Kundenrezension

55 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Der Bass macht die Musik - UPDATE, 6. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Jabra Revo Wireless Bluetooth On-Ear-Kopfhörer (Stereo-Headset, Bluetooth 3.0, NFC, Freisprechfunktion) schwarz (Personal Computers)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Nachdem ich das neue Jabra In-Ear-Modell VOX testen durfte und positiv überrascht wurde, bekam ich schon ein optimistisches Vorfreudegefühl auf die Jabra Revo. Immerhin bewegen sie sich in einer Preisklasse oberhalb eines AKG-K701 oder der Beyerdynamic Modelle DT880 und DT990.
Ich möchte Ihnen die Spannung unbedingt verderben und komme gleich auf den Punkt: Die Revo bewegen sich nicht mal ansatzweise in der Nähe dieser eben genannten Modelle.
Ich besitze eine kleine Sammlung an Kopfhörern verschiedener Arten von unterschiedlichen Herstellern. Davon kosten die günstigsten zwischen 25 und 50€ (Audio Technica ATH-FC700). Selbst diese Kopfhörer klingen eine ganze Klasse besser als die Revo.

Aber um zu begründen, warum ich einen so teuren Kopfhörer so weit nach unten Stufe, gehe ich nun näher auf das Klangbild ein.

Das Revo klingt basslastig. Das ist an sich ja gar nicht schlimm. Er betont jedoch den Oberbass dermaßen, sodass Tiefbässe einfach überschattet werden. Dazu kommt, dass der Bass unsauber, dröhnig und aufgebläht klingt. Hier ist ganz klar, dass Jabra unbedingt eine Homage an die so unverständlicherweise begehrten Monster Beats abliefern wollte. Der Frequenzgang steigt ab den unteren Mitten bis zum Oberbass deutlich an und sinkt irgendwo im mittleren Tieftonbereich wieder ab. Bassbewegungen sind kaum nachzuvollziehen. Man vernimmt in bassreichen Songs zwar ordentlichen Druck, aber ein gleichbleibendes Gedröhne, sodass das Gehör der Dominanz des sich kaum verändernden Oberbasses ausgesetzt bleibt. Streichen Sie die Begriffe wie "konturiert", "nuanciert" und "straff" aus ihren Vorstellungen heraus. Der Bass schwimmt.

Die Mitten ertönen warm und stellen den einzigen Lichtblick des Klangs dar. Gesangstimmen bekommen eine angenehmes warmes Timbre, wenn auch für meinen Geschmack zu viel des Guten dabei ist. Denn ich würde gerade einige weibliche Gesangstimmen als leicht belegt bezeichnen. Klassische Musik, sowie Jazz können Sie sich mit dem Revo getrost von der Karte streichen.
Kleines Beispiel: Alexanderplatz von Hauschka beginnt sehr angenehm. Die Violine wird schön zart und fein, jedoch nicht sehr klar dargestellt. Die darauf folgenden Klarinetteneinsätze klingen dagegen sehr schön authentisch. Nun kommt der Cello-Einsatz. Das Cello klingt aber durch die Revo eher wie ein Kontrabass. Das Klavier, dass im tieferen Segment das Geschehen begleitet und der anschließende Bläsereinsatz blasen förmlich das gesamte Stück in ein ungenießbares Gedröhne auf. Das Orchester scheint in einem kleinen Betonzimmer zu spielen.

Die Höhen klingen angenehm und fein, nicht sehr brillant und auch ein wenig detailarm. Wäre der unpräzise, fette Bass nicht, könnte man mit den Revo durchaus anspruchsvollere Musikstücke genießen.

Folgende Frequenzen habe ich mittels EQ abgesenkt, um ein angenehmes Klangbild zu erreichen: 250Hz um -4db, 125Hz um -6db und 62Hz um -6db. Trotzdem kling der Revo immer noch nicht richtig ausgewogen.

