Kundenrezension

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Entdeckungen eines Suchenden, 26. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Violinkonzerte 1,2,d+G-Moll (Audio CD)
Der Salzburger Thomas Zehetmair ist in seiner Arbeit immer ein Sucher - nach neuen Werken oder neuen Ansätzen. Bei ihm steht die Interpretation, die Intention immer über dem reinen Schönklang. Deshalb wundert es nicht, dass er auch Werke des Standardrepertoires wie die beiden bekannten Bachkonzerte in e-Dur und a-moll nicht einfach routiniert herunterspielt.

Vielmehr orientiert sich Zehetmair an der historisch informierten Aufführungspraxis - sparsamer Einsatz des Vibratos, Beachtung des Prinzips der Klangrede -, ohne sich sklavisch daran zu halten. Im Gegensatz etwa zu Viktoria Mullova spielt er auch auf einem modern aufgebauten Instrument. Die Interpretation ist weitgehend schwungvoll, rhythmisch stringent und in der Artikulation einleuchtend. Nur der erste Satz des a-moll-Konzerts ist mir ein wenig zu streng, zu statisch geraten.

Zu Zehetmairs Ansatz passt auch das Orchester: Die "Amsterdamer Bach Solisten" setzen sich zusammen aus Mitgliedern des berühmten Concertgebouw Orkest und spielen ebenfalls auf modernen Instrumenten, ohne Cembalo, aber unter Berücksichtigung der Erkenntnisse der historischen Aufführungspraxis. Das ergibt insgesamt ein überzeugendes, spannendes Zusammenspiel und eine empfehlenswerte Aufnahme v. a. für alle, die Berührungsängste mit der historischen Aufführungspraxis haben.

Der eigentliche Wert dieser CD liegt aber in den beiden letzten Werken: Statt die Spielzeit wie sonst üblich mit einem der beiden Doppelkonzerte d-moll (BWV 1043 für 2 Violinen oder 1060 mit Oboe) aufzufüllen, wagt sich Zehetmair an zwei Werke, die heute als Cembalokonzerte d-moll BWV 1052 und g-moll BWV 1056 erhalten sind. Zehetmair argumentiert im Booklet überzeugend, dass es sich ursprünglich wahrscheinlich um Violinkonzerte gehandelt haben dürfte, und spielt sie daher in einer Rekonstruktion.

Und tatsächlich finden sich insbesondere im ersten Satz des d-moll-Konzerts typische Geigenfiguren, wie man sie ganz ähnlich auch in den Partiten für Violine Solo findet. Vor allem aber haben beide Konzerte in dieser Bearbeitung und der Interpretation von Zehetmair endlich einmal die rhythmische und melodische Stringenz, aber auch die Balance von Solo und Orchesterpart, die ich bei Aufführungen mit Tasteninstrumenten, egal ob Cembalo oder Klavier, immer vermisst habe.

Zwei große Bereicherungen des Repertoires, insbesondere in dieser Aufnahme.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 19.02.2012 06:38:38 GMT+01:00
Sagittarius meint:
Ohne Cembalo? Das ist wohl missverständlich ausgedrückt.
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