Kundenrezension

240 von 266 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen HABT RESPEKT - wenigstens das, 2. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Nevermind (Audio CD)
Ich schreibe diese Rezension nur, weil es mich als Musiker immens aufregt, was sich manche Menschen so auf ihren Musiksachverstand einbilden.

Da lese ich von einem Menschen, der an Nevermind nix Neues findet. Von einem Menschen, der meint Polly und Lithium fangen "HAARGENAU" gleich an. Und von einem Menschen, der die Musik eines dämlichen Junkies nicht versteht.

Also - mal was ganz Neutrales zu der Sache: Kritik hin und her - jedem seine eigene Meinung. Muss ja nicht jeder mögen

A B E R :

-> diese CD ist bald 20 Jahre alt - das, was Kurt Cobain und Nirvana damals gemacht haben, war eine derartige Ansage und revolutionierte (Achtung jetzt) die DAMALIGE Welt. Was IN UTERO angeht - ich muss sagen, dass ich das Album auch besser finde, weil es einfach rauer und echter nach dem wahren Cobainsound klingt...so wie er das immer wollte. Jeder Produzent wird euch bestätigen (und ich kenn da ein halbes Dutzend): alle Songs auf Nevermind und In Utero hätte man getrost als Singles veröffentlichen können, weil sie einfach so starke Melodien haben. Nachmachen!

-> Cobain war ein genialer Texter. Seine Lyrics sind von einer derartigen Tiefe und Kreativität in der tonalen Führung, die meines Wissens nach lediglich von Trent Reznor (das ist der von Nine Inch Nails liebe Musiksachverständigen) noch getoppt wird. Wer die Songs nicht versteht bzw. nicht zu interpretieren weiß - der kann auch keine Meinung abgeben, dass er die Musik nicht mag, wenn er nicht mal weiß worum es geht.
Wer ein bisschen was verstehen will - der hört NICHT Teen Spirit oder Lithium oder eines der anderen Pop Liederchen, die Cobain selbst schon nicht mochte.
Hört: "On A Plain", "Heart-Shaped Box", "Scentless Apprentice" oder "Lounge Act"

-> niemand sagt, dass Nirvana musikalische Meisterwerke wie "Stairway To Heaven", "Bohemian Rhapsody" oder "Nothing Else Matters" fabriziert hat.
Nirvanasongs sind schlicht wie Kinderlieder - aber wer sagt, dass Musik immer ein hochkomplexes Konstrukt sein muss, damit es gute Musik ist? Niemand.
Nirvana Musik zeichnet anderes aus:
- es ist 100% echt (jede Silbe ist 100% vom Menschen Cobain...ja er ist ein Mensch)
- es war einfach revolutionär in der Härte und dem Simplicissimus zur damaligen Zeit

- und an den Menschen, der meinte "wow...da schreibt ein Junkie 5 Songs":
-> Cobain war etwa 3 Jahre wirklich im Geschäft - in der Zeit gab es über 100 Songs, die er geschrieben hat. Diesen Output hat heute KEIN einziger Musiker mehr (vllt noch Trent Reznor). Schaut euch an wieviel Zeit Metallica, AC/DC oder was weiß ich welche Band brauchen - die nehmen sich vielmehr Zeit und haben Lückenfüller auf ihren Alben drauf.
Und jetzt sucht mal nach wirklich "schwachen" Songs auf Nevermind oder In Utero.

----------------

Das sind einfach Fakten. Sympathie oder Antipathie hin oder her - wie gesagt. Es ist Geschmackssache. Aber gewisse Dinge muss man als kleiner Fisch und kleines Licht auf diesem Erdball einfach mal respektvoll anerkennen. Und Nirvana - gehört zu diesen Dingen.

also - schreibt eure Meinung - aber zeigt Respekt vor der Leistung
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Von 2 Kunden verfolgt

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1-10 von 16 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 14.02.2009 01:05:19 GMT+01:00
Der Ursel meint:
"Was IN UTERO angeht - ich muss sagen, dass ich das Album auch besser finde, weil es einfach rauer und echter nach dem wahren Cobainsound klingt"

