem, wie schon vormals erwähnt: wenn ich ein Geschichtsbuch oder einen richtigen Bildungsroman lesen möchte, dann kaufe ich mir einen solchen. Ich gebe aber zu, dass die gefahr der Lorentz'schen Bücher darin liegt, dass die meisten Menschen eben nicht wissen, dass sie da im Grunde Käse lesen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.04.2009 15:24:31 GMT+02:00
Andrea Wolf meint:
Ich muss mich selbst korrigieren und noch etwas hinzufügen: Sprach ich von Gefahr? Das nehme ich zurück.
Vielmehr muss ich wieder mein liebstes Banner hervorholen und es wieder einmal hochhalten: nur wenige Bücher sind so schlecht, dass man den Leuten nahelegen möchte, tatsächlich lieber auf Videospiele zurückzugreifen. Die Wanderhure gehört nicht dazu. Bei weitem nicht.
Menschen, die lesen, machen etwas richtig, und dann kein literarisch allzu hochwertiges Buch herzunehmen ist mit Sicherheit das kleinere Übel im Angesicht immer vehementerer Digitalisierung von Welt und (Kinder-)Gehirnen.
Mfg
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