Für ihn gibt es nur zwei Musikgenres, in denen er sich ausleben kann und wahre Stärke zeigt: HipHop und House/Techno.

Verarbeitung:
Der Revo wurde sehr robust konstruiert und ist sogar zusammenfaltbar. Die mitgelieferten Kabel (Klinke 3,5mm und USB) wurden gewebeummantelt. Der Tragekomfort ist gut. Der Hörer ist ein wenig schwer und sitzt dafür doch nicht sehr sicher auf dem Kopf. Eine Einstellung zur Regulierung des Anpressdrucks wäre sinnvoll gewesen.

Kabellose Musik:
Unter Android klappt die Kopplung sehr schnell. Achten Sie darauf, dass Ihr Smartphone auch für unbekannte Geräte sichtbar gemacht wurde, sonst findet der Revo es nicht. Die Soundqualität über Bluetooth ist vergleichbar mit der Qualität über Klinkenkabel. Ein Unterschied ist sehr wahrscheinlich nur messbar. Die Lautstärke lässt sich auf der rechten Hörerseite regulieren, was ganz gut klappt. Weniger gut funktioniert an gleicher Stelle der Titelwechsel. Mal erkennt der Revo es, mal nicht.

Jabra-App:
Die kann man getrost links liegen lassen. Das leicht verbuggte Musikprogramm bietet eine Menge voreingestellter EQ-Presets und die Zuschaltung von DolbyDigital. Der Klang bläht aber nur noch mehr auf. Daher bleiben Sie lieber bei Ihrem herkömmlichen Abspielprogramm. Meine Empfehlung: Power Amp.

Fazit:
Seinen hohen Preis wird der Revo nicht gerecht. Somit tritt er auch in die Fußstapfen des Monster Beats. Die Verarbeitung ist zwar vorbildlich und sonst wurde alles relativ gut durchdacht (selbst an einen kleinen Transportbeutel wurde gedacht), aber beim Klang wurde leider gefuscht. Das hier Ergebnis klingt zwar etwas besser als die Beats-Konkurrenz, aber das ist zu diesem Preis trotzdem ein Armutszeugnis. Der Klang ist eher was für Hart-gesottene und für den etwas weniger audiophilen Musikhörer.

Pro:
+ Vorbildliche Verarbeitung
+ Austauschbare Kabel
+ Bluetooth-Qualität
+ Einwandfreie Telefonierfunktion über Kabel
+ Angenehmer Klang bei geringer Lautstärke

Contra:
- Anstrengend ab höherer Lautstärke
- Dominanter, unpräziser Bass
- Kein sicherer Halt bei kabellosen Betrieb, da Anpressdruck zu gering und Gewicht zu hoch
- Bedienung über Hörer nicht zuverlässig
- Störende Kabelgeräusche
- Zu hoher Preis