Schöner Text, kann man eigentlich nur zustimmen.
Nur oben genannter Satz stört mich. Woher willst du wissen was der "wahre" Cobainsound oder Nirvanasound ist? Hat das irgendjemand festgelegt? Steht das irgendwo geschrieben? Ende 1991 war Nevermind der "wahre" Nirvanasound. DAS ist Fakt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.02.2009 11:52:19 GMT+01:00
Ich geb dir da Recht. Es gibt aber ein Videointerview zu In Utero, in dem Cobain sagt, dass er mit dem Nevermind Sound nie zufrieden war, weil es ihm zu glatt und weich gebügelt wurde. Er sagte weiter, dass er nie radiotauglich sein wollte und er mit dem In Utero Sound genau genau das geschafft hat, was in seinem Kopf immer an Soundvorstellung rumgegeistert ist. Rauer, aggressiver und mit Scentless Apprentice mal gar nicht radiotauglich.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.06.2010 12:46:35 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 05.06.2010 12:47:03 GMT+02:00
Acadia Maine meint:
"Es gibt aber ein Videointerview zu In Utero, in dem Cobain sagt, dass er...."

Dieses ganze kopflastige pseudointellektuelle Gelaber ob nun von Kurt Cobain, John Lennon etc. ist so überflüssig, wie ein Kropf; die Jungs nehmen sich viel zu wichtig und zerbrechen dann letztendlich daran. Soviel dazu.

Cobains Ernsthaftigkeit hat verhindert, das, obwohl er in der Washingtoner Musikszene groß geworden ist, er wohl überhört haben muss, dass Grunge reiner Spot der "Grunge"-Musiker für ihre eigene Musik und ihre fehlende Virtuosität war. Soviel dazu.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.06.2010 12:47:45 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 07.06.2010 09:09:42 GMT+02:00
Acadia Maine meint:
Zur Rezension: generell okay, all die Erklärungen für die Besonderheit von "Nevermind" hören sich alle toll an, gehen aber mMn voll an der Realität vorbei, weil sie sich immer in der Retrospektive bewegen und einzelne Stücke analysieren wollen - dabei allerdings den Zeitpunkt des Erscheinens des "Albums" in der Musikgeschichte sowie andere historische Ereignisse der Zeit vernachlässigen.

"Nevermind" (ob das nun Cobain gut fand oder nicht - diese Antiheldenpose war schon Mitte der 70er unerträglich ausgelutscht, hätte er mal lieber keine Mucke gemacht sondern Burger für sein Seelenheil verkauft, nur das wollte er dann auch nicht) ist zum Zeitpunkt des Erscheinens aus vielerlei Gründen ein Meilenstein.

Erstmals schafft es ein Album einer alternativen Musikrichtung die 08/15 Billboard 100 Charts zu knacken und die ganze auf Charts produzierte Megaplattenlabel 80iger Musik vom Thron zu stoßen. "Nevermind" verdrängte in den USA Michael Jackson von Platz 1 der Billboard Charts - allein das sind schon 5 Sterne wert und wenn Nirvana das ganze Album mit zwölf verschiedenen Versionen von "Alle meine Entchen" besungen hätte. Und das meine lieben Mudhoneys, Green River, Alice in Chains, Mother Love Bone, Soundgarden, Melvins etc. -Anhänger haben eure Bands nicht hinbekommen und glaubt bitte nicht, die hätten das nicht auch gerne bewerkstelligt. Nicht einmal R.E.M. (ganz andere Baustelle aber immer noch "Alternative") als College Rock Wegbereiter auch für die "Grunger" und einigermaßen durchschnittlich erfolgreich Formation während der 80iger in den USA konnten mit ihrem 88er Album "Green" solchen Triumph feiern - obwohl sie knapp dran waren. Das 92er Album "Automatic For The People" schafft das dann locker aus dem Stand auf Platz 2. Na, dämmert es?

Ist mir schon klar, dass im Jahr 2010 kaum einer versteht, das Alternative Rock, Folk, Pop, Heavy etc. um 1990 herum so gut wie keine Rolle spielte, nachdem der Ausverkauf des New Wave/Post Punk ca. 1983 beendet war und seichter Pop und Hairspray-Rock die Landschaft terrorisierten, alles schön und brav passend zur Reagancoalition. Also ihr Spätgeborenen, dass ihr heute auf ein solches Überangebot an Alternative Irgendwas einfach (also ohne irgendwo in der Nähe von Seattle, Georgia, Manchester etc. wohnen zu müssen) zurückgreifen könnt (und auch wenn da mittlerweile jede Menge kopierter oder gezielt produzierter Müll darunter ist) verdankt ihr genau zwei Alben und deren Erfolg (ob es euch, Kurt oder Eddie nun passt oder nicht) "Nevermind" und dem einen Monat zuvor erschienen Debutalbum, der neu formierten Mother Love Bone Überlebenden Ament/Gossard "Ten".

