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Hohe Qualität und gute Unterhaltung,
22. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Braut von Assisi: Roman (Gebundene Ausgabe)
In Bezug auf den Inhalt ist die Beschreibung bei amazon teilweise irreführend. Der Roman spielt im Jahre 1253, als der Heilige Franziskus bereits knapp drei Jahrzehnte tot ist und Chiara (Klara) im Sterben liegt. Bevor sie stirbt, will Chiara unbedingt vom Papst das "Privileg der Armut", wie es von Franziskus gewollt war, für ihr Kloster erhalten. Der deutsche Mönch Bruder Leo ist als Visitator unterwegs und soll in Erfahrung bringen, ob das Kloster dieses Privileg verdient. Kurz vor seiner Ankunft ist die Nonne Magdalena unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen, Leo hat schnell den Verdacht, dass es sich um Mord handelt. Die Verstorbene soll ein Pergament, bzw. einen Brief in ihrem Besitz gehabt haben, das/der ein streng gehütetes Geheimnis enthält. Leo setzt alles daran, den Mord aufzuklären, da seiner Meinung nach im Kloster nicht alles mit rechten Dingen zugeht.
Da er nicht im Nonnenkloster wohnen kann, wird er bei einer reichen Kaufmannsfamilie in Assisi untergebracht, deren Adoptivtochter Stella von ihrer Amme Deutsch gelernt hat. Stella dient ihm als Dolmetscherin und Helferin bei den Ermittlungen, die ihn zu vier verschiedenen Einsiedeleien des Franziskus von Assisi führen. Die Einsiedler scheinen jeweils Puzzleteile des gesuchten Schreibens zu bewachen, allerdings sind nicht nur Leo und Stella hinter diesen Dingen her, sondern auch ein oder mehrere Mörder, die den beiden knapp voraus sind und die Einsiedler bestialisch umbringen. So geraten Leo und Stella auch noch unter Mordverdacht...
Dieser historische Kriminalroman unterscheidet sich von anderen Romanen der Autorin darin, dass er von Anfang an leicht verständlich geschrieben ist. Hier ist der Kreis der Hauptfiguren überschaubar und es gibt auch nicht verschiedene Handlungsstränge, die erst nach und nach entwirrt werden. Die Handlung verläuft geradlinig und ist ausschließlich im Jahre 1253 angesiedelt, Franziskus und Chiara spielen keine aktive Rolle, dennoch kreist der Roman letztendlich um deren Persönlichkeiten.
Der Erzählstil ist - wie bei Brigitte Riebe üblich - absolut fesselnd und detailgetreu, man glaubt, die Landschaft um Assisi herum selbst zu sehen, den sommerlichen Duft der Natur zu riechen und auch die quälenden Blasen an den Füßen vom tagelangen Wandern zu spüren.
Das Buch enthält das "Böse" in Gestalt des religiösen Fanatismus ebenso wie eine Liebesgeschichte, letztere ist aber angenehm und unaufdringlich.
"Die Braut von Assisi" enthält ein historisches Nachwort über das Leben des Heiligen Franziskus und seine glühende Anhängerin Chiara, einen Abschnitt "Dichtung und Wahrheit" sowie "Ausgewählte Literaturempfehlungen".
Für dieses für Liebhaber anspruchsvoller und doch unterhaltsam geschriebener Historienromane empfehlenswerte Buch vergebe ich 4,5 Sterne.
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