**********************UPDATE:
Nachdem der Hörer ganze zwei Tage gebraucht hatte, um sich einzuspielen und ich dazu noch erkannte habe, dass die Klangqualität abhängig vom Sitz der Hörmuscheln sind, muss ich gestehen, dass der Revo nun einen Tick besser klingt.
Ich trage die Ohrpolster nun so, dass sie nicht mehr direkt auf den Gehörgang gerichtet sind, sondern leicht versetzt vor den Gehörgang. Der hintere Teil der Ohrmuscheln schauen zwar minimal hervor, aber der Bass klingt nun nicht mehr ganz so dominant und auch nicht mehr so derbe unpräzise. Das Klangbild ist weiterhin recht warm abgestimmt. Stimmen klingen nach wie vor minimal belegt aber angenehm und gut verständlich.
Der Bass spielt nun zwar kräftig, aber nicht mehr überdimensioniert. Die Präzision ist nun besser und die Dumpfheit hat auch ein wenig abgenommen. Die Höhen sind ein wenig durchwachsen. Man hört zwar hohe Frequenzen fein heraus, wie z.B. Glockenspiel, Triangel oder zupfende Saiten. Aber zwischen obere Mitten und unteren Höhen scheint es einen Frequenzabfall zu geben, der für das warme und etwas belegte Klangbild sorgt. Also für Klassik und Jazz ist der Revo absolut nicht geeignet. Rock, Pop, HipHop und House lassen sich mit ihm gut hören und machen in gewisser Weise auch Spaß. Auch wenn er so einige feine Details einfach unterschlägt, was eigentlich nur bei recht günstigen 30€ Kopfhörern vorkommt, aber in der Preisklasse über 200€ schon eher peinlich ist.
Neu entdeckt habe ich auch, dass der Revo in vollen, komplexen und laut spielenden Instrumentalpassagen (hier sei speziell der Titel "Another Shore" vom Album "Skyline" von Yann Tiersen erwähnt) die Übersicht völlig verliert. Der Revo ist nicht in der Lage, einzelne Instrumente aus komplexen Musikpassagen zu extrahieren. Es klingt alles ziemlich chaotisch und überlagert. Ebenfalls ein Indiz dafür, dass hier einfach nur billige Technik verbaut wurde. Hört man Musik, die aus einem eher monotonen Beat und einigen wenigen Instrumenten besteht, an, so fallen einem die Unsauberkeiten des Revo auch nicht auf. Aber diese Unsauberkeiten fallen auch bei billigen Hörern nicht auf, wenn man als Test-Material nur synthetische Musik oder Songs verwendet, mit recht einfach gehaltener Instrumentation und kräftigen Beats. Aber leider lassen sich die meisten Konsumenten eher von einem kräftigen Bass beeindrucken, wie es hier eindeutig auch der Fall ist.

Neue EQ-Einstellung für ein ausgewogeneres Klangbild über POWER-Amp App für Android:
16khz und 8khz ein kleines Stück nach oben (für klarere Höhen), 250hz ein kleines Stück nach unten (Stimmen verlieren ein wenig Dumpfheit), 125hz und 62hz etwas unterhalb des 250hz Reglers stellen (für weniger Bassgedröhne), 31hz nur etwas runter drehen.
Anhand dieser Einstellung lässt sich auch gut erkennen, welche Frequenzen hier zu laut und zu leise wiedergeben werden.

Mein zweites Fazit:
Der Revo klingt nicht mehr ganz so dumpf, wenn er denn auch passend sitzt, denn gerade die optimale Position macht meiner Meinung nach viel am Klangbild aus. Nichtsdestotrotz klingt er nach wie vor nicht wie ein Kopfhörer, der sich zwischen 250 und 300€ anbieten lässt. Und jenen Rezensenten, die so sehr begeistert sind vom Klangbild des Revo, möchte ich empfehlen, doch mal einen günstigeren AKG-K540, einen Teufel Aureol Real, einen Beyerdynamic DT990 oder einen Audio-Technica ATH M50 anzutesten. Stehen sie auf einen sauberen, kräftigen Bass und ein sonst ausgewogenes, sauberes Klangbild, dann versuchen sie mal den Audio-Technica. Einziger Nachteil gegenüber dem Revo: Er eignet sich für Unterwegs nur bedingt, da er etwas größer ist und kein Bluetooth hat. Dafür kostet er aber auch nur die Hälfte und bietet einen weitaus besseren Klang.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 24.07.2013 15:02:21 GMT+02:00
p321 meint:
Kann mich anschließen. Nachdem ich im ersten Moment vom Bass begeistert war, habe ich den Jabra mit einem 80¤ AKG (Gaming-)Headset verglichen und das klang einfach besser. Jetzt besitze ich den Audio-Technica ATH-M50 und bin sehr zufrieden. Was mir noch auffiel: Über Bluetooth verbunden wirkt alles ein klein wenig dumpfer als direkt über Kabel.
Wer Electro hört ist sicher begeistert vom Jabra. Bedienung und Verarbeitung sind super. Die Audio-Technica sind jedoch bequemer.
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