Zweitens: die ganze Seattle Szene -und ich hatte aus reinem Zufall das Glück dies live Vorort von 86-93 mitzuerleben, sowie das zusätzliche Glück a) in dem entsprechenden Alter zu sein um das miterleben zu können und b) es zu überleben, meine Einschätzung stammt daher nicht aus dem Rolling Stone Magazine, Wikipedia oder ähnlichem Mist- hat, ob nun bewusst (nicht wirklich) oder unbewusst, die Musikszene von diesen furchtbar peinlichen Hairspray Poserrockern der 80iger und frühen 90iger befreit. Erstmals seit langer Zeit war Jungs und ein paar wenigen Mädels, die eine Gitarre in die Hand nahmen um zu "rocken", die Musik wieder wichtiger als ihre Frisur oder ihre Make-up. Dafür müsste man den Durchbruchalben in die Mainstreamhörgewohnheiten "Nevermind" und "Ten" jeweils weiter 5 Sterne verleihen. Die Welt hatte die Schanuze gestrichen voll von aufgestylten, aufgesprayten Möchtegernrockern deren Songs sich hauptsächlich darum drehten, wie man denn am schnellsten in das Höschen der nächsten verfügbaren Braut kommt. Diese ganzen Lackaffen der späten 80iger hatten sich lediglich stylistisch bei den Heroen des Rocks, Glamrock und Punk der 70er bedient - Inhalt Fehlanzeige, wie nennt man das noch mal? Selbstreferenzielle Systeme oder neudeutsch: braindead. Um es klar zu sagen: "Nevermind" & Co. enttarnen diesen ganzen Schrott und verbannen die einstigen 80iger Heroen auf die 12. Ausgabe der Kuschelrock-CD. Das liebe Nachgeborenen nennt man dann eben einen Meilenstein der Musikgeschichte ob euch nun die Mucke gefällt oder nicht und ob ihr noch abgefahrener Bands kennt, ist ebenfalls völlig belanglos.

Drittens: die politische Komponente (ebenfalls völlig unbewusst) - da schnappt sich die Verlierergeneration der konservativen Reaganrevolution aus abgef*ckten und vergessenen Regionen des Landes das Mikro und schreit und schrubbt sich die Wut von der Seele und findet überraschenderweise Gehör, während die geistig-moralischen Wendeverlierer hierzulande mit der Trillerpfeife und sinnentleertem copycat Sampeltechnogedudel endgültig verstummen. Und das wären mir dann noch mal 5 Sterne für "Nevermind" und "Ten" (eine grandiose Abrechnung mit der Elterngeneration Marke 70er) wert.

So ich bin jetzt bei 15 Sternen für "Nevermind" und "Ten" bevor ich überhaupt anfange einzelne Stücke, die Musik, die Kehrseiten zu bewerten und ich wiederhole mich gerne:
das liebe Nachgeborenen nennt man dann eben einen Meilenstein der Musikgeschichte ob euch nun die Mucke gefällt oder nicht und ob ihr noch abgefahrener Bands neuren Datums kennt (die möglicherweise ihre Existenz in eurem CD-Regal nur dem ganzen Seattle TamTam verdanken), ist ebenfalls völlig belanglos.

Also ab in den Übungskeller, ich denke, es gibt 2010 genug Dinge über die man wutentbrannt oder auch hochintellektuell singen könnte und mit der man der Elterngeneration Marke 90iger mal einen ordentlichen musikalischen Einlauf verpassen könnte, ich fürchte nur (auch anhand der hier gelesenen 1 Sterne Rezensionen) euch fehlt der Biss bzw. ihr seit längst der generellen Gefallsucht anheim gefallen- ich warte dann mal.

Die Kurzform © Schellenberg:
Zeigt Respekt vor der Leistung!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.06.2010 04:13:55 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 06.06.2010 04:15:17 GMT+02:00
...Amen ;)
bin ich froh, dass ich mein Wissen weder von wikipedia etc. hab, sondern meinen eigenen Senf hier zum Besten gegeben hab. Und den mach ich hauptsächlich an meinen Erfahrungen als Musiker und Songwriter fest, wie auch an videodokumentierten Aussagen Cobains selbst.
Du hast's allerdings noch mal genau auf'n Punkt gebracht und den Leuten, die es nicht verstehen die Kritikgrundlage genommen.

