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Kundenrezension

25 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Souverän und routiniert, 3. März 2013
Rezension bezieht sich auf: The Flood Inside (Limited Edition) (Audio CD)
Da ist sie also, die neue Platte von LONG DISTANCE CALLING. Die Truppe hat sich in den vergangenen Jahren durch geschickte Support-Auftritte (u.a. im Vorprogramm von KATATONIA) in der Metal-Community einen Namen und den Post-Rock quasi salonfähig gemacht. Nicht ganz unverdient. Auch ich persönlich halte das zweite Album AVOID THE LIGHT nämlich für einen der wichtigsten Beiträge zur instrumentellen Rock-Musik der letzten Jahre. Die Scheibe renovierte für mich ein Genre, das sich immer mehr um sich selbst drehte. Auf VOID THE LIGHT bot die Band aus Münster Spannungsaufbau aus dem Lehrbuch, mit Mut zum dramatischen Klimax. Jeder Song wurde förmlich aufgeschichtet und explodierte schließlich. Das vermochten in dieser Eindringlichkeit bis heute nur die britischen Kollegen von MAYBESHEWILL und die Schweizer von LEECH. Mit THE FLOOD INSIDE liefert die Band nun ihr viertes Album ab – und was wurde im Vorfeld die PR-Trommel gerührt.

Wärmer sei der Sound geworden, natürlicher, mit dem Flair einer Jam-Session. Dem lässt sich so kaum widersprechen – aber was bedeutet das für die Trademarks der Band? Anstelle sauber arrangierter Songperlen mit glasklarer Produktion treten improvisationsartige 6-Minüter, die sich musikalisch ganz brav auf Blues-Skalen bewegen und viel zu häufig in ziellosem Solo-Geplänkel enden – die elegischen, schwebenden und ungemein melodiösen Ausbrüche fehlen gänzlich. LONG DISTANCE CALLING verstehen sich immer noch auf den Spannungsaufbau, keine Frage - der zündende Schlussakkord geht aber jedem der Songs auf THE FLOOD INSIDE ab. Bereits das selbstbetitelte Album wirkte öfter mal ideenlos, Songs wie INTO THE BLACK WIDE OPEN gipfelten aber immer noch in träumerischen und imposanten Lead-Melodien. Hin und wieder blitzt sie dann doch noch auf dem aktuellen Output auf, die songwriterische Raffinesse, der eigene musikalische Stempel, etwa im Opener NUCLEUS. Dazwischen gibt es „more of the same“, nur ohne Seele – und mit einem Schuss Beliebigkeit.

Die am kontroversesten diskutierte „Innovation“ ist Neuzugang Martin „Marsen“ Fischer, dessen dünnes Alternative-Stimmchen (zum Glück gibt es Studioelektronik) als so etwas wie ein weiteres Instrument angepriesen wurde. Nein, nein, und nochmals nein: LONG DISTANCE CALLING sind nun mal keine SIGUR ROS, bei denen dieses Argument wie die Faust aufs Auge passt. Laden die Songs der bisherigen Alben zu schwelgerischen Interpretation ein (kein Text = Deutungsoffenheit) knallt der hippe Marsen uns nun klischierte Phrasen um die Ohren: THE FLOOD INSIDE / THE MAN WITHIN – in uns die Flut, wie alleine gegen die Welt. Dazu ein skizzenhafter Kopf auf dem Cover, der eine aufgewühlte Innenwelt entblößt. Nein, mir waren die elegischen Space-Fantasien des Vorgängers lieber als bürgerliche Selbstverwirklichung. Aber kann man sicher mögen.

Für mich persönlich ist die Band aus Münster ihren Hype längst nicht mehr wert. Dafür ist auch die Konkurrenz zu stark. Die Kollegen von LEECH mit IF WE GET THERE, WOULD YOU PLEASE OPEN THE GATES? Lieferten jüngst lupenreines Sound-Kino, MAYBESHEWILL (vor einiger Zeit noch im Vorprogramm von LONG DISTANCE CALLING) zelebrieren ihren melodramatischen Instrumental-Rock längst in Perfektion. LONG DISTANCE BORING sind zur Pose erstarrt. Das ist schade, war die Band doch einst angetreten, um einem redundant gewordenen Genre in den Arsch zu treten. Den weg der Band werde ich trotzdem weiterverfolgen: Vielleicht reicht es ja beim nächsten Album für etwas mehr Substanz und etwas weniger PR-Zirkus.

