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Kundenrezension

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen K. Manns »böses Buch«, 3. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Mephisto: Roman einer Karriere (Taschenbuch)
Klaus Manns »Mephisto« erschien 1936 in einem Exilverlag. Der Roman handelt vom Aufstieg des einfachen Bühnenschauspielers Hendrik Höfgen, welcher unter den Nationalsozialisten bis zum Intendanten des Berliner Staatstheaters aufsteigt.

Als Vorbild für seinen »Mephisto« Hendrik Höfgens diente K. Mann der Werdegang Gustaf Gründgens, selbst Staatsintendant, dessen Entwicklung K. Mann intensiv beobachtet hatte, weil Gründgens bis 1929 mit K. Manns Schwester Erika verheiratet war. Dieser Hintergrund macht den Stoff besonders glaubwürdig. Die Nähe zwischen dem fiktiven und dem realen Intendanten führte aber auch dazu, dass der »Mephisto« bis 1981 nicht in Deutschland gedruckt wurde: Der Adoptivsohn Gründgens hatte vor Gericht ein Verbot erwirkt, weil er in dem Roman eine Verletzung des Persönlichkeitsrechtes seines Adoptivvaters sah. Die Brisanz des langwierigen Prozesses um den Druck des »Mephisto« führte dazu, dass dieser Roman wohl heute als der bekannteste Roman K. Manns gilt.

Zu Lebzeiten beharrte K. Mann darauf, dass sein Roman mehr als nur ein Schlüsselroman um den Charakter des Intendanten sei. Tatsächlich gelingt dem Schriftsteller neben der feinfühligen Charakterstudie (K. Mann hätte wohl von der Studie eines Typus gesprochen), eine wirkliche interessante Gesellschaftsstudie des Deutschlands ab 1926 bis zum Regime der Nationalsozialisten vor Kriegsausbruch. Dabei finden die Milieus der Künstler, Arbeiter, Aristokraten, aber auch der Kommunisten und der Nationalsozialisten, von der untersten Ebene bis hoch zur Naziführung bei K. Mann Beachtung. Es gelingt K. Mann ein erschütternd klares Bild der damaligen Verhältnisse, dass auch viele Vergleiche zu dem heutigen Umgang mit Nationalsozialismus in der Öffentlichkeit zulässt.

Es heißt, K. Mann habe bis zu letzt ein gespaltenes Verhältnis zu seinem »Mephisto« gehabt, den er sein »böses Buch« genannt haben soll. Tatsächlich hat dieses Buch sowohl eine anziehende- als auch abstoßende Wirkung auf den Leser. Das liegt daran, dass der Roman zum einen sehr romantisch ist. Hendrik Höfgen wird nicht einseitig als Bösewicht beschrieben. Seine Person ist sehr ambivalent und immer ringt er darum, sein Handeln vor seinem eigenen Gewissen (Gewissen?) zu verantworten. So wird die Unmoral eines opportunistischen Künstlers demaskiert, welcher den faustischen Pakt eingeht.

In diesem Buch kann man viel über die Wirkung des Nationalsozialismus auf seine Anhänger lernen, über die Differenz zwischen Propaganda und diktatorischer Realität, und über die menschlichen Abgründe, die ein grenzenloser Opportunismus mit sich bringt. Dabei ist der »Mephisto« auf eine sehr eindringliche Art erzählt, sodass man dieses Buch gar nicht mehr aus der Hand nehmen kann. Stark auch, wie K. Mann Symboliken und Zitate aus Goethes »Faust« mit seinem »Mephisto« verflechtet. Uneingeschränkt empfehlenswert.
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