(ach ja-Nickname hab ich mal eben geändert...hoffe man kann mich trotzdem noch als Ursprungs-Rezensionist identifizieren ;)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.06.2010 04:25:00 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 06.06.2010 04:28:06 GMT+02:00
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.06.2010 08:00:49 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 07.06.2010 08:09:16 GMT+02:00
Acadia Maine meint:
Das mit der fehlenden Virtuosität bezog sich lediglich auf die Soundanmerkung und die Ernsthaftigkeit mit der mMn sich Kurt Cobain teilweise selbst im Weg stand und mMn letztendlich auch sein Scheitern am Leben verbunden war (Leute, die ihn kannten, meinten immer das die Beziehung zu Tobi Vail und deren pseudointellektuelles Gelaber sowie ihr pseudointellektuelles Gehabe, der Anfang vom Ende war: so eine Art umgedrehte Miniversion der Warhol-Sedgewick-Nummer. Vor dieser Beziehung, sei er trotz aller familiären Probleme, ein recht lustiger Zeitgenosse gewesen, mit dem man gerne abhängte - ist allerdings nur Hören/Sagen, ich habe ihn leider nie persönlich kennen gelernt).

Die Szene um ihn herum hat sich eben selbst nicht so ernst genommen, was aber nicht hieß, dass sie ihre Musik nicht ernst gemeint hätten; allerdings gerade was den Sound betraf, war allen klar, das selbst die verpönten Hairsprayposer meistens handwerklich mehr auf der Pfanne hatten und deren Sound dazu noch wesentlich professioneller arrangiert wurde, egal ob das Endprodukt nun sauber, bemüht oder rotzig klingen sollte, nur war das eben den meisten weiter oben aufgeführten Bands punkesque gesagt: schei*egal.
Daher völlig subjektiv: mMn klingt, auch wenn ich das Album grundsätzlich mag, "In Utero" viel zu erzwungen. "Nevermind" klingt, wenn auch aufgemotzt, eben so wie die Szene um 90 klang - kraftvoll. So geht's mir übrigens auch mit "Vitalogy" und trotzdem mag ich das Album, irgendwie ;-)

Zu Dave Grohl schreibe ich nur soviel: yup - den haben sie aber auch von außerhalb eingeflogen ;-) Was ja bei PJ & Eddie Vedder lange Zeit als Hochverrat galt, der alte kalifornische Surfbubi mit Wurzeln im mittleren Westen - kann kein "Grunge" sein auch wenn 75% der Band aber so was von Seattlesound waren: das übliche, von außerhalb stammende, mit steigender Verbreitung im Nachgang Pseudoexpertengelaber halt. Grohl, Vedder u. v. a. mehr wurden in Seattle mit offenen Armen empfangen und ruckzuck assimiliert ;-)

Zu Chris Novoselic einen minimalen Widerspruch, bis heute hat mich das Gefühl nicht wirklich verlassen, das der Chris sich irgendwie in die Szene verirrt hat und eigentlich was ganz was anderes machen wollte :-)

Und was Cobain selbst betrifft - 100% d'accord. Sorry, falls sich das anders gelesen hat. Songwriting/Texten A+ Stimme: nahezu jede halbwegs brauchbare Indie oder Alternative Mucke zeichnet sich durch ungewöhnliche Stimmen aus. Die meistens Bands laufen oft unter: entweder man findet schnell einen Zugang zum "Genöhle, Geschreie, Gebrabel, Gemurmel" no offense intended :-) oder nie. Das erst macht mMn den Großteil des Flairs alternativer Musikrichtungen aus: die mangelnde Austauschbarkeit oder Beliebigkeit der Fronts*u.

Was die Gitarrenvirtuosität betrifft ebenfalls kein Widerspruch (die meisten seiner Vorbilder lagen ja wohl auch weit außerhalb dieser Virtuosität, die Beatles und Led Zeppelin mal ausgenommen), dafür eine kleine Story über den Wert von Rolling Stone Magazine u. a. Müll: erst gnadenlos vom RSM verrissen, dann, nachdem man vom Zuhörer Lügen gestraft wurde, sämtliche Rezensionen der damaligen Zeit "überarbeitet" - sprich im Nachgang ausgetauscht "wir wussten es schon immer" und jetzt im Jahr 2010 den selben Kurt gleich noch zum zwölftbesten Gitarristen der Rockgeschichte gekürt. Nee, bei aller Nirvana-Affinität, was eine Witzbude. Erinnert mich irgendwie an die Toten Hosen, Wort zum Sonntag: Kein Zeitungsknabe wird uns jemals befehlen, was grad alt oder brandneu ist.