Anspieltipps: NUCLEUS, WELCOME CHANGE, BREAKER
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1-10 von 26 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 04.03.2013 12:00:33 GMT+01:00
Werflu meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.03.2013 19:11:28 GMT+01:00
F. Schulz meint:
Was gefällt ihnen denn an meiner Auseinandersetzung nicht? Wer sagt denn, dass man sich um Musik keine Gedanken machen darf? Das habe ich bisher ausschließlich als Totschlagargument gehört. Dabei ist es ganz einfach: Von LDC war ich zu AVOID THE LIGHT-Zeiten hin und weg, heute lassen sie mich kalt. Auch nach mehrmaligem Hören (zweites Totschlagargument). Natürlich mache ich mir da Gedanken über das "Warum", gerade WEIL es Musik ist und sie mir nicht egal ist.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.03.2013 20:17:31 GMT+01:00
Werflu meint:
Hallo,
Natürlich darf man sich zur Musik Gedanken machen - das begrüße ich ebenso .
Allerdings hört sich ihre Kritik für mich (und zwar für mich persönlich)
Etwas abgehoben und ein wenig kompliziert an .
Allerdings möchte ich natürlich auch erwähnen , das ich mir oft in Zeitschriften Kritiken durchlese und manchmal auch danach mir Musik anhöre oder auch kaufe . Allerdings hätte ich mir unter normalen Umständen ihre Kritik nicht weiter durchgelesen .

Insgesamt sehe ich nun meine Gedanken zu Ihrer Kritik als meine Gedanken dazu und nichts mehr .
Also - was soll s

Musik ist nun mal ( Gott sei dank) Geschmacksache .

Und nach meinem Geschmack ist die neue Ldc sehr sehr gut . Was ich schade finde das es vom Publikum öfter in die ( für mich ) Metal Ecke abdriftet . Da gehört meines Erachtens LDC nicht hin .

Also nichts für ungut .

Viel Spass mit dér Musik .

Gruß

Werner

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.03.2013 22:05:10 GMT+01:00
F. Schulz meint:
Hallo Werner,

Musik ist zum Glück nicht nur Geschmacksache. Diese Aussage würde jedem Musiker unrecht tun. Musik lässt sich (ebenso wie Filme und anderes, das gerne zur Geschmacksache erklärt wird) sehr genau beschreiben. Das habe ich in meiner Kritik eigentlich getan. Ich habe benannt, was LDC für mich ursprünglich ausgemacht haben, und was davon auf der musikalischen Seite übrig geblieben ist.

Den Hype um die Band finde ich nicht gut. Es ist inzwischen (vor allem in Metaller-Kreisen) "in", LONG DISTANCE CALLING hipp zu finden. Und mich stört, wie sehr die Band diesen Ruf ausnutzt. Ich habe LDC noch vor dieser neuen "Popularität" erlebt und die Konzerte waren anders: Hypnotisch, konzentriert und entrückt. Dann die Auftritte im Metal-Vorprogramm und plötzlich wurde immer stärker gegroovt (leider musikalisch auf sehr einfache Weise, das meiste erinnert an simpelste Blues-Improvisation). Für mich ging damit die Raffinesse verloren und es wurde NICHTS gewonnen, denn: Mich interessiert die Musik und nicht die Show.

Ich werte Ihren Kommentar übrigens auch nicht als Angriff. Ich vertrete die Meinung, dass sich über Musik ganz sachlich reden lässt, ohne dass man nach zwei Sätzen auf die "Geschmacksache" kommt. Deshalb im Gegenzug: Was macht denn die Alben nach AVOID THE LIGHT für sie sehr, sehr gut? Ich würde gerne auch andere Perspektiven hören.

Gruß
Florian

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.03.2013 17:53:28 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 05.03.2013 18:12:23 GMT+01:00
Walter-Gregor meint:
Ich finde die Rezension treffend und schliesse mich der Meinung an. Die Instrumentals wissen immer noch zu gefallen, die Klasse von "Invisible Giants" auf dem Vorgänger wird für meine Ohren jedoch nicht erreicht. Wenn dann aber der "Sänger" zur Tat schreitet, sackt es ins Beliebige und Austauschbare ab.
Drei Punkte ist ja noch gut gemeint, eigentlich müssten es 2 1/2 sein...........
Zum Glück lag heute noch "187 Steps to cross the universe" von Jardin dela Croix im Briefkasten. Da sind zwar nur 4 Songs drauf, aber die bringen es. Und vor allem: Kein aufgebretzeltes Stimmchen, welches mir den Genuss versaut.