Und zum Schluss ein wirklicher Widerspruch:
"der Typ mag a bissl "anders" gewesen sein aber ich glaub, musikalisch wusste der genau, was er da macht und welche Reaktionen er erzeugt oder manipulieren konnte"
Instinktiv (wie viele andere Seattle-Formationen zu der Zeit auch, was mMn ihren Erfolg ausmacht) sicherlich; bewusst niemals, dafür kreiste der Typ (wie viele andere....s.o.) schon zu lange Zeit um sein eigenes Elend.

Veröffentlicht am 07.06.2010 08:40:12 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 07.06.2010 08:42:34 GMT+02:00
Acadia Maine meint:
Was ich aber eigentlich mit den vielen Buchstaben von Anfang an sagen wollte: ich habe keine Probleme mit einer 1 Sterne Rezension, wenn sie sich auf Geschmack bezieht oder auf Hörgewohnheiten. Was mir aber völlig stinkt, sind diese Möchtegernkritikerrezensionen, meist noch im 8 Zeilenformat a la "überbewertet", "zu kommerziell" bla blub etc.

Denn da spielen Rezensenten Kritiker (schlecht nach), und was die echten Kritiker oftmals wert sind, kann man ja an "Nevermind" lernen, haben dabei aber absolut keine Ahnung was ein Album zum Erscheinungszeitpunkt zum Meilenstein macht (und ja, das hat oftmals mit der Musik, der Virtuosität etc. nun mal gar nüscht zu tun).

Anders ausgedrückt: ich halte das erste Beatles Album auch nicht für den musikalischen Weisheitsschluss. Nur würde mir niemals nicht im Traum einfallen, ein 60iger Album einer, für diese Zeit gegen jede Gewohnheit, nicht von der Plattenfirma oder vom Produzenten zusammengestellten Band, die jahrelang durch Clubs getingelt ist, und auf ihrem Debutalbum, für diese Zeit gegen jede Gewohnheit, den Großteil ihrer Songs selbst verbrochen hat, als "völlig überbewertet" zu rezensieren: weil klar sein sollte, welche Auswirkungen dieses Album direkt und indirekt auf nachfolgende Lieblingsbands jedweden Geschmacks hatte.

Oder auch: mir ist bis heute ein Zugang zum Großteil von Pink Floyds Mucke verwehrt geblieben (=Geschmack), ich danke den Jungs trotzdem für ihre vielfältigen Einflüsse auf so manche ProgRockband, die mir gefällt (=Geschmack) und werde bestimmt keine Rezension darüber verfassen, das "The Piper at the Gates of Dawn" o. a. Floyd Alben überbewertet sein.

Schon wieder so viele Buchstaben ;-)

Veröffentlicht am 17.12.2010 01:14:03 GMT+01:00
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.01.2011 02:54:02 GMT+01:00
Kinderlieder nicht vom lyrischen Inhalt, Kinderlieder deshalb, weil von den Akkordfolgen es für jeden einigermaßen guten Gitarristen kein Problem ist, es auf Anhieb nachzuspielen. Kann man wirklich nur nachvollziehen, wenn man Musiker ist.
Und genau das war ja das unfassbar Geniale: Cobain braucht kein Posing, Cobain braucht nicht auf dem Rücken mit seiner Zunge Pentatoniken ins Fretboard fräsen...das machen Hendrix, Clapton, May, Hammet, van Halen und co. - Cobain verstand es, mit dem, was an Aufwand nötig war, sie alle zu übertreffen. Im Vergleich zu allen genannten war Cobain eher ein Durchschnittsgitarrist. ABER: Cobain verstand es wie kein Anderer aus einer 7ender Jaguar und Mustang einen derart brachialen, unverwechselbaren Sound herauszuholen und dies alles mit in sich stimmigen, höchst tiefgründigen Texten zu fusionieren. Diese Songs sind Ohrwürmer, weil sie eine "echte" Story erzählen und deshalb berühren, wie es Hendrix und van Halen (aus meiner Sicht) nie schafften.

"Nevermind" war da die Vorschule..."In Utero" die Doktorarbeit. Jeder Songwriter kann sich da nur so tief wie möglich verneigen.

Dieser Typ schrieb verdammt gute Texte!
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