PS: Florian bringts auf den Punkt: "Laden die Songs der bisherigen Alben zu schwelgerischen Interpretation ein (kein Text = Deutungsoffenheit) knallt der hippe Marsen uns nun klischierte Phrasen um die Ohren"

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.03.2013 20:08:58 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 05.03.2013 20:11:01 GMT+01:00
F. Schulz meint:
Danke für den Tipp (Jardin de la Croix)! Gefällt - und lässt daran erinnern, dass das letzte 65daysofstatic-Album schon viel zu lange zurückliegt.

Ach ja, wer immer noch nicht nachvollziehen kann, was mir bei LDC inzwischen fehlt, der möge sich doch mal dies hier anhören:

http://www.youtube.com/watch?v=MH1B9JQstVg

Ich würde diesen einen Track gegen die komplette FLOOD INSIDE eintauschen! Ehrlich!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.03.2013 20:35:39 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 05.03.2013 20:36:41 GMT+01:00
Walter-Gregor meint:
Kann ich verstehen. Das Schöne ist, dass man sich zu einem Stück vorstellen kann was einem zusagt, ob das nun eine karge Landschaft im Spätwinter ist, welche durch vereinzelte Frühblüher aufgelockert wird oder ein Astronaut, der auf dem Mars vergessen ging und nun dort seinem Schicksal entgegenschaut. Genau dies ist ja nun aus besagten Gründen nicht mehr möglich. Der Albtraum, dass eine meiner geliebten Instrumentalbands sich einen Sänger zulegen, ist leider wahr geworden.
Ich unterstelle den Herren einfach mal ganz frech, dass nicht zuletzt mammonistische überlegungen zu diesem Schritt geführt haben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.03.2013 17:33:35 GMT+01:00
F. Schulz meint:
Ich finde das Album einfach nicht kreativ. Abgesehen von den Vocals zeigt die Band keine Fortentwicklung oder eine - was ja auch ein schönes Motiv wäre - Verfeinerung ihres Sounds. Ein bisschen am Regler drehen und die Gitarren etwas rauer zu mixen, um (Interview-Zitat) "den Live-Sound nachzuempfinden" spricht für mich nicht für künstlerisches Selbstbewusstsein. Das erste und wichtigste Produkt eines Musikers ist für mich nämlich nach wie vor das Album. Es ist zeitlos und geht mit dem Hörer im Grunde einen Pakt ein (Ich höre Dich, wo ich möchte). Und ganz wichtig: Erlaubt durch Aufnahmetechnik einen immensen kreativen Spielraum. Bereits beim Schreiben der Songs auf eine Live-Gaudi vor (metallischem) Publikum zu schauen, die es ja gerne etwas einfacher haben (das entnehme ich der Aussage), torpediert dieses Prinzip einfach. Das Album ist etwas qualitativ anderes, für alles andere gibt es Live-Aufnahmen. In besagtem Interview wird dann am Ende noch so schön verkündet: "Wir arbeiten im Proberaum schon wieder an neuen Songs, das meiste entsteht in spontanen Jam-Sessions" dann wird sich an dieser Haltung wohl auch nichts mehr ändern.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.03.2013 12:21:43 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 07.03.2013 12:22:46 GMT+01:00
Das kann man auf gar keinen Fall verallgemeinern. Metal umfasst ein wahnsinnig breites Spektrum, genau wie der Überbegriff Rock. Da gibt es natürlich kompositorisch einfache Songs/Subgenres, aber auch Hochkomplexes, wogegen Long Distance Calling direkt simpel rüberkommen; auch mit ihren alten Aufnahmen. Die über den Kamm scherende Aussage "Metal ist eher was für diejenigen, die es simpel mögen", könnte gut von einem Hornbrillen tragenden, pseudointellektuellen Spex- oder Visions-Schreiberling mit Seitenscheitel und Ringelpulli kommen, der sich gerne wichtig macht.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.03.2013 19:30:10 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 07.03.2013 20:03:15 GMT+01:00
dejus meint:
hö, mal nix gegen Ringelpullis hier, ich glaub es ja wohl nicht^^! Aber mal ehrlich, Musik ist sehr wohl Geschmackssache und lässt sich aber trotzdem auch sehr wohl beschreiben. Musik ist aber auch sehr emotional und wirkt daher auf unterschiedliche Charaktere eben unterschiedlich. Ich persönlich find Metal als Genre an sich Scheisse, mag aber das simple bratige und schwere E eingeflochten im RnR. Das machen und können LDC verdammt gut. Die Neue ist für mich eher die schwächste, was nicht an den songs sondern eher den vocals liegt. Trotzdem da ich den sound der band mag, würde ich ihnen wegen der "Gesanglichen" Veränderung nicht den Rücken kehren. Macht mir nach wie vor Spass.
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